Wurstologia

Hamburg, 20. Mai 2014, 16:10 | von Maltus

 
Sehr geehrte Damen und Herren,

in den letzten Tagen ist in der Presse über die Gewinnerin des diesjährigen Eurovision Song Contests berichtet worden. Das Thema ist auch für unser Forschungsgebiet einschlägig. Der Name der Dame lautet ›Conchita Wurst‹. Bei ›Conchita‹ handelt es sich um die Koseform des spanischen Vornamens Concepción, der auf die unbefleckte Empfängnis der Jungfrau Maria Bezug nimmt, und nicht – wie auch in der sogenannten Qualitäts­presse vielfach behauptet – um ein Diminutiv des spanischen Wortes ›concha‹ (Muschel). In seiner Verklei­nerungsform ist ›conchita‹ vor allem in südamerikanischen Gefilden als Kraftwort für die weibliche Vagina in mancher Munde, und Wurst und Vagina haben mit unbefleckter Empfängnis schlechthin gar nichts zu schaffen.

Im übrigen ist es lächerlich, sich über von Nahrungsmitteln abgeleitete Namen lustig zu machen. Ich erinnere mich, im Jahr 1988 auf einer Busreise nach Barcelona einen Schweizer mit dem Namen Franz Käse getroffen zu haben. Es hat seinem Erfolg bei den Frauen nicht geschadet! Auch in der Fachliteratur begegneten mir immer wieder Träger nahrhafter Namen, deren wissenschaftliche Leistungen über allen Zweifel erhaben sind. Als Beispiel seien hier nur die Historikerin Brygida Kürbis (1921–2001) und der Philologe Hartmut Erbse (1915–2004) erwähnt, die auch gemeinsam publizierten.

Mit freundlichen Grüssen

 

2 Reaktionen zu “Wurstologia”

  1. Gregor Keuschnig

    Dachte Conchita Wurst ist der Ur-Enkelin von Hans.

  2. Ali Baba

    http://www.vigilie.de/2006/hier-gehts-um-die-wurst/

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