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	<title>Der Umblätterer</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
	<lastBuildDate>Mon, 14 May 2012 19:50:07 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
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		<title>100-Seiten-Bücher – Teil 23 Robert Louis Stevenson: »Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde« (1886)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 19:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Baumanski</dc:creator>
				<category><![CDATA[100 Seiten]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Robert Louis Stevensons »Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde« ist geradezu ideal für die gut vierstündige Fahrt von Edinburgh nach London, von der Geburtsstadt des Autors zum Handlungsort. Ich nehme das Buch zwar erst in Newcastle zur Hand, aber das dürfte immer noch locker reichen. »Jekyll und Hyde« ist natürlich ein Überklassiker, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Robert Louis Stevensons »Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde« ist geradezu ideal für die gut vierstündige Fahrt von Edinburgh nach London, von der Geburtsstadt des Autors zum Handlungsort. Ich nehme das Buch zwar erst in Newcastle zur Hand, aber das dürfte immer noch locker reichen.</p>
<p>»Jekyll und Hyde« ist natürlich ein Überklassiker, den Inhalt kennen selbst Leute, die ein Buch nicht richtig herum aufschlagen können. Unzählige Male wurde die Geschichte adaptiert, kopiert, verfilmt oder im »Lustigen Taschenbuch« mit Enten neu besetzt.</p>
<p>Stevensons Novelle verbindet den wohligen Grusel der klassischen Gothic Fiction mit dem angenehmen Fluss viktorianischer Prosa und der Übersichtlichkeit eines Hundertseiters. Dieser Text hat das Klischeebild von Londons dunklen und nebligen Strassen geprägt wie sonst höchstens noch die Werke von Arthur Conan Doyle. Der Nebel liegt, rollt, schläft über der Stadt, hebt sich und senkt sich und bildet auch mal eine »foggy cupola«.</p>
<p>Das Ganze wird allenfalls dadurch ein bisschen getrübt, dass man, wie gesagt, die Auflösung schon kennt, bevor der völlig verwirrte Utterson endlich die beiden Briefe öffnen darf. Wie dem auch sei: Eine halbe Stunde vor London ist das Buch durchgelesen und am Bahnhofs&shy;ausgang bin ich schon fast ein bisschen enttäuscht von der klaren und nebelfreien Nacht.</p>
<div style="background-color:#FFFACD;border:1px solid;padding:8px;"><small>Länge des Buches: ca. <b>140.000 Zeichen</b> (engl.). – Ausgaben:</p>
<p>Robert Louis Stevenson: <i>Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Erzählung.</i> Aus dem Engl. von Marguerite und Curt Thesing. Zürich: Diogenes <b>1996</b>.</p>
<p>Robert L. Stevenson: <i>Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Erzählung.</i> Aus dem Engl. übers. von Hermann Wilhelm Draber. Leipzig: Reclam <b>2001</b>.</p>
<p>Robert Louis Stevenson: <i>Der seltsame Fall von Dr. Jekyll und Mr. Hyde.</i> Aus dem Engl. von Grete Rambach. Frankfurt am Main; Leipzig: Insel-Verlag <b>2004</b>.</p>
<p>(Einführung ins 100-Seiten-Projekt <b><a href="/2011/04/11/100-seiten-projekt/">hier</a></b>. Übersicht über alle Bände <b><a href="/100-seiten/">hier</a></b>.)</small></div>
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		<title>Aktuelle Roaming-Tarife der deutschen Presse</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 20:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcuccio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
		<category><![CDATA[Die Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Die Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[FAS]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute: Polen. Bei Empik (Kraków, Rynek Główny 5) im Angebot: die FAS für 17 Zł / 4,20 € die WamS für 19 Zł / 4,60 € die »Zeit« vom Donnerstag letzter Woche: 25,50 Zł / 6,20 € der »Spiegel« vom Montag dieser Woche: 29 Zł / 7,10 € Immerhin: Die Sonntagszeitungen werden hier endlich mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute: Polen. Bei Empik (Kraków, Rynek Główny 5) im Angebot:</p>
<ul>
<li>die FAS für 17 Zł / 4,20 €</li>
<li>die WamS für 19 Zł / 4,60 €</li>
<li>die »Zeit« vom Donnerstag letzter Woche: 25,50 Zł / 6,20 €</li>
<li>der »Spiegel« vom Montag dieser Woche: 29 Zł / 7,10 €</li>
</ul>
<p>Immerhin: Die Sonntagszeitungen werden hier endlich mal wie Wochenzeitungen behandelt und bleiben die ganze Woche im Regal.</p>
<p>Viele Grüße,<br />
Marek<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Wahrheit</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 20:02:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ungefähr bei Minute 3 Sekunde 3 ihrer aufgezeichneten Nobelpreis&#173;rede sagt Elfriede Jelinek laut und deutlich: »Wie soll der Dichter die Wahrheit kennen«, obwohl im österreichischen Originaltyposkript der Nobelpreisrede hier ganz klar steht: »Wie soll der Dichter die Wirklichkeit kennen« (›reality‹, in den englischen Untertiteln des Videos). Elfriede Jelinek hat sich also in ihrer Nobelpreisrede an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ungefähr bei Minute 3 Sekunde 3 <a href="http://www.nobelprize.org/mediaplayer/index.php?id=721">ihrer aufgezeichneten Nobelpreis&shy;rede</a> sagt Elfriede Jelinek laut und deutlich: »Wie soll der Dichter die Wahrheit kennen«, obwohl <a href="http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/2004/jelinek-lecture-g.html">im österreichischen Originaltyposkript</a> der Nobelpreisrede hier ganz klar steht: »Wie soll der Dichter die Wirklichkeit kennen« (›reality‹, in den englischen Untertiteln des Videos). Elfriede Jelinek hat sich also in ihrer Nobelpreisrede an dieser Stelle einfach ein bisschen verhaspelt, und warum auch nicht.<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>W Punkt</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2012/05/01/w-punkt/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 21:29:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Austin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunstkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue Nationalgalerie, 1. Mai, später Nachmittag. Gerhard-Richter-Ausstellung. Vor dem Bild »Wiesental«. Sie: Das ist ja ein ganz idyllisches Bild. Er: – Sie: Ganz idyllisch. Er: Das kommt aus dem MoMA. Sie: Ach. Ja! Er: – Sie: Haben wir das da gesehen? Er: Weiß nicht. Sie: – Er: Weißt du, für was das W. in Theodor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><i>Neue Nationalgalerie, 1. Mai, später Nachmittag. Gerhard-Richter-Ausstellung. Vor dem Bild »Wiesental«.</i></p>
<p><span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Das ist ja ein ganz idyllisches Bild.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: –<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Ganz idyllisch.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: Das kommt aus dem MoMA.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Ach. Ja!<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: –<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Haben wir das da gesehen?<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: Weiß nicht.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: –<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: Weißt du, für was das W. in Theodor W. Adorno steht?<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Nein.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Er</span>: Wiesental.<br />
<span STYLE="font-variant:small-caps;">Sie</span>: Ach. Dann ist da ja auch schon wieder ein doppelter Boden.<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der oder die Ponte Molle? — Erneute Schlacht an der Milvischen Brücke</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2012/04/29/ponte-molle/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 17:30:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcuccio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kunstkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkrtek]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche in Frankfurt, das Städel ist auch an einem stinknormalen Werktag bestens besucht und gebucht: Kinderkreativklassen, Klapp&#173;hockerseniorinnen und bejeansrockte Kunstgeschichtsstudentinnen. Und plötzlich diese ungeheuerliche Entdeckung: Haarscharf an der Grenze zwischen Sachbeschädigung und Wandfriedensbruch hat irgendjemand in einen Exponattext der großartigen Claude-Lorrain-Ausstellung hineinredigiert. Genauer gesagt: Am Gemälde »Hirtenlandschaft mit der Ponte Molle« hat er oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche in Frankfurt, das Städel ist auch an einem stinknormalen Werktag bestens besucht und gebucht: Kinderkreativklassen, Klapp&shy;hockerseniorinnen und bejeansrockte Kunstgeschichtsstudentinnen. Und plötzlich diese ungeheuerliche Entdeckung: Haarscharf an der Grenze zwischen Sachbeschädigung und Wandfriedensbruch hat irgendjemand in einen Exponattext der <a href="http://erhard-metz.de/2012/02/03/ein-meister-und-einzelganger-in-rom-claude-lorrain/">großartigen Claude-Lorrain-Ausstellung</a> hineinredigiert.</p>
<p>Genauer gesagt: Am Gemälde <a href="http://www.bmagic.org.uk/objects/1955P111/images/135908"><b>»Hirtenlandschaft mit der Ponte Molle«</b></a> hat er oder sie mit einem Kugelschreiber handschriftlich Korrekturen in die Exponatbeschriftung eingebracht:</p>
<p>Das ›der‹ vor »Ponte Molle« wurde mit blauer Kuli-Farbe durch&shy;gestrichen, darüber steht jetzt besserwisserisch ›dem‹. Also: <b>»Hirtenlandschaft mit dem Ponte Molle«</b>.</p>
<p>Trotz der geringen Differenz zwischen Kuli- und Exponattafelblau sticht die Geschlechtsumwandlung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milvische_Br%C3%BCcke">Milvischen Brücke</a> ziemlich deutlich ins Auge. Grammatikalisch übrigens korrekt, denn italienisch <i>ponte</i> ist Maskulinum. Nur: Diese Genus-Diskrepanz zu bemerken ist das eine. Sie handschriftlich am Objekt zu vermerken das andere. Daher die Frage:</p>
<p><b>Wer macht sowas?</b></p>
<p>Wer trägt, 1700 Jahre danach, eine Genus-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_an_der_Milvischen_Br%C3%BCcke">Schlacht an der Milvischen Brücke</a> aus? Und kritzelt in die Exponatbeschriftung im Städel hinein?! Hier einige mögliche <b>Täterprofile</b> (aus gegebenem Anlass bitte keine Variante vorschnell ausschließen):</p>
<p>1) Man könnte graphologisch anfangen: Die Kuli-Striche wirken ziemlich krakelig – das ließe auf betagtere Hände schließen. Womöglich ein <b>Altphilologe</b>, der jede ihm unterkommende Nicht-Kongruenz von Genus, Numerus und Kasus zwar schon zitternd, aber immer noch reflexartig mit dem Korrekturstift ahndet? Und sich als Bekennerslogan ein <i>in hoc signo vinces</i> in den Bart murmelt?</p>
<p>2) Man könnte auch medienverhaltenskundlich argumentieren (etwa mit Kittler: die Medien programmieren die Menschen) und das Ganze als <b><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbersprungbewegung">Übersprunghandlung</a> eines <i>digital native</i></b> interpretieren, der Museen bislang nur von Google Art kannte und nun seine ersten Gehversuche in analoger Umgebung unternahm. Für ihn wäre es völlig legitimes User-Verhalten, den Hinweis auf das falsche Geschlecht von Ponte Molle sofort an Ort und Stelle anzubringen. Und ja, die ostentative Fehlerkultur vieler <b>Blogger</b> würde es sogar direkt vorsehen, dass das Städel sein Exponat-Schildchen für die letzten Lorrain-Ausstellungstage jetzt nochmal neu bedruckt, und zwar so:</p>
<blockquote><p>»Claude Lorrain (1600 oder 1604/05–1682): Hirtenlandschaft mit <strike>der</strike> dem Ponte Molle (1645).«</p></blockquote>
<p>3) Man könnte einen <b>translationswissenschaftlich motivierten Triebtäter</b> vermuten: Bei Übernahmen fremdsprachlicher Begriffe in die Zielsprache wäre das grammatische Geschlecht in der Ausgangs&shy;sprache zu belassen. Man hat im Städel bei der ursprünglichen Exponatbeschriftung eben tatsächlich bigott gehandelt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exonym_und_Endonym">endonymisch</a> ›Ponte Molle‹ geschrieben, aber (siehe falsches Genus) offensichtlich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exonym_und_Endonym">exonymisch</a> ›Milvische Brücke‹ gedacht. Eventuell wurde hier also ein in seiner Ehre gekränkter Übersetzer exponattafelübergriffig, weil er auf ein echtes Problem seines Berufsstandes aufmerksam machen wollte? Über die Filmbranche spricht jeder. Von den Synchronisationsproble&shy;men deutscher Exponatbeschriftungen hört man wenig.</p>
<p>4) Last but not least könnte man den handschriftlichen Eingriff in die Bildlegende als performativen Akt lesen, ja vielleicht sogar als <b>Gruß zum 50. Geburtstag von »How to Do Things With Words«</b> (das Buch von J. L. Austin, 1962)? Dann wäre ein simpler Sympathisant der Sprechakttheorie am Werk gewesen: Schau her, wie meine Worte Taten sind.</p>
<p>Im Grunde aber ist, um auf die Sachebene zurückzukommen, die Frage nach dem richtigen oder falschen Genus von Ponte Molle im Deutschen ähnlich gelagert wie:</p>
<p><b>Das Latte-Macchiato-Problem</b></p>
<p>Trink ich jetzt Milchkaffee oder Kaffeemilch, fragt sich der Hipster angesichts seines Heißgetränks im Glas, dessen Image hierzulande ein wenig arg in die Rucola-Bärlauch-Bionade-Falle abgerutscht ist. Auf Italienisch wäre der Fall eindeutig; man trinkt eine mit Kaffee befleckte <i>Milch</i>. (Ein <i>caffè macchiato</i> hingegen käme in einer Espressotasse daher und enthielte maximal einen Teelöffel Milchschaum, wäre also ein mit Milch bekleckster Kaffee.) Auf Deutsch bestellen die meisten Latte-Macchiato-Trinker vom Genus her trotzdem eher einen Kaffee mit Milch als eine Milch mit Kaffee. Das muss man als Mehrheitssprech genauso tolerieren wie das so genannte Deppenapostroph, das übrigens auch im Städel zuhause ist: Vgl. das <a href="http://www.meyer-frankfurt.de/de/holbeins.php?pageid=70">Holbein’s</a>. Am Ende lebt Sprache demokratisch, der Rest ist Distinktion.</p>
<p><b>Und zum Schluss doch noch ein Geständnis:</b></p>
<blockquote><p><small>»›Euch darf ich&#8217;s wohl gestehen‹, sagte er, – ›<a href="http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/goethe-italien/rom/rom-in-alten-ansichten/goethe-zeichnungen.html">seit ich über den Ponte molle heimwärts fuhr, habe ich keinen rein glücklichen Tag mehr gehabt</a>.‹« – Goethe (angeblich)</small></p></blockquote>
<p>Goethe, genau, hätte im Grunde ein astreines Täterprofil: Er verwendet Ponte Molle im Maskulinum! Er ist bezeugter Claude-Lorrain-Fan (»die Bilder haben die höchste Wahrheit, aber keine Spur von Wirklichkeit«), hätte die Ausstellung also bestimmt besucht. Und er war zur Tatzeit sogar im Haus. Aber das ist zugleich sein Alibi: Mit seinen <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Johann_Heinrich_Wilhelm_Tischbein_007.jpg">zwei linken Füßen</a> konnte er vom Städel-Saal mit der Ordnungsnummer 1 unmöglich den ganzen weiten Weg in die Sonderausstellung herübergehinkt sein!<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vossianische Antonomasie (Teil 24)</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2012/04/26/vossianische-antonomasie-teil-24/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 06:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcuccio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Vossianische Antonomasie]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; der Homer der Insekten der Luke Skywalker des Islam der Marcel Reich-Ranicki der Kleingärtner der David Hasselhoff des politischen Raums der Rimbaud der Tour de France &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<ol start="116">
<li>der Homer der Insekten <!-- DRadio über Jean-Henri Fabre --></li>
<li>der Luke Skywalker des Islam <!-- Osman I., laut Rüdiger Suchsland, Telepolis, 19.4.2012 --></li>
<li>der Marcel Reich-Ranicki der Kleingärtner <!-- Herbert Wendt, im Original mit Anführungszeichen um "MRR", aus dem Wolfenbütteler Schaufenster, laut HohlSPIEGEL, via Benjamin Küchenhoff --></li>
<li>der David Hasselhoff des politischen Raums <!-- Matthias Dell über Joachim Gauck --></li>
<li>der Rimbaud der Tour de France <!-- Charly Gaul, laut Roland Barthes, Mythologies --></li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Was ist nur aus der NZZ geworden!</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2012/04/21/was-ist-nur-aus-der-nzz-geworden/</link>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 13:46:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Josik</dc:creator>
				<category><![CDATA[NZZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, an dem auch nicht das allerwinzigste Druckfehlerchen sich einschleichen darf, dann sind es natürlich Anagramme, da ja andernfalls der ganze Witz krepiert. Vorgestern hat die NZZ in einer kurzen und sehr launigen Sammelrezension einen ganzen Haufen Anagramme zitiert bzw. gelobt: Barry Heck / Harry Beck und Hyde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn es <i>einen</i> Ort auf der Welt gibt, an dem auch nicht das allerwinzigste Druckfehlerchen sich einschleichen darf, dann sind es natürlich Anagramme, da ja andernfalls der ganze Witz krepiert. Vorgestern hat die NZZ <a href="http://www.nzz.ch/magazin/buchrezensionen/im-buchstabenrausch_1.16515617.html">in einer kurzen und sehr launigen Sammelrezension</a> einen ganzen Haufen Anagramme zitiert bzw. gelobt:</p>
<p><i>Barry Heck / Harry Beck</i> und <i>Hyde Park Corner / Prerecord Hanky</i> sind tatsächlich sehr lustig, <i>Lichtenrade / Hitler Dance</i> ist unfassbar großartig, <i>Europa anagrammiert / an Ego-Primärtrauma</i> ist eine Spitzenleistung und <i>Le marquis de Sade / démasqua le désir</i> ist wirklich der absolute Hammer. Sogar <i>Charlottenburg / Burg Rattenloch</i> ist, obwohl die Burg unverändert bleibt, noch sehr originell.</p>
<p>Bei <i>Lancester Gate / Castrate Angel</i> aber gehen die Schwierigkeiten schon los. Offensichtlich lassen die Abschreibequalitäten der NZZ hier zu wünschen übrig: Aus <i>Lancester Gate</i> könnte logischerweise allenfalls <i>Castrate Engel</i> werden, aber zum Glück heißt es ja im Original: <i>Lancaster Gate</i>.</p>
<p>Gleich einen ganzen Zacken problematischer wird es nun bei diesem Anagramm, so wie die NZZ es zitiert: <i>La gravitation universelle / La vitale régnant sur la vie</i>. Man sieht auf den ersten Blick, dass in <i>La gravitation universelle</i> nur drei Mal der Buchstabe A vorkommt, hingegen in <i>La vitale régnant sur la vie</i> vier Mal. Hier wird also einfach ein A eingeschmuggelt, wo doch eigentlich noch die Buchstaben I und O übrigbleiben. Selbstverständlich hätte das Anagramm zu lauten: <i>Loi vitale régnant sur la vie</i>.</p>
<p>Geradezu hanebüchen wird es nun bei dem folgenden Anagramm: <i>Französische Strasse / Nazi-Ressortchef</i>. Ok, es ist klar, wie das Anagramm eigentlich gebaut wurde: Der Umlaut Ö wurde in OE umgewandelt und <i>Strasse</i> wurde abgekürzt zu <i>Str.</i> Das freilich ergibt das katastrophale Resultat: <i>Franzoesische Str. / Nazi-Ressortchef</i>. Auch hier sieht man natürlich auf den ersten Blick: In <i>Franzoesische Str.</i> kommt der Buchstabe S drei Mal vor, in <i>Nazi-Ressortchef</i> nur zwei Mal. Das korrekte Anagramm müsste also im Plural stehen: <i>Nazi-Ressortchefs</i>.</p>
<p>Zuerst dachte ich, dass die NZZ es hier einfach nur verabsäumt hat, ruchlosen Anagrammschwindlern das Handwerk zu legen. Aber der Fehler ist abermals bei der NZZ selbst zu suchen, <a href="http://citronengras.de/die-erfahrung-ist-wie-eine-laterne-im-ruecken-sie-beleuchtet-stets-nur-das-stueck-weg-das-wir-bereits-hinter-uns-haben-konfuzius/">wie ein Blick ins Original zeigt</a>.</p>
<p>Ach, ach! Als ich vor Jahren die NZZ noch abonniert hatte, habe ich einmal irgendwo gelesen, dass dort 17 festangestellte Korrekturleser inklusive eines Anagrammredakteurs arbeiten. Wo ist dieser Mensch heute? Wo war hier der, hehe: Ressortchef? Mir ist auch völlig schleierhaft, wie die NZZ-Leserschaft nach diesem himmelschreienden Anagrammskandal so gelassen in ihren Alltagsgeschäften fortfahren kann, als wäre nichts gewesen.<br />
&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lass uns wandern, lass uns schiffen!</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2012/04/20/schlesische-nachtigall/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 06:58:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guest Star</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchbuch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=9567</guid>
		<description><![CDATA[&#160; Liebe Umblätterer, warum nehmt Ihr euch nicht einmal Friederike Kempners, der »schlesischen Nachtigall«, an, deretwegen Alfred Kerr seinen Geburtsnamen Kempner änderte, weil sie »die schlechtesten je auf diesem Planeten bekanntgewordenen Verse« geschrieben habe (Wikipedia)?     Während dort der Wolkensturm     Über Meer und Länder fährt,     Pickt ganz leis der Totenwurm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><i>Liebe Umblätterer,</p>
<p>warum nehmt Ihr euch nicht einmal Friederike Kempners, der »schlesischen Nachtigall«, an, deretwegen Alfred Kerr seinen Geburtsnamen Kempner änderte, weil sie »die schlechtesten je auf diesem Planeten bekanntgewordenen Verse« geschrieben habe (Wikipedia)?</p>
<p>    Während dort der Wolkensturm<br />
    Über Meer und Länder fährt,<br />
    Pickt ganz leis der Totenwurm –<br />
    Wer ihn wohl das Picken lehrt?</p>
<p>Viele Grüße aus München<br />
Euer Claudio</i></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Erzählen</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 15:35:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Luisa</dc:creator>
				<category><![CDATA[F-Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Feuilleton der Samstags-FAZ hat Rainer Hank sehr schön erzählt, welche Erzählungen wirklich zählen und wie ein erfolgreicher Erzähler arbeitet. Der erfolgreiche Erzähler ist PR-Mann und schreibt keine Bücher, sondern Leute. Wirkliche Leute im wirklichen Leben. Ihr Erzähler erfindet, wer sie sind und wie das, was sie tun, zu verstehen ist. Wie alle Erzähler arbeitet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Feuilleton der Samstags-FAZ hat Rainer Hank sehr schön <a href="http://www.faz.net/-gqz-6z4ps">erzählt</a>, welche Erzählungen wirklich zählen und wie ein erfolgreicher Erzähler arbeitet. Der erfolgreiche Erzähler ist PR-Mann und schreibt keine Bücher, sondern Leute. Wirkliche Leute im wirklichen Leben. Ihr Erzähler erfindet, wer sie sind und wie das, was sie tun, zu verstehen ist. Wie alle Erzähler arbeitet er zwar mit Worten, aber am Subjekt, denn das Objektive existiert nicht, alles ist Deutung. Der Erzähler hat gute Arbeit geleistet, wenn seine Erfindungen konsistent sind und der Erfundene sie überzeugend vertritt.</p>
<p>Um dies zu erreichen, muss der Erzähler geheim bleiben. In der FAZ aber gab es nicht nur eine halbe Seite Text über den Geschichten&shy;erfinder Alexander Geiser, sondern auch sein Foto. Das Foto steht farbig und nicht besonders groß auf der Website der Agentur, für die er arbeitet. Schwarz-weiß aufgeblasen auf eine halbe Zeitungsseite wirkt das Gesicht wie eine Maske. »Ihn gibt es nicht« steht darunter. Ziemlich gruselig.</p>
<p>Während ich noch auf das Foto starre, denke ich darüber nach, was für ein Erzähler der FAZ-Redakteur Hank ist. Er hat eine spannende Story erzählt. Er hat Geiser gezeigt, dass er auf Augenhöhe mit ihm ist. Für die Leser, die nicht so genau wissen, wie die Wirtschaft funktioniert, hat er das Entlarvungsspiel gespielt. Und im Einklang mit dem Foto hat er eine fabelhafte Roman- oder Serienfigur geschaffen, die ich gern ein bisschen lesend begleiten würde. Die Seite ist ein Gesamtkunstwerk, eindeutig. Hoffentlich to be continued.<br />
&nbsp;</p>
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		<title>Die Cartoonage (3): Gagosian Gallery, Hongkong</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 16:04:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maltus</dc:creator>
				<category><![CDATA[Cartoonage]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstkunst]]></category>

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		<description><![CDATA[(Klick! Diese Cartoonage vergrößert.) &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><center>(<a href="/maltus/Cartoonage_3_Gagosian_Gallery_Hongkong.jpg"><i><b>Klick!</b> Diese Cartoonage vergrößert.</i></a>)</center></p>
<p ALIGN="left"><a href="/maltus/Cartoonage_3_Gagosian_Gallery_Hongkong.jpg"><img SRC="/wp-content/uploads/2012/04/Cartoonage_3_Gagosian_Gallery_Hongkong_small.jpg" ALT="Cartoonage (3): Gagosian Gallery, Hongkong (Vorschaubild)" BORDER="1" WIDTH="440" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
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