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	<title>Der Umblätterer &#187; Der Neue Antikriticus</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
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		<title>Der Neue Antikriticus (Teil 2: Das Walser-Hauptmann-Papier)</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2007 14:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcuccio</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Neue Antikriticus]]></category>
		<category><![CDATA[S-Zeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[Also Jungs, vor genau einem Jahr erschien eine unglaubliche Homestory im Feuilleton, die bei den Best-of-2006 nur unter den Tisch fallen konnte, weil es mit Christine Dössel schon eine Siegerin in der Kategorie »Best Worst« gab. Der Umblätterer aber weiß noch immer, was Ijoma Mangold letzten Sommer getan hat: Er war zu »Besuch bei der Bestseller-Autorin Gaby Hauptmann, der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Also Jungs, vor genau einem Jahr erschien eine unglaubliche Homestory im Feuilleton, die bei den <a href="/best-of-feuilleton-2006/#doessel">Best-of-2006</a> nur unter den Tisch fallen konnte, weil es mit <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/689/72617/3/print.html">Christine Dössel</a> schon eine Siegerin in der <strong>Kategorie »Best Worst«</strong> gab.</p>
<p><span STYLE="font-variant: small-caps">Der Umblätterer</span> aber weiß <a href="http://www.perlentaucher.de/feuilletons/2006-07-29.html#a14563">noch immer</a>, <a href="http://www.single-dasein.de/single_news_6juli2006.htm">was Ijoma Mangold letzten Sommer getan hat</a>: Er war zu »Besuch bei der Bestseller-Autorin <strong>Gaby Hauptmann</strong>, der Nachbarin von <strong>Martin Walser</strong> am Bodensee«, und hat damit seine <span STYLE="font-variant: small-caps">GALA</span>-Vorstellung für die Literaturseite der S-Zeitung abgeliefert (oder war&#8217;s sein Gesellenstück für die <span STYLE="font-variant: small-caps">BUNTE</span>?). In jedem Fall hat uns I. M. exklusiv ins <span STYLE="font-variant: small-caps">BILD</span> gesetzt über die beiden »See-Nachbarn« der deutschen Literatur.</p>
<p>Denn was Martin W. (<a href="http://www.uni-karlsruhe.de/cos/EventView.php?cal_id=12&amp;language=de&amp;sort=time_asc&amp;from_day=1&amp;from_month=1&amp;from_year=1990&amp;list_pos=170&amp;list_length=250">»Der Abstecher«</a>) und Gaby H. (<a href="http://www.amazon.de/Ran-Mann-Roman-Gaby-Hauptmann/dp/3492262074">»Ran an den Mann«</a>) verbindet, ist – so der Ertrag von Ijoma Mangolds Intensivrecherche am Bodensee – nicht nur das Wasser, sondern eine echte <em>liaison des lettres</em>, und die geht so:</p>
<p><strong>Sie hat ein superschnelles Motorboot.</strong> <a href="http://images.zeit.de/text/2007/25/L-Grass-Walser-Interview">Er verstreut seine Angstblüte</a> (oder was auch immer gerade ansteht) grundsätzlich nur auf gebrauchtem Papier. Sie bringt ihm ihre Manuskripte auf dem Seeweg, er lektoriert sie und darf sie anschließend als Schmierpapier behalten. Und so kam es, dass er seinen <a href="http://www.br-online.de/kultur/literatur/lesezeichen/20010722/20010722_1.html">»Lebenslauf der Liebe«</a> auf dem Rücken ihrer »impotenten Männer« geschrieben hat – oder so ähnlich.</p>
<p>I. M. jedenfalls hat sich seinen sensationellen Intertextualitätsbefund (»<strong>das Walser-Hauptmann-Papier</strong>«) im letzten Sommer gleich patentieren lassen.</p>
<p>Doch, lieber I. M. der S-Zeitung, wollten wir die Details dazu so genau wissen? Brauchte es wirklich noch diesen O-Ton von Walser selbst:</p>
<blockquote><p>»Sie liebt die schnelle Bewegung. [...] Wenn sie eine halbe Stunde hier ist, [...] dann hat sie so viele Wendungen genommen, dass ich immer sage: <strong>›Gaby, jetzt sind wir atemlos.‹</strong>«</p></blockquote>
<p>Nimmt man <a href="http://www.swr.de/presseservice/archiv/2007/-/id=1073632/nid=1073632/did=2036656/1gtu2uz/index.html">die gängigen Walser-Klischees</a> dazu&nbsp;&#8230;</p>
<blockquote><p>»Für mich ist Martin Walser Süddeutschland, für mich ist er Bodensee. Komischerweise stelle ich mir vor, dass er jeden Tag eine Stunde <strong>nackt</strong> in den Bodensee reinspringt, schwimmt, unglaublich fit ist, unglaublich vital.« <em>(Harald Schmidt über Martin Walser)</em></p></blockquote>
<blockquote><p>»Er ist <strong>eruptiv</strong>. Auch, wenn er&#8217;s nicht ist, man spürt, dass es gleich losgehen könnte.« <em>(Giovanni di Lorenzo/Die Zeit über Martin Walser)</em></p></blockquote>
<blockquote><p>»Der Mann ist <strong>gewaltig</strong> in seinem Sprachvolumen, in seiner Art, in seiner Erscheinung, in seiner Präsenz. Er ist für mich ein Allrounder, ein Paket.« <em>(Gaby Hauptmann herself über Martin Walser)</em></p></blockquote>
<p>&#8230;&nbsp;dann wird klar, dass der I. M. der S-Zeitung wirklich <a href="http://www.thalia.at/de.buch.shop/shop/4/bde_tb_ug_frechefrauen/show/">die ungeheuerlichsten Fantasien aller frechen Frauen</a> bedient hat: Volumen vital, Allrounder atemlos, alles klar. Nur eine Frage: Warum Literaturseite der S-Zeitung? Konnte das nicht in der <span STYLE="font-variant: small-caps">FÜR SIE</span> bleiben?</p>
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		<title>Der Neue Antikriticus (Teil 1)</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2007/06/24/der-neue-antikriticus-teil-1/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jun 2007 11:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Paco</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Neue Antikriticus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Hauch von altphilologischen Errata-Listen liegt in der Luft. In meinem persönlichen Lieblings-Rezensionsorgan IASLonline hat Jan Borkowski neulich &#8230; &#8230; da wird der Autorin vorgeworfen, zu voraussetzungsreich zu sein. Begründet wird das damit, dass nicht erklärt wird, was jetzt gleich noch mal New Historicism war, warum um alles in der Welt Roland Barthes den Autor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Hauch von altphilologischen Errata-Listen liegt in der Luft. In meinem persönlichen Lieblings-Rezensionsorgan IASLonline <a HREF="http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Borkowski3534163303_2567.html">hat Jan Borkowski neulich</a> &#8230;</p>
<p>&#8230; da wird der Autorin vorgeworfen, zu voraussetzungsreich zu sein. Begründet wird das damit, dass nicht erklärt wird, <strong>was jetzt gleich noch mal New Historicism war</strong>, warum um alles in der Welt Roland Barthes den Autor totgesagt hat und was jetzt mit Foucaults schönem Diskursbegriff ist. Die Kritik an diesen Fehlstellen wird breit ausgewalzt und begründet, ist aber völlig sinnlos.</p>
<p>Entweder hat man sowieso natürlich etwas Peilung. Oder man hat in 3 Sekunden 5 Erklärungstexte gegoogelt. Das ist sogar noch besser als eine erklärende Apposition im Buch selber. Das Namedropping dieser Begrifflichkeiten als <strong>geisteswissenschaftliche Trademarks</strong> hat auch eine umgangssprachliche Qualität.  Sie müssen nicht jedes Mal aufs Neue toterläutert werden. Ich will in einem Lehrbuch zur Erzähltheorie nicht erklärt bekommen, was New Historicism ist.</p>
<p>Und schön ist es ja auch, wenn in Monika Fluderniks eben sehr, sehr guter <a HREF="http://iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/Borkowski3534163303_2567.html">»Einführung in die Erzähltheorie«</a> jemand zum ersten oder dritten Mal was von <strong><a HREF="http://en.wikipedia.org/wiki/Foobar">Fou- und Bar-</a></strong> hören sollte.</p>
<p>Das erhöht den süß-sauren Druck, endlich <strong>diese ganzen französischen Leute</strong> zu lesen.</p>
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