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	<title>Der Umblätterer &#187; JDD</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
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		<title>Das JDD und die FAS vom 8. 3. 2009: Entr&#252;mpelungsaktion in Sachen Kanon</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Mar 2009 17:38:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paco</dc:creator>
				<category><![CDATA[FAS]]></category>
		<category><![CDATA[JDD]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Sonntagszeitung »Journal du Dimanche« erscheint seit heute (bzw. dann eben gestern) schon am Samstagmittag mit einer »Première Édition«, um die potenzielle JDD-Lesezeit am Wochenende zu erh&#246;hen (cf. Nouvel Obs).
In der heutigen regul&#228;ren Ausgabe wurde dann schon berichtet, wie gestern ein paar jeunes femmes in signalroter Kleidung und im Style von Jean Seberg aus Godards [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <em>Sonntags</em>zeitung »Journal du Dimanche« erscheint seit heute (bzw. dann eben gestern) schon am <em>Samstag</em>mittag mit einer »Première Édition«, um die potenzielle JDD-Lesezeit am Wochenende zu erh&#246;hen (cf. <a href="http://tempsreel.nouvelobs.com/actualites/medias/20090307.OBS7687/le_journal_du_dimanche_sort_ce_samedi.html">Nouvel Obs</a>).</p>
<p>In der heutigen regul&#228;ren Ausgabe wurde dann schon berichtet, wie gestern ein paar jeunes femmes in signalroter Kleidung und im Style von Jean Seberg aus Godards »À bout de souffle« die Samstagsversion der Sonntagszeitung abgesetzt haben, nach eigenen Angaben landesweit 50.000 St&#252;ck.</p>
<p>Das w&#228;re doch auch eine Idee f&#252;r die FAS. Wenn sie bereits Samstagmittag erschiene (also nur Stunden nach der Samstags-FAZ), k&#246;nnte man den gesamten »Sport«-Teil mit den noch nicht stattgefunden habenden Bundesliga-Spielen in zus&#228;tzliche Hardcore-Feuilleton-Seiten umwidmen, hehe.</p>
<p>Ansonsten hatte das Journal du Dimanche mit dem ersten <a href="http://www.lejdd.fr/cmc/politique/200910/dati-le-premier-droit-des-femmes-c-est-la-liberte_192671.html">Rachida-Dati-Interview</a> nach ihrer geheimnisumwitterten Schwangerschaft so eine Art Scoop (S. 2 u. 3), passend zum Frauentag. Sonst ist das JDD nat&#252;rlich kein Vergleich zur FAS. In der Kulturabteilung geht es fast nur um Kinofilme, auf der Seite mit den Rezensionen wird dann noch Lanzmanns Autobio besprochen (»Le Lièvre de Patagonie«, Gallimard).</p>
<p>Daher schnell <b>weiter zur FAS</b>, deren Feuilleton diesmal mit <b>17 absichtsvollen Verrissen von weltliterarischen Klassikern</b> munitioniert ist, laut <a href="http://www.faz.net/s/Rub642140C3F55544DE8A27F0BD6A3C808C/Doc~EB892DD60722A48D4BED979BBE41ADA79~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Vorwort</a> eine Entr&#252;mpelungsaktion in Sachen Kanon. Keine einzige Neuerscheinung anl&#228;sslich der bevorstehenden Buchmesse wird besprochen, und auch wenn die Messespezial&shy;feuilletons nicht immer wirklich gut sind (siehe <a href="/2007/06/07/der-18-maerz-2007-und-seine-folgen/">»Der 18. M&#228;rz 2007 und seine Folgen«</a>), dieses hier ist Spitzenklasse.</p>
<p>Untenstehend nun sozusagen die Regestausgabe aller 17 Verrisse. Das Défilé der 17 Autoren ergibt auch gleichzeitig eine brauchbare Dramatis personae des FAS-Feuilletons:</p>
<p><small><b>Albert Camus</b>: <i>Der Mythos des Sisyphos</i></small></p>
<blockquote><p><small>»ein Text f&#252;r Typen, die die heroische Pose brauchen« (Nils Minkmar)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Bernhard Schlink</b>: <i>Der Vorleser</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Ein Buch wie eine Kotzt&#252;te. Man wei&#223;, was kommt.« (Patrick Bahners, <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E8B20D970C0D0492589896C36F15F22DA~ATpl~Ecommon~Scontent.html">kompletter Text</a>)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Gabriel García Márquez</b>: <i>Hundert Jahre Einsamkeit</i></small></p>
<blockquote><p><small>»dieser Amazonas von Vornamen und Nachnamen und R&#228;ngen« (Tobias R&#252;ther)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Wolfgang Borchert</b>: <i>Drau&#223;en vor der T&#252;r</i></small></p>
<blockquote><p><small>»das alles hat etwas von einem ganz fr&#252;hen Drehbuch der ›Nackten Kanone‹« (Volker Weidermann)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Gotthold Ephraim Lessing</b>: <i>Nathan der Weise</i></small></p>
<blockquote><p><small>»›Nathan‹ ist zu viel des Guten« (Hans Ulrich Gumbrecht)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Vladimir Nabokov</b>: <i>Lolita</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Halt die Klappe, Humbert Humbert!« (Claudius Seidl)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Alexander Mitscherlich</b>: <i>Die Unwirtlichkeit unserer St&#228;dte. Anstiftung zum Unfrieden</i> / <b>Wolf Jobst Siedler</b>: <i>Die gemordete Stadt</i></small></p>
<blockquote><p><small>zu Mitscherlich: »das Problem an Mitscherlichs Buch (sind) seine Anh&#228;nger« / zu Siedler: »nur eine Klage, dass man Betont&#252;rme baute, wo einmal Villen standen« (Niklas Maak)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Heinrich Mann</b>: <i>Die Jugend</i> + <i>Die Vollendung des K&#246;nigs Henri Quatre</i></small></p>
<blockquote><p><small>»&#252;berall sprie&#223;en Gr&#228;ten aus der Konstruktion, spreizen sich wichtigtuerisch die gleichen k&#252;nstlich verknappten Drechsels&#228;tze« (Eleonore B&#252;ning)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Joseph von Eichendorff</b>: <i>Ahnung und Gegenwart</i></small></p>
<blockquote><p><small>»dreihundert Seiten fadester Eskapismus« (Dirk Sch&#252;mer)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Thomas Mann</b>: <i>W&#228;lsungenblut</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Warum nicht gleich Peter Hacks lesen? Warum nicht lieber ›Lost‹ gucken?« (Maxim Biller)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Hans Jonas</b>: <i>Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik f&#252;r die technologische Zivilisation</i></small></p>
<blockquote><p><small>»vertraute ethische Formeln, die jedoch &#8230; naiv erscheinen m&#252;ssen« (Henning Ritter)</small></p></blockquote>
<p><small><b>James Joyce</b>: <i>Dubliner</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Geschichten wie eine sechsspurig ausgebaute Autobahn, auf der pl&#246;tzlich der Asphalt endet.« (Anne Zielke)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Daniel Kehlmann</b>: <i>Die Vermessung der Welt</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Figuren, die mehr schrullig als lebendig gezeichnet sind und die man kaum anzuhusten wagt, aus Angst, diese Pappkameraden k&#246;nnten hint&#252;berkippen« (Tilman Spreckelsen)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Hermann Hesse</b>: <i>Steppenwolf</i></small></p>
<blockquote><p><small>»geh&#246;rt zu den sicher humorlosesten B&#252;chern der Literatur&shy;geschichte. Gerade da, wo es vom Lachen handelt. Und nicht mal das ist ein Witz.« (Julia Encke, <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E5E9A8BFA7BC4449FBDA5B6372EAE0018~ATpl~Ecommon~Scontent.html">kompletter Text</a>)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Aldous Huxley</b>: <i>Sch&#246;ne neue Welt</i></small></p>
<blockquote><p><small>»absto&#223;end uninteressante Selbstfindung (eines) eindimensionalen Gr&#252;belspie&#223;ers« (Dietmar Dath)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Elias Canetti</b>: <i>Die Blendung</i></small></p>
<blockquote><p><small>»ein von sich selbst besoffenes, von seiner eigenen grenzenlosen Misanthropie berauschtes Romanmonstrum« (Andreas Kilb)</small></p></blockquote>
<p><small><b>Tom Wolfe</b>: <i>Fegefeuer der Eitelkeiten</i></small></p>
<blockquote><p><small>»Realismus allein ergibt &#8230; nicht automatisch Literatur.« (Harald Staun)</small></p></blockquote>
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