Verlag Ille & Riemer wird 25

Leipzig, 18. März 2026, 18:15 | von Paco

Nach Gründung der GbR im Jahr 2001 erschien im Jahr darauf das erste Buch in diesem Leipziger Verlag, die Neuausgabe eines Trauerspiels von 1758, Joachim Wilhelm von Brawes »Der Freygeist«, herausgegeben von Jörg Riemer und mir.

Jörg ist einer von vier Verlagsgründern, sein Bruder sowie die Gebrüder Ille gehörten auch dazu. Mittlerweile haben sich alle aus dem sogenannten Tagesgeschäft zurückgezogen, Träger der GbR ist Markus R. Wiese.

Meine Erfahrung mit dem Verlag ist nun schon so, dass er der ideale Partner ist für gemeinsame Freizeitprojekte. Und dass eigentlich alles funktioniert, wie es soll. Früher wartete man wohl schon ein paar Wochen, bis ein Titel ausgeliefert wurde, aber diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile kommen die Bücher zappzarapp, und dann hat man sie.

Die beste Geschichte über den Verlag hat aber mit dem Nobelpreis für Peter Handke zu tun.

Nach den Kontroversen um die Preisvergabe veröffentlichte Henrik Petersen, der als externer Experte dem Nobelpreiskomitee für Literatur angehört, im »Spiegel« eine Stellungnahme, in der es hieß:

»Wer mehr darüber erfahren möchte, was Handke tatsächlich über Jugoslawien gesagt hat, dem empfehle ich Lothar Strucks Ausführungen in ›Der mit seinem Jugoslawien‹. Peter Handke im Spannungsfeld zwischen Literatur, Medien und Politik von 2013«.

Der Band ist jedenfalls im Verlag Ille & Riemer erschienen, und ich schickte damals den Link sofort an den Verlag mit dem Tipp, damit die Homepage zuzukleistern. Noch ein Jahr später war nichts in dieser Sache geschehen. Vielleicht nahm ich das Nobelpreiskomitee auch einfach zu ernst.

Irgendwann war es dann doch dort zu lesen, als eine von vielen Stimmen zum Band.

Bei Ille & Riemer erscheinen übrigens auch die »Schriften des Umblätterers«, bisher zwei Bände. Den Anfang machten 2017 die »Abenteuer im Kaffeehaus« von André Seelmann (nom de plume: Dique). Die Lesung, die wir beide im selben Jahr zusammen auf der Buchmesse hielten, war auch sehr gut besucht, und es blieb kein ausliegendes Exemplar unverkauft.

Der Rest war dann auch irgendwann vergriffen, denn am 22. Februar 2023 hielt Rainald Goetz eine Rede am Berliner Wissenschaftskolleg, und unter vielen anderen Dingen beklagte er zunächst, dass Carlos Spoerhases »Linie Fläche Raum« nicht mal mehr antiquarisch zu bekommen sei, und fuhr dann fort: »André Seelmann, Abenteuer im Kaffeehaus, auch nirgends mehr zu kaufen.«

Der Redetext wurde in der »Zeit« und im Suhrkamp-Band »wrong« gedruckt und führte dann auch dazu, dass es nun eine Neuauflage der »Abenteuer im Kaffeehaus« gibt, mit ein paar neuen Texten. Zu den Neuheiten gehört der Text über eine Begegnung mit Christian Kracht in Florenz. Letztes Jahr auf der Buchmesse in Leipzig lasen Dique und Josik u. a. diesen Text, mehr als 90 Zuhörer*innen wurden gezählt (ich weiß nicht, von wem).

Diesen Freitag, 20. März 2026, ab 20:00 Uhr, lesen Dique und Josik wieder abwechselnd aus ihren bei Ille & Riemer erschienenen und samt und sonders von San Andreas gestalteten Bänden: aus »Abenteuer im Kaffeehaus« sowie aus dem zweiten Band unserer Schriftenreihe, »100 superste 100-Seiten-Bücher«, der aus dem Hundertseiterprojekt entstanden ist.

Der Ort der Lesung könnte gelegener nicht sein, sehr mittig, nämlich schräg gegenüber vom Hauptbahnhof im Hotel Vienna House Easy (Goethestraße 11, 04109 Leipzig), Hotellobby im Erdgeschoss. Eintritt frei.

Am Tag darauf, Buchmessesamstag, 21. März 2026, ab 19 Uhr, liest Marc Degens am selben Ort aus seinem bei Ille & Riemer erschienenen Band »Eriwan«.

Der Verlag hat auch einen Stand auf der Buchmesse (Halle 5, Stand G201).

Liebe Illes, liebe Riemers, lieber Markus R. Wiese, danke und alles Gute zum 25. Verlagsjubiläum!
 

Eine Reaktion zu “Verlag Ille & Riemer wird 25”

  1. Lothar Struck

    Gerade erst gelesen. Meine Glückwünsche zum Jubiläum.

    Ohne Ille & Riemer und ohne Paco wäre mein Buch nie erschienen. Nochmals vielen Dank.

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