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	<title>Kommentare zu: Kafka, redigiert</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
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		<title>Von: Jasper Benduski</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4491</link>
		<dc:creator>Jasper Benduski</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 22:13:58 +0000</pubDate>
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		<description>@Rainer Rabowski 
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt: Die Lektoren wussten nicht, von wem der Text stammt, der Ihnen von der EDIT vorleget wurde. Die Broskwa-Skizze war zu diesem Zeitpunkt nahezu vollkommen unbekannt, wurde lediglich einmal 1962 in einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht, ansonsten aber &#039;unauffindbar&#039; und ausgewiesenen Kennern des Werks Kafkas - Klaus Wagenbach etwa, auch Joachim Unseld - nicht bekannt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Rainer Rabowski<br />
Der Vollständigkeit halber sei angemerkt: Die Lektoren wussten nicht, von wem der Text stammt, der Ihnen von der EDIT vorleget wurde. Die Broskwa-Skizze war zu diesem Zeitpunkt nahezu vollkommen unbekannt, wurde lediglich einmal 1962 in einem wissenschaftlichen Artikel veröffentlicht, ansonsten aber &#8216;unauffindbar&#8217; und ausgewiesenen Kennern des Werks Kafkas &#8211; Klaus Wagenbach etwa, auch Joachim Unseld &#8211; nicht bekannt!</p>
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	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4078</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 15:49:25 +0000</pubDate>
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		<description>@Rainer Rabowski
Ich gehe auch schon sehr lange nicht mehr hin. Es gibt auch zu wenig gute zeitgenössische Autoren (das letzte Stück, was mich tatsächlich bewegt hat, war Handkes &quot;Spiel vom Fragen&quot; - das war um 1990).

Passend zur gesamten Diskussion hier ein Zitat aus dem oben verlinkten FAS-Interview mit Luc Bondy. Er sagt dort: &quot;.. wissen Sie, was ich am langweiligsten finde: dass sich die jungen Regisseure heute so als Erfinder aufspielen. Die schreiben ihre eigenen schlechten Texte in die Stücke hinein. Das ist so blöde und eigentlich eine Frechheit.&quot; 

Und flugs ist man dann wieder bei Kafka und den Verbesserern...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Rainer Rabowski<br />
Ich gehe auch schon sehr lange nicht mehr hin. Es gibt auch zu wenig gute zeitgenössische Autoren (das letzte Stück, was mich tatsächlich bewegt hat, war Handkes &#8220;Spiel vom Fragen&#8221; &#8211; das war um 1990).</p>
<p>Passend zur gesamten Diskussion hier ein Zitat aus dem oben verlinkten FAS-Interview mit Luc Bondy. Er sagt dort: &#8220;.. wissen Sie, was ich am langweiligsten finde: dass sich die jungen Regisseure heute so als Erfinder aufspielen. Die schreiben ihre eigenen schlechten Texte in die Stücke hinein. Das ist so blöde und eigentlich eine Frechheit.&#8221; </p>
<p>Und flugs ist man dann wieder bei Kafka und den Verbesserern&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Rainer Rabowski</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4077</link>
		<dc:creator>Rainer Rabowski</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 13:34:49 +0000</pubDate>
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		<description>@ww 

Nur kurz zum Geniekult: &lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt; würde den nicht anwenden wollen, auch nicht auf Kafka  - und gäbe es noch viele mehr, die weniger an sich selber glaubten und dabei doch auf ihrer Höhe blieben? &quot;Heilig&quot; bedeutete (mir) hier nicht &quot;unfehlbar&quot; (oder gar tot als &quot;perfekt&quot;, also nicht mehr zu verbessern), sondern genug an etwas ersteres Wesentliches rührend, dass es weiterhin weiter-gehender auch als seine schon eroberten Wörtlichkeiten spricht. Und gäbe es noch viele mit mehr Exegeten? 

Es müsste aber schlicht die Individualität der Stimme mehr erlaubt sein, ihr Unteilbares im Mit-teilbaren also, auch da, wo sie den so oberflächen-glatten Errungenschaften der heute so flüssigen Lesarten wiederstrebt. Die Witzschen der Avantgarden oder der &quot;Experimentellen&quot; haben das nicht überflüssig gemacht. Und der &quot;Broskwa&quot;-Text selber ist ja wohl nicht zufällig Fragment. 

Sicher, per se das beste Material für Lektoren ist dieser Text vielelicht nicht. Dafür scheint er mir aber doch sein eben &quot;modernes&quot; Moment behalten zu haben, und das vielleicht auch wegen seiner Sperrigkeit oder gar seines möglichen Misslingens: &lt;i&gt;Das&lt;/i&gt; nicht ganz auszuschließen empfände ich sogar nicht wenig aufregend. (Hat aber natürlich auch mit den Literaturen von heute zu tun.) 

&#160; 

@Gregor Keuschnig

Von Theater &quot;heute&quot; verstehe ich, ehrlich gesagt, schon kaum noch etwas - ich bin da irgendwann einfach nicht mehr mitgekomen und habe aufgehört hinzugehen. Ich will aber auch nicht behaupten, dass ich nur anhand von Entäuschungen gemerkt habe, dass die Originale zu lesen sowieso fast immer besser ist. Immerhin stößt man manchmal sogar auf Verfilmungen, die einem besser zu sein scheinen als das Buch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ww </p>
<p>Nur kurz zum Geniekult: <i>Ich</i> würde den nicht anwenden wollen, auch nicht auf Kafka  &#8211; und gäbe es noch viele mehr, die weniger an sich selber glaubten und dabei doch auf ihrer Höhe blieben? &#8220;Heilig&#8221; bedeutete (mir) hier nicht &#8220;unfehlbar&#8221; (oder gar tot als &#8220;perfekt&#8221;, also nicht mehr zu verbessern), sondern genug an etwas ersteres Wesentliches rührend, dass es weiterhin weiter-gehender auch als seine schon eroberten Wörtlichkeiten spricht. Und gäbe es noch viele mit mehr Exegeten? </p>
<p>Es müsste aber schlicht die Individualität der Stimme mehr erlaubt sein, ihr Unteilbares im Mit-teilbaren also, auch da, wo sie den so oberflächen-glatten Errungenschaften der heute so flüssigen Lesarten wiederstrebt. Die Witzschen der Avantgarden oder der &#8220;Experimentellen&#8221; haben das nicht überflüssig gemacht. Und der &#8220;Broskwa&#8221;-Text selber ist ja wohl nicht zufällig Fragment. </p>
<p>Sicher, per se das beste Material für Lektoren ist dieser Text vielelicht nicht. Dafür scheint er mir aber doch sein eben &#8220;modernes&#8221; Moment behalten zu haben, und das vielleicht auch wegen seiner Sperrigkeit oder gar seines möglichen Misslingens: <i>Das</i> nicht ganz auszuschließen empfände ich sogar nicht wenig aufregend. (Hat aber natürlich auch mit den Literaturen von heute zu tun.) </p>
<p>&nbsp; </p>
<p>@Gregor Keuschnig</p>
<p>Von Theater &#8220;heute&#8221; verstehe ich, ehrlich gesagt, schon kaum noch etwas &#8211; ich bin da irgendwann einfach nicht mehr mitgekomen und habe aufgehört hinzugehen. Ich will aber auch nicht behaupten, dass ich nur anhand von Entäuschungen gemerkt habe, dass die Originale zu lesen sowieso fast immer besser ist. Immerhin stößt man manchmal sogar auf Verfilmungen, die einem besser zu sein scheinen als das Buch.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4076</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 12:53:13 +0000</pubDate>
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		<description>@Rainer Rabowski
Wohin der Verbesserungswahn führen kann, sieht man ja seit Jahrzehnten am (sogenannten) &quot;Regietheater&quot;, in dem Regisseure ihre Drama-Interpretation über die ursprüngliche Vorlage stellen. Ich meine damit nicht die Transformation eines Themas in die Neuzeit (das ging früher bei Peymann oder auch Stein ganz gut), sondern tatsächlich die Verhunzung von Sprache, Rhythmus und Stoff (in dieser Reihenfolge). 

Hier bediente man sich des altbekannten Namens, um die Zuschauer ins Theater zu locken. Aber nicht nur die bildungsbemühten Abonnenten nahmen die sprichwörtlichen Mäntel in der Pause. Kaum jemand traute sich den Namen des Stückes zu variieren oder mindestens ein &quot;nach&quot; statt des &quot;von&quot; einzufügen. 

Fast der einzige Vorteil war, dass man wieder Lust auf das Originalstück und die Erbärmlichkeit dadurch noch einmal vorgeführt bekam.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Rainer Rabowski<br />
Wohin der Verbesserungswahn führen kann, sieht man ja seit Jahrzehnten am (sogenannten) &#8220;Regietheater&#8221;, in dem Regisseure ihre Drama-Interpretation über die ursprüngliche Vorlage stellen. Ich meine damit nicht die Transformation eines Themas in die Neuzeit (das ging früher bei Peymann oder auch Stein ganz gut), sondern tatsächlich die Verhunzung von Sprache, Rhythmus und Stoff (in dieser Reihenfolge). </p>
<p>Hier bediente man sich des altbekannten Namens, um die Zuschauer ins Theater zu locken. Aber nicht nur die bildungsbemühten Abonnenten nahmen die sprichwörtlichen Mäntel in der Pause. Kaum jemand traute sich den Namen des Stückes zu variieren oder mindestens ein &#8220;nach&#8221; statt des &#8220;von&#8221; einzufügen. </p>
<p>Fast der einzige Vorteil war, dass man wieder Lust auf das Originalstück und die Erbärmlichkeit dadurch noch einmal vorgeführt bekam.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ww</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4072</link>
		<dc:creator>ww</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 17:00:45 +0000</pubDate>
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		<description>ne, textmystik ist das nicht, eher das, was ein karthograph auf seiner Ebene macht, um dann die mit bestimmten Mitteln vermessene Landschaft auf ihre Erlebnispotentiale abzuklopfen. So eine Art Lektorat von Textstrukturen und Erzähltechniken und den dann möglichen Deutungsspielräumen.

Übrigens: Ich weiß nicht so recht, ob die B-Skizze Kafkas so gut geeignet ist, den Lektoren Unverständnis für sprachliches Genie vorzuhalten.  Vermutlich von  1922, vielleicht Fragment, geschrieben auf einer Rückseite der vielen Blätter des  Schloss-Manuskripts. 

Hier also die  Broskwa-Skizze, sie sei eingerückt und der Begutachtung sowie Wertungsargumentation zuträglich:


Es ist möglich, dass es noch nördlicher gelegene europäische Ansiedlungen gibt als Broskwa, aber verlassener kann keine sein. Nach einigen Menschenaltern wird Broskwa vielleicht eine wichtige und lebhafte Stadt sein, wenn nämlich ein 100 km entfernter natürlicher Hafen von Eisbrechern freigelegt sein wird und wenn die Bahn, die man von Gradula 300 km südlich von Broskwa zu bauen beabsichtigt, bis nach Broskwa geführt sein wird. Aber mit dem allen haben die Lebenden nicht zu rechnen. Wir in Broskwa müssen uns damit begnügen auf den Marktplatz mit den paar Strohhütten eingeschränkt zu bleiben und Sendungen und Nachrichten von auswärts im Sommer zwei oder auch dreimal im Monat, im Winter aber gar nicht zu bekommen. Ich könnte wenn ich einmal nach Europa zurückkäme, viel erzählen, aber ich werde nicht zurückkommen. Es ist merkwürdig, der Mensch muss nur ein wenig an einem Ort niedergehalten werden und schon fängt er an zu versinken. Man sollte meinen, ich strebe nach nichts anderem als von hier fortzukommen, durchaus nicht. Einmal hätte ich Gelegenheit gehabt, mit Brascha, dem Postboten, bei besonders guter Bespannung nach Gradula zu fahren, die Fahrt wäre für mich wegen verschiedener Einkäufe sogar wichtig gewesen, man bat mich förmlich zu fahren, ich überlegte es einen Tag und überliess dann den Platz einem anderen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ne, textmystik ist das nicht, eher das, was ein karthograph auf seiner Ebene macht, um dann die mit bestimmten Mitteln vermessene Landschaft auf ihre Erlebnispotentiale abzuklopfen. So eine Art Lektorat von Textstrukturen und Erzähltechniken und den dann möglichen Deutungsspielräumen.</p>
<p>Übrigens: Ich weiß nicht so recht, ob die B-Skizze Kafkas so gut geeignet ist, den Lektoren Unverständnis für sprachliches Genie vorzuhalten.  Vermutlich von  1922, vielleicht Fragment, geschrieben auf einer Rückseite der vielen Blätter des  Schloss-Manuskripts. </p>
<p>Hier also die  Broskwa-Skizze, sie sei eingerückt und der Begutachtung sowie Wertungsargumentation zuträglich:</p>
<p>Es ist möglich, dass es noch nördlicher gelegene europäische Ansiedlungen gibt als Broskwa, aber verlassener kann keine sein. Nach einigen Menschenaltern wird Broskwa vielleicht eine wichtige und lebhafte Stadt sein, wenn nämlich ein 100 km entfernter natürlicher Hafen von Eisbrechern freigelegt sein wird und wenn die Bahn, die man von Gradula 300 km südlich von Broskwa zu bauen beabsichtigt, bis nach Broskwa geführt sein wird. Aber mit dem allen haben die Lebenden nicht zu rechnen. Wir in Broskwa müssen uns damit begnügen auf den Marktplatz mit den paar Strohhütten eingeschränkt zu bleiben und Sendungen und Nachrichten von auswärts im Sommer zwei oder auch dreimal im Monat, im Winter aber gar nicht zu bekommen. Ich könnte wenn ich einmal nach Europa zurückkäme, viel erzählen, aber ich werde nicht zurückkommen. Es ist merkwürdig, der Mensch muss nur ein wenig an einem Ort niedergehalten werden und schon fängt er an zu versinken. Man sollte meinen, ich strebe nach nichts anderem als von hier fortzukommen, durchaus nicht. Einmal hätte ich Gelegenheit gehabt, mit Brascha, dem Postboten, bei besonders guter Bespannung nach Gradula zu fahren, die Fahrt wäre für mich wegen verschiedener Einkäufe sogar wichtig gewesen, man bat mich förmlich zu fahren, ich überlegte es einen Tag und überliess dann den Platz einem anderen.</p>
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	<item>
		<title>Von: Andrea Diener</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4069</link>
		<dc:creator>Andrea Diener</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 22:49:36 +0000</pubDate>
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		<description>Gregor Keuschnig: Aber nicht ohne mindestens dreimal Kafka-Vergleiche gezogen zu haben, um zu erkennen: Das Original ist besser.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gregor Keuschnig: Aber nicht ohne mindestens dreimal Kafka-Vergleiche gezogen zu haben, um zu erkennen: Das Original ist besser.</p>
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	<item>
		<title>Von: Rainer Rabowski</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4068</link>
		<dc:creator>Rainer Rabowski</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 14:36:30 +0000</pubDate>
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		<description>@Paco

Okay, da ist was dran, um die ausführlicheren Darlegungen etc. im Tagebuch wusste ich nicht. (Werde ich jetzt aber auch nicht nachlesen wollen - ein bisschen Ignoranz gestatte ich mir da selber auch.) 

@ww
Ja, die längeren Ausführungen nicht uninteressant, aber bei aller semantisch-semiologischen Spitzfindigkeit für mein Ohr schon nahe an einer Kehrseite von wiederum (individualistisch gedrechselter) Text-Mystik. Wer soll das so lesen, wen einen der erste Satz schon tief hineingezogen hat? Da ist Schirrmacher ebenso schlüssig, in seiner Gesamtlesart. 

Aber ich geb&#039;s auch zu - irgendwas muss einem auch mal &lt;i&gt;heilig&lt;/i&gt; sein (dürfen), bei mir ist es eben so ein etliche Male wiedergelesener Roman - interpretatorisch erledigt ist er dadurch für mich aber noch lange nicht. 

Außerdem sehe ich mich zugegebenermaßen eher ermüdet von den (oft ja den Versuch gar nicht werten) Anmaßungen gegenüber Größeren, deren Gedanken man durch die Mangel dreht und ein bisschen vulgarisiert, nachdem man gemerkt hat, dass man auf deren Höhe nicht kommt. Die frisch-freche Unbedarftheit Jüngerer ist per se kein Argument,schon gra nicht wo heute jeder an jedes Denkmal sein Bein heben kann. Wohlgemerkt, wenn es überzeugt, warum nicht? &lt;i&gt;Ich&lt;/i&gt;, bzw. meine inneren Anklangsnerven finden bei Kraussers Variationen nichts, das einen Mehrwert ergibt oder für sich &quot;stimmte&quot;. Ich höre da eher Kraussers Ich an der Arbeit, trommelnd für sich als &quot;Marke&quot;. 

At last: Es gab mal in &quot;&lt;a href=&quot;http://www.editonline.de&quot;&gt;edit&lt;/a&gt;&quot; das nette Experiment, Kafkas &quot;Broskwa-Skizze&quot; mehreren Lektoren zur &quot;Verbesserung&quot; zu überlassen. Von denen ging auch brav jeder mit seinem Instrumentenkasten dran (und durfte später Argumente dafür nachreichen). - Es war lehrreich! Aber die Verbesserungen waren kläglich! Verstehbarkeit ist hier nicht gleich Lesbarkeit... der per se viele sind sind, und warum eine als gesonderte erkannte umstricken? 

Jetzt aber wirklich zum Schluss: 
Keine Ahnung, ob&#039;s das noch gibt, aber es existierte mal (aus der Werbewirtschaft initiiert, glaube ich) eine Liste der Produkte &quot;die nicht mehr zu verbessern sind&quot;. Eines davon konsumierte auch ich damals - das hatte also schon per Bestätigungseffekt etwas Überzeugendes. Für mich ist Unverbesserbarkeit  (im Gegensatz zu &quot;Perfektion&quot;) durchaus ein Argument, eben heraus einer (auch bei Krausser ja prominent) bewussten / behaupteten Fraglosigkeit. Man könnte es dann auch &quot;Geschmack&quot; nennen, der spielt da mit eine Rolle. Und braucht ab einem gewissen Punkt keinerlei Beweise. 

&#160;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Paco</p>
<p>Okay, da ist was dran, um die ausführlicheren Darlegungen etc. im Tagebuch wusste ich nicht. (Werde ich jetzt aber auch nicht nachlesen wollen &#8211; ein bisschen Ignoranz gestatte ich mir da selber auch.) </p>
<p>@ww<br />
Ja, die längeren Ausführungen nicht uninteressant, aber bei aller semantisch-semiologischen Spitzfindigkeit für mein Ohr schon nahe an einer Kehrseite von wiederum (individualistisch gedrechselter) Text-Mystik. Wer soll das so lesen, wen einen der erste Satz schon tief hineingezogen hat? Da ist Schirrmacher ebenso schlüssig, in seiner Gesamtlesart. </p>
<p>Aber ich geb&#8217;s auch zu &#8211; irgendwas muss einem auch mal <i>heilig</i> sein (dürfen), bei mir ist es eben so ein etliche Male wiedergelesener Roman &#8211; interpretatorisch erledigt ist er dadurch für mich aber noch lange nicht. </p>
<p>Außerdem sehe ich mich zugegebenermaßen eher ermüdet von den (oft ja den Versuch gar nicht werten) Anmaßungen gegenüber Größeren, deren Gedanken man durch die Mangel dreht und ein bisschen vulgarisiert, nachdem man gemerkt hat, dass man auf deren Höhe nicht kommt. Die frisch-freche Unbedarftheit Jüngerer ist per se kein Argument,schon gra nicht wo heute jeder an jedes Denkmal sein Bein heben kann. Wohlgemerkt, wenn es überzeugt, warum nicht? <i>Ich</i>, bzw. meine inneren Anklangsnerven finden bei Kraussers Variationen nichts, das einen Mehrwert ergibt oder für sich &#8220;stimmte&#8221;. Ich höre da eher Kraussers Ich an der Arbeit, trommelnd für sich als &#8220;Marke&#8221;. </p>
<p>At last: Es gab mal in &#8220;<a href="http://www.editonline.de">edit</a>&#8221; das nette Experiment, Kafkas &#8220;Broskwa-Skizze&#8221; mehreren Lektoren zur &#8220;Verbesserung&#8221; zu überlassen. Von denen ging auch brav jeder mit seinem Instrumentenkasten dran (und durfte später Argumente dafür nachreichen). &#8211; Es war lehrreich! Aber die Verbesserungen waren kläglich! Verstehbarkeit ist hier nicht gleich Lesbarkeit&#8230; der per se viele sind sind, und warum eine als gesonderte erkannte umstricken? </p>
<p>Jetzt aber wirklich zum Schluss:<br />
Keine Ahnung, ob&#8217;s das noch gibt, aber es existierte mal (aus der Werbewirtschaft initiiert, glaube ich) eine Liste der Produkte &#8220;die nicht mehr zu verbessern sind&#8221;. Eines davon konsumierte auch ich damals &#8211; das hatte also schon per Bestätigungseffekt etwas Überzeugendes. Für mich ist Unverbesserbarkeit  (im Gegensatz zu &#8220;Perfektion&#8221;) durchaus ein Argument, eben heraus einer (auch bei Krausser ja prominent) bewussten / behaupteten Fraglosigkeit. Man könnte es dann auch &#8220;Geschmack&#8221; nennen, der spielt da mit eine Rolle. Und braucht ab einem gewissen Punkt keinerlei Beweise. </p>
<p>&nbsp;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4066</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 29 Jun 2010 11:53:36 +0000</pubDate>
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		<description>Mein Traum: Jemand liest den Anfang von Kafkas &quot;Prozess&quot; beim Bachmannpreis. Und die Jury diskutiert, macht Verbesserungsvorschläge, entdeckt &quot;schiefe&quot; Bilder. Und am Sonntag kommt er dann nicht auf die shortlist. Zu wenig Authentizität oder so. 

Unmöglich? Warten wir&#039;s ab.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Traum: Jemand liest den Anfang von Kafkas &#8220;Prozess&#8221; beim Bachmannpreis. Und die Jury diskutiert, macht Verbesserungsvorschläge, entdeckt &#8220;schiefe&#8221; Bilder. Und am Sonntag kommt er dann nicht auf die shortlist. Zu wenig Authentizität oder so. </p>
<p>Unmöglich? Warten wir&#8217;s ab.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stefan K.</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4063</link>
		<dc:creator>Stefan K.</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 22:34:50 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=6122#comment-4063</guid>
		<description>Hallo, dazu muss ich jetzt ganz spontan auch einen Kommentar loswerden: Der &quot;neue&quot; oder andere Satz ist einfach nur lächerlich. Soll doch der Satzverbesserer eigene Bücher schreiben und auch mal Weltklasse werden. Das sind doch für mich nur untaugliche Versuche sich auf Kosten von Toten zu profilieren. Eigentlich sollte man nichts zum Satz selbst schreiben, nur soviel: Hätte der Herr Lektor das Buch auch nur ansatzweise gelesen dann wüßte er das Franz K. nicht an der &quot;Haustüre&quot; verhaftet wurde sondern in seiner Wohnung. Was für eine Stümperei, sorry. Von wegen heute wird besser geschrieben;--&gt; Setzen Sechs! Liebe Grüße von Stefan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo, dazu muss ich jetzt ganz spontan auch einen Kommentar loswerden: Der &#8220;neue&#8221; oder andere Satz ist einfach nur lächerlich. Soll doch der Satzverbesserer eigene Bücher schreiben und auch mal Weltklasse werden. Das sind doch für mich nur untaugliche Versuche sich auf Kosten von Toten zu profilieren. Eigentlich sollte man nichts zum Satz selbst schreiben, nur soviel: Hätte der Herr Lektor das Buch auch nur ansatzweise gelesen dann wüßte er das Franz K. nicht an der &#8220;Haustüre&#8221; verhaftet wurde sondern in seiner Wohnung. Was für eine Stümperei, sorry. Von wegen heute wird besser geschrieben;&#8211;&gt; Setzen Sechs! Liebe Grüße von Stefan</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: amo</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2010/06/24/krausser-kafka/comment-page-1/#comment-4060</link>
		<dc:creator>amo</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 08:11:49 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=6122#comment-4060</guid>
		<description>der kafka-satz hat einfach den angenehmeren sound. und das ist ja auch nicht unwichtig.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>der kafka-satz hat einfach den angenehmeren sound. und das ist ja auch nicht unwichtig.</p>
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