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Fünf Jahre Feuilleton-Meisterschaft:
Das beste Feuilleton aller Zeiten

Donnerstag, 7. Januar 2010

Am 12. Januar 2010 kürt Der Umblätterer zum fünften Mal die zehn besten Texte aus dem Feuilleton des vergangenen Jahres. Als Steilvorlage dafür hier ein kleiner Essay über den täglichen Zeitungskauf, über »Brechertexte« und die weltweit hervorragendste Publikationsbastion.
»Einmal alle Zeitungen, bitte.« Die FAZ, die SZ, die taz immer zuerst, später die NZZ, die FR und auch [...]

Die Idee

Sonntag, 27. Dezember 2009

Maxim Biller vs. Henryk M. Broder. In dem ganz herausragenden Doppelinterview des SZ-Magazins von vor zwei Wochen (11. Dez. 2009), heißt es:
SZ-Magazin: Warum ist das Gespräch nie zustande gekommen?
Broder: Weil keiner die Idee hatte.
Diese Idee dann also tatsächlich zu haben, genau das ist spitzen­mäßiges Spitzenfeuilleton. Das Gespräch ist nachher ein Selbstläufer. Das ganze schöne Stück liest [...]

Vorwort zum laufenden Feuilletonjahr (5/2009)

Sonntag, 29. November 2009

1. Um|blät|te|rer, der; -s, - (Feuilleton-Thinktank).
2. Nur noch ein paar Wochen bis zum Goldenen Maulwurf – Best of Feuilleton 2009, die fünfte Ausgabe. (vorherige Jahrgänge: 2005, 2006, 2007, 2008)
3. Kunstbücher von Taschen sind wie Schuhe von Deichmann.
4. Я в восторге! Gestern in der FAZ in »Bilder und Zeiten« ein riesiger Artikel über Jünger, also die [...]

Nach dem Krieg

Freitag, 21. November 2008

Keiner hatte mehr damit gerechnet, aber Pacos »Aspects of Die Wohlgesinnten« hat jetzt nach 10 Teilen doch noch ein Ende gefunden. Passend dazu lese ich gerade endlich Dicks »The Man in the High Castle«, und da gibt es ja das alternative history book (»The Grasshopper Lies Heavy«) im alternative history book, in dem jemand beschreibt, [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 10 und Schluss):
Der Muttermord und der erste Satz des Romans

Donnerstag, 20. November 2008

»Die Wohlgesinnten« beschreiben insgesamt eine Verschiebung des Verdrängungsphänomens bezüglich des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust. Max Aue verdrängt eben nicht den Holocaust, seine Verstrickung, seine Verantwortlichkeit. Die erinnert und rechtfertigt er sehr dezidiert. Was er verdrängt, ist etwas anderes: seine Familientragödie, die nicht unmittelbar mit dem Kriegsgeschehen zu tun hat.
Auf der Ebene des Textes wird [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 9):
Stalingrad

Mittwoch, 19. November 2008

Bei der Konferenz, in der über das Schicksal der Bergjuden entschieden wird (S. 453-466), hat Aue nicht energisch genug den Standpunkt der SS vertreten, meint Oberführer Bierkamp. Unter anderem deshalb wird er nach Stalingrad versetzt, wo das Feldpolizeiwesen um einen SD-Offizier gebeten hat.
Zwischen zwei Windböen erkannte ich ein Schild: STALINGRAD – ZUTRITT VERBOTEN – LEBENSGEFAHR. [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 8):
Freundschaft mit Thomas Hauser

Dienstag, 18. November 2008

(Spoilerwarnung! Wer gerade dabei ist, das Buch zu lesen, sollte sich diesen Beitrag aufsparen. Hier wird ein gut Teil der Schlusspointe verraten.)
Ein wichtiger roter Faden durch das Buch ist Aues Freundschaft zu Thomas Hauser. Die beiden lernen sich kennen, nachdem Aue am Schwulentreff im Berliner Tiergarten aufgegriffen worden ist (S. 103). Aus irgendwelchen Gründen wird er [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 7):
Hitler als Vaterersatz, Rabbi, Nasenbesitzer

Montag, 17. November 2008

Hitler ist im Roman natürlich eine immer irgendwie präsente Größe, auch wenn er nur an drei Stellen direkt auftaucht: als Vaterersatz, als Rabbi, als Nasenbesitzer.
Als Vaterersatz
Aue erinnert sich einmal an den Sommer 1930, an sein erstes Live-Erlebnis mit Hitler. Dieser hielt damals eine Rede, und sagte
»genau die Dinge, die mein Vater gesagt hätte, wenn er [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 6):
Die Lermontow-Episode – Max Aue als Tourist

Sonntag, 16. November 2008

Weil Aue nicht direkt an der Front eingesetzt wird und daher so etwas wie frei einteilbare Nachmittage hat, kann er sich in den eroberten Gebieten irgendwelche alten Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten anschauen (etwa »eine prachtvolle kleine Kirche aus dem 11. Jahrhundert«; S. 172).
Für ihn stellt die SS also auch eine Art Tourismusgelegenheit dar, die ihm [...]

Über »Die Wohlgesinnten« (Teil 5):
Ubychisch lernen mit Dr. Voss

Samstag, 15. November 2008

Aue wird durch Ohlendorf vom Sonderkommando 4a abgezogen und zur Einsatzgruppe D nach Simferopol geholt. Er soll die regionalen Umstände für das im Kaukasus zu installierende Besatzungssystem studieren (S. 290 ff.).
Im Zuge dessen lernt er Dr. Voss kennen, einen Sprachwissen­schaftler der Universität Berlin, der als Leutnant der Wehrmacht eingezogen wurde und hinter der Front seinen Forschungen [...]