Datenbanksysteme

Hamburg, 17. Juli 2014, 12:30 | von Dique

Paco und ich haben ja in Leipzig Informatik studiert, und so sah das aus:

mdr-Screenshot

Wie man an Pacos Norwegerpulli erkennt (hehe), war das offenbar ein Wintersemester, ich tippe auf 1999/2000, und soweit ich mich erinnere, sind wir auf dem mdr-Screenshot in einer Datenbank­vorlesung bei Prof. Rahm zu sehen.

Prof. Rahm zitierte in seinen Datenbankbüchern auch gern mal Kant und hatte einen Assistenten namens Dr. Sosna, dem wir ausnahmslos alle huldigten, etwa indem wir bei den praktischen Übungen im Sunpool immer Passwörter wie dieter1, dieter2 usw. benutzten.

Soweit mal ein Gruß aus dem Archiv. Auf die Idee, ein paar alte Festplatten zu durchforschen, kam ich natürlich, als Paco neulich von Rainald Goetz und der Sonderermittlersau schrieb. Bitte untersucht auch ihr eure alten »Kisten« (Miroslav Klose) und berichtet, was ihr vorfindet.

Danke und viele Grüße,
Dique
 

Vossianische Antonomasie (Teil 75)

Berlin, 9. Juli 2014, 09:45 | von Miroljub

 

  1. der Durs Grünbein der neuen Musik
  2. der Karl Valentin der heimischen Künstlerszene
  3. die Angela Merkel der CSU
  4. der Boris Entrup der Kuhpflege
  5. die Leni Riefenstahl der Performance

Dank an @goncourt für #374!

 

Vossianische Antonomasie (Teil 74)

Berlin, 8. Juli 2014, 09:49 | von Miroljub

 

  1. der Lionel Messi der Grill-Modelle
  2. der Messi der Dreißigerjahre
  3. der Lionel Messi der Feuerwerkskunst
  4. der Lionel Messi der Late Night
  5. der Lionel Messi der Song-Dynastie

 

Vossianische Antonomasie (Teil 73)

Berlin, 7. Juli 2014, 09:38 | von Miroljub

 

  1. der Messi der lateinamerikanischen Literatur
  2. der Lionel Messi der Mittelfeldspieler
  3. der Lionel Messi der Intrige
  4. der Lionel Messi der Bankenwelt
  5. der Messi der Literatur

 

Vossianische Antonomasie (Teil 72)

Berlin, 6. Juli 2014, 10:27 | von Miroljub

 

  1. der Uli Hoeneß der deutschen Rockszene
  2. der Wayne Rooney der Zweiten Liga
  3. der Zinedine Zidane der Schweiz
  4. der Ernst Happel der Leichtathletik
  5. die Jennifer Aniston des Weltfussballs

 

Vossianische Antonomasie (Teil 71)

Berlin, 5. Juli 2014, 10:18 | von Miroljub

 

  1. der Cristiano Ronaldo der österreichischen Innenpolitik
  2. der Maradona der nigerianischen Politik
  3. der Otto Rehagel der Politik
  4. der Wayne Rooney der Musik
  5. der Zinedine Zidane der Ökologie

 

Vossianische Antonomasie (Teil 70)

Berlin, 4. Juli 2014, 12:59 | von Josik

 

  1. der polnische Thomas Pynchon
  2. der Proust des Plattenbaus
  3. der Karl Heinrich Waggerl des digitalen Zeitalters
  4. der Gernot Hassknecht der Bloggerszene
  5. der Lucke der CSU

 

Rainald Goetz zum Sechzigsten (nachträglich):
Die Sonderermittlersau

Auf dem Land, 1. Juli 2014, 17:03 | von Paco

30? Okay. 40? Okay. 50? Wooaaaw! Okay. Aber 60? Man wird doch nicht 60, Rainald Goetz wird doch nicht 60! Aber gut, »warum soll er nicht auch mal sechzig werden?«

Da ich schon mal zu einem anderen Betriebsjubiläum was geschrieben hatte, sollte ich auch diesmal einen Gratulationstext schreiben, aber dann lief Ende Mai gerade die Rhabarberernte auf Hochtouren und ich musste raus und mit helfen.

Jetzt gerade fiel mir das wieder ein und ich schaute mit einem bisschen find und grep -Hirn über den Archivdateien der letzten 20 Jahre einfach mal nach, was sich so alles anfand. Und am besten gefielen mir gleich die periodischen Backups, die ich damals 1998/99 mehr oder weniger täglich von »Abfall für alle« gewgettet hatte. Das Schöne daran war, dass man so nachverfolgen konnte, was Goetz nachträglich geändert hatte, und ich sah also mal ein paar DIFFs durch und das hier war gleich wieder super, Eintrag vom 19.11.98:

[URSPRÜNGLICHE VERSION]
1842. Auf CNN redet Starr, seinen Sonderermittlertext, die Selbstrechtfertigung eines Gerechten. Und auch der wird seine Hölle finden. IMPEACHMENT HEARINGS, live.

[ÜBERARBEITETE VERSION]
1842. Auf CNN redet Starr, die Sonderermittlersau. IMPEACHMENT HEARINGS, live.

Kenneth Starr, wer kennt ihn noch?, war der Ermittler in Sachen Lewinskyaffäre. Und Goetz verkürzt hier aufs Schönste seinen Gedanken. Im gedruckten »Abfall für alle«, sehe ich gerade, steht leider wieder die ursprüngliche Version, Seite 743. Keine Sonder­ermittlersau mehr. Und auch keinerlei Erwähnung dieses seltenen Tiers bei Google oder Google Books. Das muss sich ändern und ich präsentiere hiermit der Weltöffentlichkeit ein echtes Goetz’sches Dichterwort, das sonst in den Untiefen der Schriftstellerüberarbei­tungen verloren geblieben wäre: eben die Sonderermittlersau.

Und die Idee ist sowieso, mal die ganzen damals gezogenen Dateien durchzugehen und was »Zum Überarbeitungsprozess im Œuvre des Rainald Goetz« zu machen. Aber jetzt beginnt erst mal die Getreideernte und ich muss wieder mit raus aufs Feld. Alles Gute, Rainald Goetz, nachträglich, zum sozusagen Sechzigsten!
 

Auf einmal

St. Petersburg, 25. Juni 2014, 22:04 | von Paco

Ach, Mann. Also okay. Der interessante Jakob-Augstein-Artikel »Wir töten, was wir lieben« war knapp zwei Jahre lang online. Doch auf einmal, in den Morgenstunden des vergangenen Freitags, hat ihn jemand von der Website freitag.de genommen (im Google-Cache wurde er mittlerweile auch überschrieben). Am selben Tag kurz davor hatten wir hier im Umblätterer die besten Stellen daraus zitiert, die zufällig mit denen des offiziellen Nachrufs des Print-»Spiegels« von letzter Woche mehr oder weniger übereinstimmten.

Irgendwo anders im Netz wurde Augstein daraufhin ein Eigenplagiat vorgeworfen. Davon distanzieren wir uns sehr, erstens, weil wir den Begriff des Eigenplagiats letztlich für unsinnig halten, und zweitens, weil in diesem Fall allein der Print-»Spiegel« und niemand anderes entscheiden muss, ob er so was haben will. Ansonsten ist diese Diskussion eigentlich vollkommen uninteressant. Eigentlich. Denn was hinwiederum dann doch sehr interessant ist: Die sofortige Sperrung des Artikels auf freitag.de, die sieht nun wirklich nach dilettantischem Spurenverwischen aus.

Dabei war es übrigens so, dass direkt nach Schirrmachers immer noch unfassbarem Tod auf der freitag.de-Startseite gestanden hat: »Frank Schirrmacher ist gestern im Alter von 54 Jahren gestorben«, um dann mit der Aufforderung fortzufahren: »Aus diesem Anlass lesen Sie noch einmal das Porträt, das Jakob Augstein im Jahr 2012 über den FAZ-Herausgeber schrieb« (vgl. Facebook – bitte wenigstens diesen Teaser im Netz lassen, danke!). Eben jenes Porträt, das dann kurze Zeit später von der Website verschwand. Noch mal durchgelesen hatte sich dieses Porträt beim »Freitag« aber anscheinend auch keiner mehr, stand dort doch wahrhaftig der Satz drin: »Thomas Steinfeld wird von nun an immer der Schirrmacher-Mörder sein.« Autsch.

Trotzdem ist Augsteins Text nach wie vor interessant zu lesen, und nun fragen wir so wie einst Robinson Crusoe seinen Inselkumpanen: »FREITAG, where is your Netzkompetenz?« Um dann fortzufahren: »Wir wollen unseren Text zurück!« Diese Adresse soll nie wieder ins Leere zeigen! Zur Erinnerung für die Verantwortlichen, es handelt sich um diesen Text:

Teaser Freitag

So. Normalerweise interessieren uns Follow-up-Diskussionen nicht, weil der Umblätterer ein Retail Store ist, der Texte unter Ausschluss sämtlicher Garantien an Endverbraucher vermittelt. Aber nachdem hier jetzt Dutzende Leute immer wieder verbissen nachfragen, wo der Augstein-Text hin ist, kommt diesmal ausnahmsweise doch was nach, und außerdem wollen wir ja ebenfalls den Text zurück.

Und ab jetzt gilt wieder: Ceci n’est pas un Medienblog.
 

Tropical Heat

Hamburg, 22. Juni 2014, 15:00 | von Dique

Eigentlich (eigentlich, hehe, was für ein schönes Wort immer wieder), eigentlich wollte ich kurz was zu Rainer Karlschs herrlichem, sehr Borges-esque geschriebenem Doppelseitenartikel über Hans Kammler in der letzten FAS schreiben, aber dann lese ich gerade dieses endgeile Buch von Robert G. Hagstrom, ein Investor und mir bekannt als einer der besten Autoren über den Investing-Style von Warren Buffett, mit seinem Buch »The Warren Buffett Way«.

Nun also bin ich grad an »Investing: The Last Liberal Art«, und wie der Titel vermuten lässt, setzt Hagstrom Investing in den Kontext verschiedener Wissens- und Wissenschaftsfelder. Das ist sehr schön und ein bisschen wie »Sofies Welt« in gut. Ein Gang durch verschiedene Wissensgebiete (Evolutionsbiologie, Mathematik etc.) und dann schlägt er immer den Bogen zum Investing. Jetzt berichtet er gerade von John Allen Paulos, und das passt ziemlich gut zu dem ongoing Thema THE TWO CULTURES, der hat Bücher geschrieben wie »A Mathematician Reads the Newspaper« oder »Once Upon a Number: The Hidden Mathematical Logic of Stories«, also so Mashups der ZWEI KULTUREN, wie man sie nur lieben kann.

Aber okay, und à propos, wisst ihr noch, wie damals so Ende der Neunziger unser Freund Tropical-Heat-Barthel den Vorschlag, jemandem ein Buch zu schenken, abwehrte mit dem Satz: »Ja, gute Idee, aber das ist so ein veraltetes Medium, wer will das schon haben«? – Dieser Satz erweist sich immer mehr als visionär. Hier in Hamburg liegen ständig überall aussortierte Bücher zum Mitnehmen herum. Auf den Fensterbänken im Treppenhaus, in Kartons vor Haustüren, gestapelt in irgendwelchen Unterständen. Die Leute wollen die Dinger einfach loswerden. Tropical-Heat-Barthel war also in den Neunzigern ein absoluter Visionary.