Der documenta-Hosenmann

Kassel, 16. Juni 2007, 17:35 | von Paco

Der Mann mit der roten Hose und dem Regenschirm verfolgte uns streckenweise durch den Gewächshauskomplex vor der Orangerie. Hier läuft er – in sicherer Distanz – bei einem Fotografier-Domino durchs Bild:

Der Mann mit dem Regenschirm

Er wollte uns offenbar etwas fragen. Wir hatten aber Angst vor ihm und wollten außerdem keinerlei Dinge beantworten, sondern das Gegenteil tun, nämlich lauschen. Das Bourdieu-Projekt Des Umblätterers (»Volksmundzitate in Museen«) musste vorangetrieben werden.

Wir konnten dem Hosenmann schließlich entfliehen, und setzten die Berichterstattung vor dem Fridericianum fort:

Fridericianum

Da gingen wir aber erst nicht hinein (und auch später nicht mehr), sondern bestaunten aus der Ferne das bezaubernde Siekmann-Kunstwerk, das den schönen Namen trägt »Die Exklusive. Zur Politik des ausgeschlossenen Vierten« (mehr hier):

Siekmann

Irgendwie trieb der Mohngeruch viel zu gewollt über den Friedrichsplatz, und dann sahen wir plötzlich den Hosenmann auf uns zukommen. Er wedelte mit seinem Regenschirm vor sich her. Wir machten kehrt und rannten davon und verließen Kassel so schnell wie möglich.

Es war trotz allem eine schöne documenta. Neben ein paar neuen Punkten auf der Bourdieu-Skala haben wir etwas Realitätsatmosphäre mitgebracht, mit der wir nun sämtliche documenta-Artikel im Feuilleton fairerweise abgleichen können.

Eine Reaktion zu “Der documenta-Hosenmann”

  1. Millek

    Was ist da los? So rote Hosen trägt doch sonst nur Dique.

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