Joggen

Berlin, 28. März 2026, 14:30 | von Paco

Es war noch früh am Morgen, da passierte ich die Südspitze des Kracauerplatzes. Die dortige Baustelle sollte eigentlich schon Ende Januar fertig sein, aber der Kälteeinbruch hat alles nach hinten verschoben. Gerade an diesem Tag waren nach wochenlanger Pause wieder Bauarbeiter am Werk, und auf dem Baustellenradio lief megalaut »Die da!?!« von den Fantastischen Vier.

Ich hatte »DAS WETTER« unterm Arm, Ausgabe #37, und steuerte auf »Heller Kaffees« in der Sybelstraße zu (wochentags normalerweise ab 8:00 geöffnet!).

Hinsetzen, blättern, schauen, alles interessant, Seiten 37 bis 43, Gespräch zwischen Rainald Goetz (RG) und Leif Randt (LR).

  • LR: »Ich habe gefühlt noch nie einen gelungenen Verriss über meine Arbeit in einer Zeitung gelesen.« (challenge accepted)
  • RG: »[…] ich finde es wichtig, dass Bücher missverstanden werden.«
  • LR: »Ich bestehe auf kurze Bücher.« 💯
  • LR: »Joggen ist auf jeden Fall etwas, das die Perspektive auf alles erleichtert. […] Die Realität nach dem Sport ist die beste Realität, aber da muss man sich fast vor schützen, vor dieser Euphorie und dem Selbstbewusstsein nach dem Sport, […]«

Zwischendurch Anruf von Gabriel, dies das, und ob ich den Podcast mit Iris Radisch endlich gehört hätte, wie sie da Lukas Rietzschel in Grund und Boden verreißt. Hatte ich nicht und finde generell »Zeit«-Podcasts, nun ja, »Hund oder Katze?«, etwas schwierig.

Dann Nachricht von Josik aus München, der auf der Leopoldstraße folgenden Satz overheard hat:

»Der will bei seinem Junggesellenabschied mit uns Go Kart fahren, das ist doch einfach so langweilig.«

Zurück zum Thema Joggen, sehr gutes Feature von Katharina Teutsch auf Deutschlandfunk Kultur (»Das Leben ist eine Mutter, die Luftballons zerstört«). Darin sagt Helene Hegemann:

»Joggen hat so begonnen Ende der 70er, Anfang der 80er, plötzlich rannten alle wie irre und man dachte: WARUM? Das war so ein Trend, aber, eigentlich glaube ich am ehesten, eine Reaktion auf eine politische Handlungsunfähigkeit, weil das einzige, was du kontrollieren kannst, der einzige Bereich, den du kontrollieren kannst, der übrig bleibt, dein eigener Körper ist.« (18:00 mins. in)

Randt, Hegemann, und nun gehe ich vielleicht auch einfach eine Runde Joggen im Grunewald? Einfach an der Havel entlang Richtung Schwanenwerder?
 

Eine Reaktion zu “Joggen”

  1. Tugendhat kein Alter

    Vgl.:

    HELENE HEGEMANN: „Ich konnte am besten schreiben, wenn’s mir extrem gut ging und ich morgens joggen war, da braucht man, glaub ich, gar nicht diesen Leidensdruck …“

    HARALD SCHMIDT: „Jetzt nimmst du mich auf den Arm … Du gehst joggen?“

    PUBLIKUM (lacht).

    HARALD SCHMIDT: „Ja, entschuldige mal … Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass …“

    HELENE HEGEMANN: „Ich finde es, ich weiß auch nicht aus was für Gründen genau, aber ich glaube, hätte ich einen See in der Nähe, würde ich rudern gehn, es geht ja nur um dieses Dannkörperlichsoausgeglichensein, dass man schreiben kann, ohne da rumzuzappeln auf seinem Stuhl.“

    ARD, 11. Februar 2010

    Link: https://youtu.be/hEYnvdGkYhg?t=301

Einen Kommentar schreiben