Der Koffer

Leipzig, 16. August 2012, 13:45 | von Paco

Man kann doch so ein regelmäßiges 65537-Eck einfach mal konstruie­ren, muss sich Johann Gustav Hermes gedacht haben. Am 4. November 1879 legte er los. Zehn Jahre später war er dann soweit. Er ließ einen passenden Koffer anfertigen, verstaute das Papierkonvolut darin und gab das Ganze an die Universität Göttingen, wo es bis heute aufbe­wahrt wird.

Ich glaube, es war im Sommersemester 1998, als ich zum ersten Mal von diesem sagenumwobenen Göttinger Koffer hörte. Herbert Kästner hat kurz von ihm erzählt, in seinen Vorlesungen im alten Seminar­gebäude der Uni Leipzig. Seitdem bin ich diesem Mysterium immer mal wieder begegnet, und immer klang die zugehörige Anekdote ein bisschen anders.

Neulich lief ich dann Herbert Kästner, der übrigens gerade auch eine Bibliografie der Insel-Bücherei herausgegeben hat, wieder über den Weg. Nebenbei kamen wir auf den Koffer zu sprechen, und da ich ein paar Tage später sowieso in Göttingen war, verabredete ich mich am Mathematischen Institut in der Bunsenstraße mit den Proff. Brüdern und Schick, die den Koffer ausnahmsweise mal wieder hervorholten.

Die ganze Geschichte steht in der heute erschienenen Ausgabe der »Zeit«, Seite 33. Die auratischen Fotos stammen von Christian Malsch.

Artikel über den Hermes-Koffer aus der ZEIT

Corrigendum:

Folgende Fehler / die sich im Dru- / cken eingeschlichen / beliebe der / geneigte Leser ohnbeschwehrt / zu verbessern.

  • Im Text fehlen drei Wörter, es muss natürlich heißen: »(…), dass ein regelmäßiges n-Eck mit primer Eckenzahl genau dann nur mit Zirkel und Lineal konstruierbar ist, (…)“ – Online ist der Fehler korrigiert. Dank an T. D., J. D., W. L., R. H.

Und noch ein paar Kontextlinks:


 

Eine Reaktion zu “Der Koffer”

  1. Bernie

    Ich bin begeistert – vom Artikel und von der Tatsache, dass es noch Artikel gibt, die wenig bis gar keine Wutkommentare hervorrufen. :)

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