Vossianische Antonomasie (Teil 87)

Berlin, 15. September 2014, 12:55 | von Josik

 

  1. der Rick Wakeman der Tastatur
  2. der Usain Bolt des Krimis
  3. der Helmut Rahn des 21. Jahrhunderts
  4. die russische Paris Hilton
  5. der europäische Putin

 

Vossianische Antonomasie (Teil 86)

Berlin, 14. September 2014, 15:56 | von Josik

 

  1. der John Connor der Intellektuellen
  2. der verstorbene Bernd Eichinger des deutschen Schreiberwesens
  3. eine Art kalifornischer Heinrich Böll
  4. der Hegel unserer Zeit
  5. der amerikanische James Joyce

 

Vossianische Antonomasie (Teil 85)

Berlin, 13. September 2014, 22:42 | von Josik

 

  1. der Francis Ford Coppola des amerikanischen Gesellschaftsromans
  2. der Justin Bieber der CDU
  3. eine Art an die Macht gekommener H. C. Strache
  4. eine Art Berliner Florence Nightingale
  5. der weibliche Jamie Oliver

 

GKM

São Paulo, 9. September 2014, 12:34 | von Dique

GKM, Gerhard Kurt Müller, ist ein Maler und Bildhauer aus Leipzig. Er war auch Professor an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Die schönen Wörter Bildhauer und Maler passen besser zur Kunst von GKM, als ihn einfach als Künstler zu bezeichnen. Das ist zu leise für seine Skulpturen und Bilder. Sie verlangen nach Hauen und nach echtem Farbauftrag. Das heißt nicht, dass ihnen Feinheit oder Fragilität fehlen.

GKM ist weit über 80 Jahre alt. Noch immer verschwindet er jeden Tag in seinem Atelier und arbeitet. Seine Kunst ist groß, auch physisch. Die Skulpturen schwer und mächtig, die Gemälde dicht und voll, gewaltige Textur, kein filigraner Einhaarpinsel, aber auch keine einfallslose breite Bürste, die nur an einer aufregenden Oberfläche interessiert ist. Die Farbe wird mit Kraft aufgetragen und verteilt, bei aller Mächtigkeit bleiben die gründlich durchdachten Sujets aber elegant und figürlich. Keine Nuance ist Zufall.

Ich hatte das Glück, GKM zweimal in den Räumen der Gerhard-Kurt-Müller-Stiftung in Leipzig zu treffen. Beide Gespräche waren reine Inspiration für mich, wie solche Momente im Schatten einer großen Energiequelle eben sind, unbesiegbar erscheinender Eifer ist ansteckend. Beide Male verließ ich die Räume voller Tatendrang und Schaffenskraft und voller neuer Perspektive, mit dem Wunsch nach Gestaltung und Perfektion.

Die Arbeitsweise von GKM ist dem Erfolg nicht immer zuträglich, aber er trennt sich auch nicht gern von seinen Werken. Verkauft wird selten. Deshalb sieht man seine Werke auch nicht so oft, ein paar Museen haben Exemplare, aber man muss schon das Glück haben, eine Ausstellung oder Retrospektive zu erwischen oder einen seltenen Moment, wenn die Stiftungsräume anlassweise zu besuchen sind.

Ich will diesem Antikommerziellen aber nicht den Charme eines idealisierten Gegenpols entgegenstellen, der sich diametral von der Flamboyanz eines Image- oder Medienkünstler unterschiede. Schließlich bin ich auch Riesenfan von Selbstdarstellern wie Jeff Koons und Damien Hirst. Die Begeisterung für GKM ist einfach eine andere. Seine Werke sind genauso zeitgenössische und in jeder Hinsicht modern und Kinder ihrer Zeit. Vielleicht sieht das GKM selbst nicht so. Er ist ein Verarbeiter, unschwer zu erkennen, er ist ein Kind des Krieges. Es ist für mich unbegreiflich, wie ein Mensch über so viele Jahre so intensiv um ein Thema kreisen kann. Es ist eben nie vorbei.

Ich erschließe mir Kunstwerke, auch die von GKM, weniger über die Inhalte, eher über die Ästhetik, über Farbe und Form und über die Textur. Die Oberfläche spielt eine große Rolle bei ihm, es geht nicht nur um visuelle Effekte, sondern auch um Haptik. Man möchte die Bronzen berühren, da ergeht es einem so wie vor einem der Vögel von Brâncuși. Das gilt auch für die Gemälde, schon nach kurzem Hinsehen verspürt man den Drang, die Leinwand anfühlen zu wollen, mit der Hand dem Brushstroke zu folgen.

Diagnostizierte Abhängigkeiten sind für jeden lebenden Künstler meist ein Grauen. Ich stelle es mir jedenfalls schlimm vor, wenn ich mir anhören müsste, dass meine Werke so aussehen wie von X, in der Tradition von Y stehen und die Farben von Z verwenden. Andererseits funktioniert Kunstgeschichte ja genauso. In Pontormo erkennt man seinen Lehrer del Sarto, in Bronzino wiederrum Pontormo, aber irgendwie auch noch einen Hauch von del Sarto. Bei GKM dachte ich wegen seiner Skulpturen anfangs schnell an Käthe Kollwitz und Ernst Barlach, auf den zweiten Blick aber auch an Brâncuși, bei den Bildern an eine sehr eigene Fortsetzung des italienischen Futurismus, als wäre Boccioni 1916 nicht vom Pferd gefallen, aber auch an den manieristischen Teil der Renaissance, überlängte Gliedmaßen, das kalkweiße Hellblau von Bronzinos »Allegorie der Liebe« aus der Londoner National Gallery. Aber es geht noch weiter zurück, die genaue Abgemessenheit in den Gemälden des Mathematikers/Malers Piero della Francesca kommt mir in den Sinn und natürlich Jean Fouquet, besonders seine Madonna mit Kind aus dem Königlichen Museum in Antwerpen. Von letzterer weiß ich mittlerweile, dass sie für GKM von besonderer Bedeutung ist.

GKM ist auch ein großer Zeichner und Holzschneider. Bei meinem letzten Besuch Mitte dieses Jahres konnte ich mir die 44 Zeichnungen ansehen, die von dem Roman von Henri Barbusse »Das Feuer. Tagebuch einer Korporalschaft« inspiriert wurden und die er über einen Zeitraum von über zehn Jahren geschaffen hat. Sie sind im Frühjahr im Leipziger Passage-Verlag auch als Buch erschienen:

Gerhard Kurt Müller: La Grande Guerre (2014 book cover), ISBN ISBN 978-3-95415-024-3

Er verwendete für die Zeichnungen eine seltene Technik, die Aquarell und Wachsmalstift kombiniert, sehr ähnlich der, die Henry Moore für seine Shelter Drawings benutzt hat. Wieder eine dieser wilden Assoziationen, aber diese wurde mir von GKM selbst zugespielt, als ich ihn fragte, wie er denn solche Effekte in diese wunderbaren Zeichnungen bekommen hat.
 

Neues von Jakob Augsteins Schirrmacher-Porträt

Berlin, 7. September 2014, 18:15 | von Josik

Hm, jetzt ist Jakob Augstein bzw. »der Freitag« unserer Bitte immer noch nicht nachgekommen, machen wir also weiter.

Zwar schwirrt Augsteins Schirrmacher-Porträt mittlerweile wieder im Google-Cache herum und so offenbart sich also der ganze Dilettantismus dieser Löschaktion bei freitag.de aufs Neue. Aber wir würden wirklich gern mal erklärt bekommen, wie die Arbeitsabläufe bei einem oh-so-netzaffinen Medium sein müssen, damit so was 1.) passiert und 2.) dann noch in dieser denkbar dilettantischsten Weise weitergeht.

Und es geht weiter.

Solange also Augsteins Schirrmacher-Porträt nicht wieder auf freitag.de zu lesen ist, sehen wir uns genötigt, die Mitglieder der »Freitag«-Community und andere Leute weiterhin mit Jakob Augsteins bewährter Schirrmacher-Porträtierkunst vertraut zu machen – oder doch wenigstens mit jenen Stellen, die ein übereifriger Deletionist nicht so mühelos sperren kann. Hier also schon mal zwei neue Passagen:

*

»Immer mal wieder drängt sich Schirrmacher der öffentlichen Debatte auf, treibt sie in seine Richtung. Das war so, als er im Jahr 2000 auf sechs Seiten den Quellcode der DNS in seinem Feuilleton abdruckte, als unlesbaren Text des Lebens, vollkommen sinnlos und unendlich bedeutungsvoll. Ein dramatischer und anarchischer Akt [...].«

(Jakob Augstein: Frank Schirrmacher – Der Aufreger.
In: Stephan Weichert / Christian Zabel (Hg.):
Die Alpha-Journalisten. Deutschlands Wortführer im
Porträt. Köln: Herbert von Halem Verlag 2007, S. 325)

»Als er auf sechs Seiten seines Feuilletons einen Teil der DNA-Sequenz abdruckte, da war das damals zugleich vollkommen sinnlos und unendlich bedeutungsvoll. Ein dramatischer und anarchischer Akt.«

(Jakob Augstein im »Spiegel« vom 16. Juni 2014, S. 115)

*

»Das vorige Buch hatte das Altern der Gesellschaft behandelt und war das zweiterfolgreichste Sachbuch des Jahres 2004 [...]. Im Erscheinungsjahr 2004 des Methusalem-Buches war er allen Ernstes fünfmal der ›Gewinner des Tages‹ der Bild-Zeitung [...]. In der Bild-zeitungstauglich gemachten Kurzfassung seines Methusalem-Buches hatte er geschrieben: ›Wie oft berichten Menschen von der Plötzlichkeit, mit der das Alter sie wach rüttelt. Ungläubig schlägt man die Augen auf – und plötzlich ist man alt!‹ Das ist keine zufällige Formulierung [...]. ›Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt‹ – der Kafka-Bewunderer Schirrmacher hat in seinen Texten mehr als einmal diesen berühmten ersten Satz aus der Verwandlung zitiert. Am Grund liegt da das problematisch gewordene Selbstbewusstsein.«

(Jakob Augstein: Frank Schirrmacher – Der Aufreger.
In: Stephan Weichert / Christian Zabel (Hg.):
Die Alpha-Journalisten. Deutschlands Wortführer im
Porträt. Köln: Herbert von Halem Verlag 2007, S. 325–329)

»›Das Methusalem-Komplott‹, sein erster Bestseller, war im Jahr 2004 der zweitbestverkaufte Sachbuchtitel [...]. Im Erscheinungsjahr des ›Methusalem-Komplotts‹ war er fünfmal der ›Gewinner des Tages‹ der Bild-Zeitung [...]. Im Jahr 2004 schrieb er in der Bild-Zeitungs-tauglich gemachten Kurzfassung seines ›Methusalem‹-Buches: ›Wie oft berichten Menschen von der Plötzlichkeit, mit der das Alter sie wachrüttelt. Ungläubig schlägt man die Augen auf – und plötzlich ist man alt!‹ Das ist für Schirrmacher, der über den Schriftsteller Franz Kafka promoviert hatte, keine zufällige Formulierung. Kafkas ›Verwandlung‹ beginnt mit den Worten: ›Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.‹ Hier ist es wieder, Schirrmachers Thema [...], das problematisch gewordene Selbstbewusstsein [...].«

(Jakob Augstein im »Spiegel« vom 16. Juni 2014, S. 114f.)


 

Vierfachrufe der Kulturgeschichte

Leipzig, 4. September 2014, 10:14 | von Paco

ICH. ICH. ICH. ICH.   (Witold Gombrowicz)
Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor!   (Herbert Zimmermann)
So! So! So! So!   (Kleist)
Hossa! Hossa! Hossa! Hossa!   (Rex Gildo)
L’Azur ! L’Azur ! L’Azur ! L’Azur !   (Mallarmé)

Нет!.. Нет!.. Нет!.. Нет!..   (Tschaikowski, Eugen Onegin)
Well, well, well, well   (A Clockwork Orange)
É devagar, é devagar, é devagar, é devagar   (Martinho da Vila)
wo, wo? wo, wo?   (Omar Khayyam)
du! Du, du, du!   (Martin Buber)

Der Schwan! Der Schwan! Der Schwan! Der Schwan!   (Lohengrin)
Dr. Lecter? … Dr. Lecter? … Dr. Lecter? … Dr. Lecter? …   (Jodie Foster)
Lachend, lachend, lachend, lachend   (kommt der Sommer)
stille! stille! stille! stille!   (Schikaneder/Mozart)
Mai, mai, mai, mai   (Fritz da Cat)

Who, who, who who?   (The Who)
Wafna! Wafna! Wafna! Wafna!   (Carmina Burana)
Ça va? Ça va. Ça va? Ça va.   (The Flight of the Conchords)
Sophie! Sophie! Sophie! Sophie!   (Frances am Ende von »Frances Ha«)
That’s all, that’s all, that’s all, that’s all   (T. S. Eliot)

 
(Vgl. auch die Doppel- und Dreifachrufe.)

 

Café-com-leite mit »Economist«

São Paulo, 2. September 2014, 09:00 | von Dique

Nach zwei Wochen in São Paulo sehne ich mich nach vertrauten Printmedien. Leider gibt es hier an den sehr, sehr vielen blechverkleideten Zeitungskiosken nicht einfach mal so die FAZ zu kaufen. An manchen bekommt man immerhin sehr billige Pocketausgaben von Nietzsche, Schopenhauer oder de Sade.

Auf Angloinfo werden einige Buchhandlungen erwähnt, in denen es internationale Presse geben soll. Also auf zur Livraria Saraiva und zwar der Filiale in der Mall am Parque Ibirapuera. Die Erwartungen sind groß. Der Laden ist in der dritten Etage.

Die Hoffnung auf eine ausgewiesene internationale Rubrik wird nicht erfüllt und inmitten der ganzen lokalen Titel sticht auf den ersten Blick nichts Schönes heraus. Ich frage also einen Verkäufer, der auch gleich mit mir in die Magazinabteilung kommt, Tagespresse gibt es sowieso nicht.

Brasilianer gehören übrigens, wie Jonathan Meese, zu den »freundlichsten Menschen überhaupt«. Der Verkäufer sucht ein bisschen und findet dann ein paar »TIME«-Specials, über Imperien, den Zweiten Weltkrieg etc. Falls es noch andere ausländische, am ehesten englischsprachige Titel gibt, befinden sie sich inmitten der anderen, lokalen Magazine. Ich erwähne den »Economist«, meine Hoffnungen auf alles andere haben sich längst zerschlagen, und der junge Verkäufer hat keine direkte Ahnung.

Ich sifte noch ein bisschen durch die Reihen und irgendwann finde ich dann tatsächlich auch die ungefähr aktuelle »TIME« und daneben den »Economist«, gleich drei Ausgaben, die jüngste ist die vorletzte und die kaufe ich dann auch für schlaffe 31,90 Reais. Von der Kasse aus sehe ich dann in der Ferne den Verkäufer wieder, ich winke ihm mit dem Heft zu, er sieht richtig glücklich aus. Und ich kann endlich mal wieder ohne Kindle ins Café gehen.

Den ersten Café-com-leite mit »Economist« trinke ich dann bei Starbucks auf der Avenida Paulista, direkt gegenüber dem MASP. Das Museu de Arte de São Paulo ist ein Spitzenmuseum. Beim Skat ist ›Aus jedem Dorf einen Bauern‹ nicht gerade das Idealblatt, bei einem Museum kann das Trumpf sein. Wie das Thyssen-Bornemisza in Madrid hat auch das MASP aus den meisten Epochen und von den meisten wichtigen Künstlern ca. ein gutes Beispiel (Raffael, Bosch, Velázquez, Turner, Constable etc.). Von Frans Hals immerhin gleich mal drei seiner herrlichen Portraits. Eine weitere Ausnahme ist Modigliani, das ist aber auch kein Wunder, denn der ist ja auch der meistgefälschte Künstler aller Zeiten und auf ihn passt sowieso der Spruch (den es auch mal für Rembrandt gab, bevor das Rembrandt Research Project begann, mit den Zuschreibungen aufzuräumen), dass es ca. 800 Modiglianis gibt und davon ungefähr 1.000 allein in Amerika, oder so ähnlich. Eine weitere Ausnahme bzgl. Anzahl im MASP bildet Toulouse-Lautrec, aber der gilt ja auch nicht als Künstler, sondern als Dekorateur.
 

Software & Erinnerung (Teil 9)

Leipzig, 1. September 2014, 17:08 | von Paco

Das Motto dieser Sammlung, seit eh und je dasselbe:
»Et tout d’un coup le souvenir m’est apparu.« (Proust, Combray)

(Die vorigen Teile, teilweise mit längeren Vorworten, sind hier: 1. Sept. 2007, 1. Sept. 2008, 1. Sept. 2009, 1. Sept. 2010, 1. Sept. 2011, 1. Sept. 2012, 1. Sept. 2013. Die Versionsnummern der aktuellen stabilen Releases stehen zuerst, dahinter dann die Versionsnummern, die vor genau einem, zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben Jahren aktuell waren. Es handelt sich um Software, die wir auch zu Beginn dieser jährlichen Sofwareversionsquerschnitte schon benutzt haben (einige Programme sind natürlich obsolet geworden). Neue Programme wurden nicht aufgenommen, obwohl man diese Versionsnummern­poesie z. B. auch auf Apps erweitern sollte. Ansonsten fallen als erstes die Versionsprünge der Browser auf: Chrome in einem Jahr von 29 auf 37, Firefox von 23 auf 31, Opera von 16 auf 23.)

(Schema)

(Name) (V-Nr. 2014) | (V-Nr. 2013) | (V-Nr. 2012) | (V-Nr. 2011) | (V-Nr. 2010) | (V-Nr. 2009) | (V-Nr. 2008) | (V-Nr. 2007)

Browser & Aufsätze

Opera 23.0.1522.77 | 16.0 | 12.02 | 11.51 | 10.61 | 10.00 | 9.52 | 9.23
Firefox 31.0 | 23.0.1 | 15.0 | 6.0.1 | 3.6.8 | 3.5.2 | 3.0.1 | 2.0.0.6
SeaMonkey 2.26.1 | 2.20 | 2.12 | 2.3.2 | 2.0.6 | 1.1.17 | 1.1.11 | 1.1.4
Netscape Navigator (†) 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0.0.6 | 9.0b3
Konqueror 4.14.0 | 4.11.0 | 4.9.0 | 4.7.0 | 4.5.0 | 4.3.0 | 4.1.0 | 3.5.7
Safari 7.0.6 | 6.0.5 (für Windows eingestellt) | 6.0 (für Windows: 5.1.7 [7534.57.2]) | 5.1 (7534.50) | 5.0.1 (7533.17.8) | 4.0.3 (531.9.1) | 3.1.2 (525.21) | 3.0.3 (522.15.5)
Google Chrome 37.0.2062.102 | 29.0.1547.57 | 21.0.1180.89 | 13.0.782.218 | 5.0.375.127 | 2.0.172.43 | 0.2.149.27 [1583] | –
Amaya 11.4.7 | 11.4.7 | 11.4.4 | 11.3.1 | 11.3.1 | 11.2 | 10.0.1 | 9.55
Internet Explorer 11.0.9600.17239 | 10.0.9200.16521 | 10.0.9200.16384 | 9.0.8112.16421 | 8.0.6001.18943 | 8.0.6001.18813 | 8.0.6001.18241 | 7.0.5730.11
Maxthon 4.4.1.5000 | 4.1.2.3000 | 3.4.2.3000 | 3.1.6.1000 | 2.5.15.1000 | 2.5.6.350 | 2.1.4.238 | 2.0.3.4643

Server/Database/CMS

Apache 2.4.10 | 2.4.6 | 2.4.3 | 2.2.20 | 2.2.16 | 2.2.13 | 2.2.9 | 2.2.4
MySQL Community Server 5.6.20 | 5.6.13 | 5.5.27 | 5.5.15 | 5.1.50 | 5.1.37 | 5.0.67 | 5.0.45
PostgreSQL 9.3.5 | 9.2.4 | 9.1.5 | 9.0.4 | 8.4.4 | 8.4.0 | 8.3.3 | 8.2.4
MediaWiki 1.23.3 | 1.21.1 | 1.19.1 | 1.17.0 | 1.16.0 | 1.15.1 | 1.13.0 | 1.10.1
osCommerce v3.0.2 | v3.0.2 | v3.0.2 | v3.0.2 | v3.0 Alpha 5 | 3.0 Alpha 5 | 2.2 RC 2a | 2.2 RC1
Trac 1.0.1 | 1.0.1 | 0.12.3 | 0.12.2 | 0.12 | 0.11.5 | 0.11.1 | 0.10.4
WordPress 3.9.2 | 3.6 | 3.4.1 | 3.2.1 | 3.0.1 | 2.8.4 | 2.6.1 | 2.2.2
Typo3 6.2.4 | 6.1.3 | 4.7.4 | 4.5.5 | 4.4.2 | 4.2.8 | 4.2.1 | 4.1.2
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Clients

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Editoren/Word Processors

OpenOffice 4.1.1 | 4.0.0 | 3.4.1 | 3.3.0 | 3.2.1 | 3.1.1 | 2.4.1 | 2.2.1 (neuer Fork: LibreOffice 4.3.1 | 4.1.1 | 3.6.1 | 3.4.3)
XMLmind 6.0.0 | 5.7.0 | 5.3.0 | 4.9.1 | 4.6.1 | 4.4.0 | 4.0.0 | 3.6.1
Notepad++ 6.6.8 | 6.4.5 | 6.1.6 | 5.9.3 | 5.7 | 5.4.5 | 5.0.3 | 4.2.2
UltraEdit 21.20 | 19.10 | 18.10 | 17.20 | 16.10 | 15.10 | 14.10 | 13.10a
Kate 3.13.3 | 3.11 | 3.7 | 3.6 | 3.4 | 3.3.0 | 3.1 | 2.5.4
XEmacs 21.4.22 | 21.4.22 | 21.4.22 | 21.4.22 | 21.4.22 | 21.4.22 | 21.4.21 | 21.4.20
JOE 3.7 | 3.7 | 3.7 | 3.7 | 3.7 | 3.7 | 3.5 | 3.5

Coding

Perl 5.20.0 | 5.18.1 | 5.16.1 | 5.14.1 | 5.12.1 | 5.10.1 | 5.10.0 | 5.8.8
PHP 5.6.0 | 5.5.3 | 5.4.6 | 5.3.8 | 5.3.3 | 5.3.0 | 5.2.6 | 5.2.4
Python 3.4.1 | 3.3.2 | 3.2.3 | 3.2.1 | 3.1.2 | 3.1.1 | 2.5.2 | 2.5.1
GCC 4.9.1 | 4.8.1 | 4.7.1 | 4.6.1 | 4.5.1 | 4.4.1 | 4.3.2 | 4.2.1
Ruby 2.1.2 | 2.0.0 | 1.9.3 | 1.9.2 | 1.9.2 | 1.9.1 | 1.9.0 | 1.8.6
Ruby on Rails 4.1.5 | 4.0.0 | 3.2.8 | 3.1.0 | 3.0.0 | 2.3.3 | 2.1.0 | 1.2.3
JDK 7 update 67 | 7 update 25 | 7 update 6 | 6 Update 27 | 6 Update 21 | 6 Update 16 | 6 Update 7 | 6 Update 2

Gfx/Pics/Print

Photoshop CC 2014 (15.0) | CS6 (neue Version nur im Abo: CC) | CS6 | CS5 | CS5 | CS4 | CS3 | CS3
GIMP 2.8.14 | 2.8.6 | 2.8.2 | 2.6.11 | 2.6.10 | 2.6.7 | 2.4.7 | 2.2.17
IrfanView 4.38 | 4.36 | 4.33 | 4.30 | 4.27 | 4.25 | 4.20 | 4.00g
Picasa 3.9 Build 137.81 | 3.9 Build 136.20 | 3.9 Build 136.07 | 3.8 Build 117.43 | 3.8 Build 115.45 | 3.1.0 Build 71.43 | 2.70 Build 37.36 | 2.7.0
ImageMagick 6.8.9-7 | 6.8.6-9 | 6.7.9-2 | 6.7.2-1 | 6.6.3-8 | 6.5.5-5 | 6.4.3-6 | 6.3.5-6
Ghostscript 9.14 | 9.10 | 9.06 | 9.04 | 8.71 | 8.70 | 8.63 | 8.60

Edu

LingoPad 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.6 (360) | 2.5.1 (325)
Google Earth 7.1.2.2041 | 7.1.1.1888 | 6.2.2.6613 | 6.0.3.2197 | 5.2.1.1547 | 5.0.11733.9347 | 4.3.7284.3916 | 4.2.0181.2634

Distros

Kubuntu 14.04 | 13.04 | 12.04 | 11.04 | 10.04 | 9.04 | 8.04 | 7.04
OpenSUSE 13.1 | 12.3 | 12.1 | 11.4 | 11.3 | 11.1 | 11.0 | 10.2
Slackware 14.1 | 14.0 | 13.37 | 13.37 | 13.1 | 13.0 | 12.1 | 12.0

Desktop/Command Line

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Listen-Archäologie (Teil 13):
Zeitungsfloskeln vor 150 Jahren

Leipzig, 30. August 2014, 13:43 | von Marcuccio

Oh, zum Abschluss unserer, äh, beliebten »Regionalzeitungs«-Serie kommt hier noch ein Gruß aus dem 19. Jahrhundert. Und zwar hatte sich der berüchtigte Dr. August Reichensperger damals ja den liberalen Zeitungsphilister als Feindbild ausgesucht, und diesem entsprach dann eben auf Textebene die typische liberale Zeitungsfloskel, und so zählt er also mal auf:

  • »unaufhaltsamer Gang der Civilisation«
  • »Entwickelung der reinen Menschheitsidee«
  • »unabweisbare Forderung des modernen Gedankens«
  • »überwundene Standpunkte«
  • »Triumph der freien Wissenschaft über verjährte Vorurtheile«
  • »Befreiung des mündig erklärten Menschengeistes von der herabwürdigenden Fesseln der Autorität«

Wie ein wildgewordener Scanner sichtet und sammelt Reichensperger Belege der liberalen, von ihm so gehassten Zeitungssprache. Er macht das liberale Pressewesen dafür verantwortlich, »daß wir in einer Zeit des marktschreierischen Schwindels leben«, und glaubt, er könne dem Wortschatz des Feindes mit seiner bloßen Indexierung Einhalt gebieten. Zur Verwendung der von ihm erkannten und neutralisierten Phrasen schreibt er:

»Eine Hauptkunst des Journalisten besteht darin, sie in angemessener Abwechselung und im rechten Momente anzubringen, so daß die Abonnenten es nicht merken, wie man sie mit längst abgedroschenen Gemeinplätzen immer wieder auf’s Neue regalirt, und die Kolophoniums-Blitze von ihnen mindestens für ein Wetterleuchten des Geistes angesehen werden.«


Aus: Dr. August Reichensperger: Phrasen und Schlagwörter. Ein Rath- und Hülfsbüchlein für Zeitungsleser. Paderborn: Ferdinand Schöningh. Dritte, bedeutend vermehrte Ausgabe 1872, S. 146. (und hier als Scan in der Ausgabe von 1863)

 

Regionalzeitung (Teil 75 und Schluss)

Leipzig, 29. August 2014, 12:53 | von Paco

 
  371.   bläst zum Angriff auf den Branchenprimus

  372.   holte sich sein viertes Edelmetall

  373.   ein starkes Signal an all diejenigen

  374.   war die Freude anzusehen

  375.   das Ende einer Ära