Autoren Archiv


Was vom Tage 8 übrig blieb:
pantarin Café & Bistro, Barmbek

Hamburg, 8. September 2022, 23:00 | von Paco

Aufwach: 5:00 Uhr. (argh)

🎶 Edward Sharpe & The Magnetic Zeros: 40 Day Dream

Am späten Nachmittag hinein ins …

pantarin Café & Bistro
Hartzloh 30
(Barmbek)

Espresso: €2,40.

Zufällig war auch gerade ein Filmteam der IG Fuhle im Laden, um Material für irgendeinen Imagefilme zu schießen. Die Kamera filmte so schräg zwischen den Händen des Baristas und Inhabers hindurch für das ultimative Symbolbild zum Thema Kaffeezubereitung.

In der ZEIT von heute (Ausgabe 37/2022) Nina Pauer über @DailyMann.

Dann gleich das Interview mit der geschassten RBB-Chefin Patricia Schlesinger gelesen: »Ich habe gesagt, ich möchte gern Holzboden haben. Dass das italienisches Eichenparkett sein würde und wie teuer es würde, wusste ich nicht.«

In other news: THE QUEEN.

🎶 Albrecht Schrader: Die Zukunft liegt verborgen

Und eigentlich ist damit mein Zeitkonto für heute schon überzogen, aber spät nachts lese ich noch schnell in der FAZ Katharina Teutschs Rezension von Jan Faktors Roman »Trottel«, für den sich der Autor »zwölf Jahre Zeit gelassen hat«.
 


Was vom Tage 7 übrig blieb:
Café Gnosa, St. Georg

Hamburg, 7. September 2022, 23:00 | von Paco

Aufwach: 7:00 Uhr.

Neben den täglich durchschnittlich etwa eindreiviertel Feuilletonartikeln lese ich zusammengenommen sicher mehrere Stunden die Feeds der OSINT-Community um den Russo-Ukrainian War. Davon aber hier nichts, obwohl seit Monaten natürlich nichts interessanter und wichtiger ist, und bei so einem Teaser (von einem twitternden ukrainischen Offizier) bleibt man auch den ganzen Tag dran:

»Today is a good day already. We will see in the news.« (@kms_d4k)

Na ja, nun jedenfalls ab ins …

Café Gnosa
Lange Reihe 93
(St. Georg)

Espresso: €1,90.

Die Zeitkapsel, die sich heute in der Karenzzeit auftut, reicht genau für Jürgen Kaubes Rezension der dreibändigen Biografie zum bislang einzigen deutschen Schachweltmeister Emanuel Lasker in der FAZ (»Man glaubt nach der Lektüre, Bridge und die Grundzüge der höheren Algebra zu verstehen oder wenigstens zu ahnen, worum es sich handelt.«). Mehr war leider nicht drin, die SZ nur schnell durchgeblättert.
 


Was vom Tage 6 übrig blieb:
Albatros Cafe, Barmbek

Hamburg, 6. September 2022, 23:00 | von Paco

Ich habe heute einem Briefträger eine Windel geschenkt, doch dazu später.

Aufwach: 6:00 Uhr.

Zunächst erst mal ins …

Albatros Cafe
Wagnerstr. 5
(Barmbek)

Infrastrukturell super gelegen zwischen U-Bahn Hamburger Straße und der Hamburger Meile, viel Laufkundschaft, aber auch abgelegen genug, um in Ruhe ein Buch zu lesen. So wie am Nebentisch der sympathische Dude mit einem T-Shirt der »Antifaschistischen Seenotrettung« (die weiße Ausführung). Und zwar liest er Hildegard Knefs Autobiografie »Der geschenkte Gaul«.

Espresso: €2,20.

Was vom Tage übrig blieb, siehe Kazuo Ishiguro: meist nicht viel.

Aber dann doch die Sache mit der Windel und dem Briefträger. Direkt vor der Haustür kommt nämlich von schräg her ein Mann in Gelb hastig auf mich zu. Er hält mir seine Hand entgegen, triefend vor Blut, und fragt mich, ob ich vielleicht ein Taschentuch habe. Finde keins auf die Schnelle, aber was ich dabei habe, sind Windeln, und so verarzten wir die Briefträgerhand erst mal notdürftig mit einer Windel der Budni-Hausmarke »Hallo Welt«.
 


Was vom Tage 5 übrig blieb:
Eclair au Café, Winterhude

Hamburg, 5. September 2022, 23:00 | von Paco

Aufwach: 7:00 Uhr.

In der aktuellen »Hinz & Kunzt« (Ausgabe 355, September 2022) ein Artikel über den Sachsenwald, geschrieben von Frank Keil. Kronzeuge mit viel Waldwissen ist der Diplompädagoge und freiberufliche Kulturwissenschaftler Nikolaj Müller-Wusterwitz, super. Einer der Fun Facts: Bismarcks Ururenkel Gregor Fürst von Bismarck hat sich »jüngst zum Waldtherapeuten ausbilden« lassen, ok.

Neue Woche, die dunkelblaue Artipoppe-Trage geschultert, meist auch den Teutonia dabei, Modell BeYou 12, beides mit Dank an eBay Kleinanzeigen.

Zickzack durch den Stadtpark Richtung Winterhude. An einem Kiosk am Lattenstieg kauf ich den SPIEGEL (Ausgabe 36/2022). In einem kleinen Seitenweg ist eine Filiale der Boulangerie …

Eclair au Café
Lattenstieg 4
(Winterhude)

Espresso: €2,50.

Im SPIEGEL erst das Interview mit Lilly Blaudszun. Dann das Carsten-Schneider-Porträt von Markus Feldenkirchen. Schneider, geb. 1976 in Erfurt, war ja 1998 der jüngste Bundestagsabgeordnete ever, mittlerweile unter anderem Ostbeauftragter der Bundesregierung, »einer von 16 Millionen Ostdeutschen«, wie Feldenkirchen, einer von ich weiß nicht wie vielen Westdeutschen schreibt. Die Reise führt Schneider und Reporter auch ins Erfurter Neubaugebiet Herrenberg, wo Schneider aufgewachsen ist und wo er nun »die Unterschiede der einzelnen Plattenbauweisen« erklärt. Siehe dazu auch Peter G. Richters Dissertation, betreut von Martin Warnke.

Passend zum Wald-Special der »Hinz & Kunzt« schaukeln auf dem Waldspielplatz im Stadtpark. Beim Weiterlaufen fallen mir zum ersten Mal die Warnschilder auf:

»Vorsicht! Allergiegefahr durch EICHENPROZESSIONSSPINNER! Bitte Raupen und Nester nicht berühren.«

Daneben die Hundeauslaufzone, dort eine Weile zuschauen.
 


Was vom Tage 2 übrig blieb:
Café Bohne, Osdorf

Hamburg, 2. September 2022, 23:00 | von Paco

Aufwach: 6:15 Uhr.

🎶 Maria Antonietta: Abitudini

Sachen abholen bei der Reinigung um die Ecke, Zeitungen, danach erster Tagesschlaf.

Weiter in der ZEIT, auf Seite 32 den Artikel von Sophie Neukam über Biber. Wahnsinnig gern lese ich Artikel über den Biber und wie er in seinem sogenannten Wohnkessel wirtschaftet. Der »nasse Held« ist »das einzige Tier, das im Wasser lebt und das Geräusch von fließendem, platschendem Wasser nicht erträgt. Es löst immer wieder in ihm den Reiz aus, ein Leck zu finden und zu stopfen. Seine Mission ist es, eine volle Badewanne zu haben und keine, bei der der Stöpsel fehlt. Das Plätschern ist für ihn das Signal, dass sein Plan, Wasser zu stauen, schiefgegangen ist.«

🦫

In der SZ von heute Felix Stephan über den Streit von Elke Heidenreich mit der Redaktion des »Buchreports«, die für die Bestsellerliste ihr neuestes Buch von der Belletristik in die Kategorie Sachbuch umsortiert hatte. Zwei der Gründe: Heidenreich »habe ihre Texte um private Fotos ergänzt, was den nicht-literarischen Charakter des Buches unterstreiche« (haha), und sie habe »im Falle eines Textes über Bologna historische Fakten erwähnt, ›wie sie auch in einem Reiseführer stehen könnten‹, etwa das Gründungsdatum der Universität oder den Umstand, dass dort die Tortellini erfunden wurden« (hahahahaha).

Auf derselben Seite Lothar Müller über Friedrich Christian Laukhards Bericht der Kampagne in Frankreich, über das »Schicksal einer Invasionsarmee«: »Das Heer, dem er angehört, verbraucht beim Vormarsch wie beim Rückzug einen Großteil seiner Energie für die Selbsterhaltung.«

Baustellengraben vor der Haustür, »im Zuge der Stromhausanschluss-Erneuerung« (Aushang). Ich werfe den Kinderwagen sachte auf die andere Seite des Grabens und es kann losgehen:

Café Bohne
Rugenbarg 8
(Osdorf)

Espresso: €2,20.

Ich stelle die Tasse auf die Rückseite einer Hamburger Morgenpost und lese um die Tasse herum, wie Sky du Mont seine neue Freundin kennenlernte: »Beim Online-Interview hat es einfach Zoom gemacht«.
 


Was vom Tage 1 übrig blieb:
MalinaStories, Barmbek

Hamburg, 1. September 2022, 23:00 | von Paco

Aufwach: 6:30 Uhr.

Los geht’s.

🎶 Maria Antonietta: Abitudini

Wer Malina heißt, muss natürlich hier gewesen sein:

MalinaStories
Hellbrookstraße 61
(Barmbek)

Dort viele Karenzkolleg*innen mit noch kleineren Babys bei relativ üppigen Donnerstagsfrühstücks.

Espresso: €2,30.

Alles hyggelig vintage, mit der Tasse kommt ein kleiner güldener Löffel.

Ich hab 30 Minuten und lese erst mal das Exklusivinterview mit Franca Lehfeldt in der heute erschienenen ZEIT (Ausgabe 36/2022), nicht aus Interesse, sondern weil ich die ZEIT mal wieder von vorn nach hinten durchblättern möchte, und das Interview steht auf Seite 3.

Auf einer Schaukel am Schwalbenplatz schläfrig geschwungen.

Auf dem Wochenmarkt Hartzloh lachen knackfrische Delbarestivale in alle Richtungen.

Mittagsschlafphase eingeläutet mit der Arie »Schafe können sicher weiden« aus Bachs Jagdkantate, uraufgeführt 1713 im Jägerhof zu Weißenfels.

Schnell weiter lesen. In der heutigen SZ ein Interview mit Theresia zu ihrem neuen Roman »Auf See«, darin die interessante Frage: »Was ist denn eigentlich der Weltuntergang? […] Wo findet er statt und vor allem für wen?«

17:30 Essen kochen, im Hintergrund »Kultur heute«, ein paar Fetzen zur Donatello-Ausstellung in der Berliner Gemäldegalerie schaffen es durch das Küchengeklimper. Donatello, Erschaffer des Gattamelata! »The uncrowned king of the equestrian statue«, wie man in BBC-Englisch hinzufügen könnte.

🎶 Albrecht Schrader: Die Zukunft liegt verborgen

Dann White Noise und Schlafen, das ist erst mal alles.
 


Dickere Bücher weil »Verwesungspanik« (Sibylle Berg)

Berlin, 28. August 2022, 21:15 | von Paco

Ok, ein kleiner Beitrag aus unserer Materialsammlung zu einer Theorie des literarischen Textumfangs. Demnächst mehr dazu in unserem Aufsatz »Ein Quantum Literatur«, der bei Springer Nature erscheint (siehe auch unsere Sammlungen zu Hundertseitern und Tausendseitern).

Also, in der »Fest & Flauschig«-Folge »Im geheimen Unterwasser-Sexschloss von Sibylle Berg«, online gestellt am 14. Mai 2022, geht es zentral um Sibylle Bergs neuen Roman »RCE. #RemoteCodeExecution« (Kiepenheuer & Witsch 2022). Das Gespräch ab Minute 30:28:

Olli Schulz: Woher kommt das, dass irgendwann – muss ich echt mal fragen –, bei Schriftstellern und Schriftstellerinnen im Laufe der Zeit die Bücher immer dicker werden und man eigentlich… Ich erinnere mich noch an eines deiner ersten Bücher, »Der Mann schläft«, das deutlich dünner war… Weil man immer mehr Informationen hat, weil man immer mehr recherchiert, oder weil man immer mehr so’n Lebenswerk abliefern muss?

Jan Böhmermann: Oder Sibylle ist einfach mächtiger als der Lektor geworden.

Olli Schulz: Nee, ich finde – das ist wirklich mir aufgefallen –, dass deine Bücher mit der Zeit immer umfangreicher werden.

Sibylle Berg: Ja, das ist… Ich glaub, das ist Verwesungspanik. Dass du einfach dich versuchst irgendwie ans Leben zu krallen und »orrr, was ich euch unbedingt vor meinem Abgang noch sagen will«…

 


100-Seiten-Bücher – Teil 225
Peter Handke: »Wunschloses Unglück« (1972)

Berlin, 30. Mai 2021, 08:17 | von Paco

Innerhalb von zwei Wochen haben mir zwei Personen erzählt, dass Peter Handkes »Wunschloses Unglück« ihr absolutes Lieblingsbuch sei. Um klar zu machen, dass ich nicht trickse, möchte ich betonen, dass es sich um zwei unterschiedliche Personen handelt, die mir das auch unabhängig voneinander mitgeteilt haben.

Seitdem frage ich alle und jede, ob sie das Buch auch gelesen haben. Und alle und jede haben es gelesen. Oft vor 10 oder 20 Jahren zu Beginn der Studienzeit. Einige haben dann auf Masse weitere Handke-Bücher gekauft, und die Backlist ist ja wirklich gewaltig, viele-viele Hundertseiter sind darunter, aber keines der Handke-Bücher hatte je wieder diese Wirkung.

Da ich die Leute auch per SMS mit meiner Frage nerve, erreichte mich eben diese Antwort:

»Es ist das einzige Handke-Buch, das ich hier in meiner kleinen Bibliothek behalten habe, weil ich es als sein bestes und wirklich außerordentliches, ich möchte fast sagen, berührendes Werk in Erinnerung habe.«

Falls ich jemanden vergessen haben sollte zu fragen, bitte meldet euch.

Später werde ich über das alles Genaueres schreiben.

Länge des Buches: ca. 105.000 Zeichen (dt.). – Ausgaben:

Peter Handke: Wunschloses Unglück. Erzählung. 14. Auflage. Berlin: Suhrkamp 2019. S. 5–89 (= 85 Textseiten).

(Einführung ins 100-Seiten-Projekt hier. Übersicht über alle Bände hier.)


100-Seiten-Bücher – Teil 224
Doris Viersbeck: »Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens« (1910)

Moskau, 12. Mai 2021, 10:31 | von Paco

Gleich im ersten Absatz von Hedwig Richters neuem Buch »Aufbruch in die Moderne« wird ein anderes Buch zitiert, nämlich die »Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens«, erschienen 1910.

Geschrieben hat es Doris Viersbeck, die 1888 mit knapp 20 Jahren aus der holsteinischen Provinz nach Hamburg kam und dann bis etwa zur Jahrhundertwende bei verschiedenen Herrschaften in Stellung war.

Bis zu ihrer Verheiratung durchlief sie fünf Hamburger Haushalte und geriet dort jeweils an Gebieterinnen, die alle ein eigenes Kapitel bekommen:

  • 1. Frau Möller (die ihren Dienstboten gern wurmstichiges Obst anbietet und vor allem untersagt, bei der Arbeit zu singen).
  • 2. Frau Sparr (der schlimmste aller Drachen, das Dienstmädchen denkt am Ende sogar an Selbstmord).
  • (Ein zweimonatiges Intermezzo bei der netten Frau Behrens.)
  • 3. Frau Nielson (eigentlich freundlich, entpuppt sich aber nach dreieinhalb Jahren auch als boshaft).
  • 4. Frau Dähn (die beste Stelle, sie bleibt dort fünfeinhalb Jahre).

Es ist ein Hundertseiter par excellence, man liest ihn in einem Rutsch. Geradeaus und schnörkellos geschrieben, ab und zu angereichert mit angenehm verplapperten Anekdoten.

Doris Viersbeck monitort sowohl kleine als auch systemische Ungerechtigkeiten und kündigt im Zweifelsfall lieber, auch wenn sie das in einem Arbeitsfeld, in dem sehr viel vom jüngsten Dienstzeugnis abhängt, immer wieder in prekäre Situationen bringt: »Machen Sie mit mir, was Sie wollen, aber bleiben tu ich nicht« (zu Frau Sparr).

Was aus der Autorin nach 1910 geworden ist, weiß man (glaube ich) nicht. Ihr Lebensbericht hat als historische Quelle aber ein bisschen Karriere gemacht. Bei Hedwig Richter steht im Mittelpunkt der Ausbruch der Cholera-Epidemie 1892 in Hamburg, den beschreibt Viersbeck auf den Seiten 88 und 89 und diese Stelle hat mich dann auch sofort ins Buch gezogen.

Länge des Buches: ca. 203.000 Zeichen (dt.). – Ausgaben:

Doris Viersbeck: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. München: Reinhardt 1910. S. 1–103 (= 103 Textseiten).

(Einführung ins 100-Seiten-Projekt hier. Übersicht über alle Bände hier.)


100-Seiten-Bücher – Teil 210
James Noël: »Was für ein Wunder« (2017)

Zu Hause, 26. August 2020, 14:01 | von Paco

Zwischen dem Erdbeben in Lissabon am 1. November 1755 und dem Erscheinen von Voltaires Hundertseiter »Candide« vergingen knapp vier Jahre. Zwischen dem Erdbeben in Haïti am 12. Januar 2010 und dem Erscheinen von James Noëls Hundertseiter »Belle merveille« vergingen sieben Jahre. Dafür, dass das so lang gedauert hat, entschuldigt sich aber der Erzähler, Noëls Alter ego Bernard, im Buch pflichtschuldig (S. 21).

Der erdbebende Vielfraß, der »Goudougoudou Gourmand«, body count ca. 300.000, fand statt »an einem der schönsten Nachmittage, die eine Stadt so erleben kann« (S. 44). Schmetterlingswetter, sozusagen, und der Schmetterling ist auch die Leitmetapher des Buchs. Das Kürzel der Hauptstadt Port-au-Prince, PAP, wird nämlich zum »papillon«, mit einem sich hochschraubenden Schmetterling beginnt der Text, »Pap… pap… pap… papillon«.

Erstlingsroman eines Lyrikers, also gibt es auch einige stolzierend lyrische Wörter, die neapolitanische NGO-Freundin Amore wird in der Übersetzung zum »Mandelschnittenraubtierweib« (S. 31 und S. 114), es ist von einer »Weltuntergangszärtlichkeit« die Rede (S. 88), der in Port-au-Prince allgegenwärtige herumrieselnde Staub ist »kreolischer Schnee« (S. 101f.) und die Stadt Rom, in die der Erzähler als eine Art Erdbebentherapie einen längeren Ausflug unternimmt, »tibert vor sich hin« (S. 116)!

Länge des Buches: < 200.000 Zeichen (dt.). – Ausgaben:

James Noël: Was für ein Wunder. Roman. Übertragung aus dem Französischen und Vorwort von Rike Bolte. Trier: Litradukt 2020. S. 15–119 (= 105 Textseiten).

(Einführung ins 100-Seiten-Projekt hier. Übersicht über alle Bände hier.)