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	<title>Kommentare zu: Was es heißt, Grass zu lesen</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
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		<title>Von: G&#252;nter Grass: Die Box &#124; Begleitschreiben</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-5156</link>
		<dc:creator>G&#252;nter Grass: Die Box &#124; Begleitschreiben</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 16:01:54 +0000</pubDate>
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		<description>[...] Rezensenten beauftragte, der nach eigener Aussage vorher noch kein Buch von Grass gelesen hatte. &#187;Der Umbl&#228;tterer&#171; vermutet hier nicht zu Unrecht ein taktisches Vorgehen. In dem Maier offen mit seinem Nichtwissen [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Rezensenten beauftragte, der nach eigener Aussage vorher noch kein Buch von Grass gelesen hatte. &raquo;Der Umbl&auml;tterer&laquo; vermutet hier nicht zu Unrecht ein taktisches Vorgehen. In dem Maier offen mit seinem Nichtwissen [...]</p>
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	<item>
		<title>Von: begleitschreiben.twoday.net</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2253</link>
		<dc:creator>begleitschreiben.twoday.net</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 12:57:58 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;G&#252;nter Grass: Die Box...&lt;/strong&gt;

Den Ausweg, G&#252;nter Grass&#039; neues Buch &quot;Die Box&quot; in vorauseilender Milde mit den Werken der Vergangenheit des Schriftstellers zu verrechnen, hat  die &quot;ZEIT&quot; dahingehend versperrt, dass sie mit Andreas Maier einen Rezensenten beauftragte, der na...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>G&uuml;nter Grass: Die Box&#8230;</strong></p>
<p>Den Ausweg, G&uuml;nter Grass&#8217; neues Buch &#8220;Die Box&#8221; in vorauseilender Milde mit den Werken der Vergangenheit des Schriftstellers zu verrechnen, hat  die &#8220;ZEIT&#8221; dahingehend versperrt, dass sie mit Andreas Maier einen Rezensenten beauftragte, der na&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2194</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 22:08:34 +0000</pubDate>
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		<description>@keusching
ich spreche über metaüberlegungen und ansprüche, die maier eigentlich nicht betreffen. das drückt sich ganz exemplarisch auch in ANH&#039;s hierher verlinkter einladung aus, über grass und die deutschen im allgemeinen zu diskutieren. das ist schon wieder eine reaktion bzw. eine fortspinnung der eingangs aufgestellten these, maier thematisiere implizit, was es heisst, grass zu lesen. maiers rezension ist nicht hasserfüllt und es klingt auch nicht büroktatisch rumgekrittelt. wenn aber jede negativ wertende kritik in ANH&#039;s diktum dann tatsächlich negative heroisierung darstellen muss, dann ist das -- ganzganz logisch gesehen -- tatsächlich ein patt. natürlich ist das in gewisser weise auch logischer unsinn, da die sachen von sich aus nicht so eindimensional stehen. nur diente mir diese meine konstruktion dazu, zu verdeutlichen, in welcher situation jeder rezensent im vorhinein steckt und maier jetzt im nachhinein steckt: in ein allgemeineres oder sogar sachfremdes problem verstrickt zu sein, das eine rezension-an-sich über nur ein einziges neuerschienenes buch von grass doch behindert oder sogar verhindert. maiers rezension hält sich puristisch, was für grass eigentlich sogar wünschenswert ist. (mal abgesehen davon, dass man ihm hätte wünschen können, ein fan hätte geschrieben. aber eine solche rezension hätt ich höchstwahrscheinlich nicht zuende gelesen.)

@aikmaier
mit &quot;politisch&quot; meine ich ganz emphatisch die haltung, die maier im text darstellt. man kann nun sagen, dass diese politik darin besteht, vordringlich unpolitisch zu sein. das ist zum einen sein gutes recht, denn er soll ja keinen text über das grasslesen im allgemeinen schreiben. zum anderen deutet es eine außergermanistische wirklichkeit -- überhaupt den rahmen von wirklichkeit -- an (auch der schlackelose stil), was ich begrüße. grass gehört tatsächlich schon zu einer anderen literatengeneration und außerdem ist es meiner meinung nach möglich, sich literarisch und geschmacklich verständig und kompetent zu äußern, ohne einen einzigen grass gelesen zu haben. jaja! wenn man in der schule drumherum gekommen ist, kommt man als germanist nicht drumherum. es gibt aber menschen, die haben probleme, interessen, bedürfnisse, die brennender noch sind, als den grass durchzuackern, wenn man doch gar keine lust dazu hat. vielleicht hat man dafür proust dreimal im ganzen gelesen.

sicherlich gibt es kein vorurteilsfreies lesen. es ist aber nicht nur die so bezeichnete unwissenheit, sondern auch die so bezeichnete beflissenheit des lesens, die sich mir bei maier bestätigt zu haben schien und die ihn relativ integer macht. das, was man dünn nennen kann, nenne ich zurückhaltung, die ich als eindeutige und konsequente &quot;haltung&quot; überhaupt wahrnehme.

was ich in der haltung dann angesprochen fand und finde, ist, dass in einem komplexen, zeitgenössischen literarischen und außerliterarischen gefüge von wirklichkeit, wie sie sich einem gegenwärtig lebenden menschen darbietet, grass möglicherweise nur einen kleinen teil ausmacht -- dass der stoff an sich gar nicht so heiss ist und mit stilistischen funken gegessen werden müsste.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@keusching<br />
ich spreche über metaüberlegungen und ansprüche, die maier eigentlich nicht betreffen. das drückt sich ganz exemplarisch auch in ANH&#8217;s hierher verlinkter einladung aus, über grass und die deutschen im allgemeinen zu diskutieren. das ist schon wieder eine reaktion bzw. eine fortspinnung der eingangs aufgestellten these, maier thematisiere implizit, was es heisst, grass zu lesen. maiers rezension ist nicht hasserfüllt und es klingt auch nicht büroktatisch rumgekrittelt. wenn aber jede negativ wertende kritik in ANH&#8217;s diktum dann tatsächlich negative heroisierung darstellen muss, dann ist das &#8212; ganzganz logisch gesehen &#8212; tatsächlich ein patt. natürlich ist das in gewisser weise auch logischer unsinn, da die sachen von sich aus nicht so eindimensional stehen. nur diente mir diese meine konstruktion dazu, zu verdeutlichen, in welcher situation jeder rezensent im vorhinein steckt und maier jetzt im nachhinein steckt: in ein allgemeineres oder sogar sachfremdes problem verstrickt zu sein, das eine rezension-an-sich über nur ein einziges neuerschienenes buch von grass doch behindert oder sogar verhindert. maiers rezension hält sich puristisch, was für grass eigentlich sogar wünschenswert ist. (mal abgesehen davon, dass man ihm hätte wünschen können, ein fan hätte geschrieben. aber eine solche rezension hätt ich höchstwahrscheinlich nicht zuende gelesen.)</p>
<p>@aikmaier<br />
mit &#8220;politisch&#8221; meine ich ganz emphatisch die haltung, die maier im text darstellt. man kann nun sagen, dass diese politik darin besteht, vordringlich unpolitisch zu sein. das ist zum einen sein gutes recht, denn er soll ja keinen text über das grasslesen im allgemeinen schreiben. zum anderen deutet es eine außergermanistische wirklichkeit &#8212; überhaupt den rahmen von wirklichkeit &#8212; an (auch der schlackelose stil), was ich begrüße. grass gehört tatsächlich schon zu einer anderen literatengeneration und außerdem ist es meiner meinung nach möglich, sich literarisch und geschmacklich verständig und kompetent zu äußern, ohne einen einzigen grass gelesen zu haben. jaja! wenn man in der schule drumherum gekommen ist, kommt man als germanist nicht drumherum. es gibt aber menschen, die haben probleme, interessen, bedürfnisse, die brennender noch sind, als den grass durchzuackern, wenn man doch gar keine lust dazu hat. vielleicht hat man dafür proust dreimal im ganzen gelesen.</p>
<p>sicherlich gibt es kein vorurteilsfreies lesen. es ist aber nicht nur die so bezeichnete unwissenheit, sondern auch die so bezeichnete beflissenheit des lesens, die sich mir bei maier bestätigt zu haben schien und die ihn relativ integer macht. das, was man dünn nennen kann, nenne ich zurückhaltung, die ich als eindeutige und konsequente &#8220;haltung&#8221; überhaupt wahrnehme.</p>
<p>was ich in der haltung dann angesprochen fand und finde, ist, dass in einem komplexen, zeitgenössischen literarischen und außerliterarischen gefüge von wirklichkeit, wie sie sich einem gegenwärtig lebenden menschen darbietet, grass möglicherweise nur einen kleinen teil ausmacht &#8212; dass der stoff an sich gar nicht so heiss ist und mit stilistischen funken gegessen werden müsste.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Aikmaier</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2190</link>
		<dc:creator>Aikmaier</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 15:50:43 +0000</pubDate>
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		<description>@ sirenomele: Denkwürdiger Stil und DIE exemplarische Rezension bei Maier? Alle Wetter, da haben wir wohl den Text völlig unterschiedlich gelesen. Eben wenn ich ihn beim geschriebenen Wort nehme, ist mir dieses zu dünn. Ich verstehe ja, daß man es als Vorteil sehen kann, wenn hier einmal ganz un- (oder verhüllt) polemisch über ein Buch Grassens geschrieben wird. Aber muss ich dann gleich auf jede Zuspitzung verzichten?  – Darum möchte ich auch bezweifeln, wie man über Maiers Text denn politisch streiten könnte, allenfalls ästhetisch, und da sind, wie man sieht, Geschmäcker verschieden.
Eine andere Frage ist es wieder, was &quot;vorurteilsfreies Lesen&quot; denn sei. Garantiert ein Grass-Neuling gleich weniger Ressentiments? Und gelte dies allgemein, die Feuilleton-Redaktionen müßten sich ja fieberhaft auf die Suche nach allerhand Kaspar Hausers machen, um die Qualität ihrer Literaturkritik zu verbessern! Oder braucht Kunst doch Kunstverstand, was für Literatur bedeutete, dass man solchen nicht durch Nicht-Lesen erwirbt?
Vielleicht trifft aber auch schlicht die Überlegung zu, dass Maiers Text einen schmalen (und nur mich wenig ansprechenden) Ausweg aus einem mit Zentern von Grass-laudationes, Grass-Kritik und Grass-Vorwissen beladenem Sprechen-über-Werke sucht. Darf&#039;s ein wenig geistreicher sein?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ sirenomele: Denkwürdiger Stil und DIE exemplarische Rezension bei Maier? Alle Wetter, da haben wir wohl den Text völlig unterschiedlich gelesen. Eben wenn ich ihn beim geschriebenen Wort nehme, ist mir dieses zu dünn. Ich verstehe ja, daß man es als Vorteil sehen kann, wenn hier einmal ganz un- (oder verhüllt) polemisch über ein Buch Grassens geschrieben wird. Aber muss ich dann gleich auf jede Zuspitzung verzichten?  – Darum möchte ich auch bezweifeln, wie man über Maiers Text denn politisch streiten könnte, allenfalls ästhetisch, und da sind, wie man sieht, Geschmäcker verschieden.<br />
Eine andere Frage ist es wieder, was &#8220;vorurteilsfreies Lesen&#8221; denn sei. Garantiert ein Grass-Neuling gleich weniger Ressentiments? Und gelte dies allgemein, die Feuilleton-Redaktionen müßten sich ja fieberhaft auf die Suche nach allerhand Kaspar Hausers machen, um die Qualität ihrer Literaturkritik zu verbessern! Oder braucht Kunst doch Kunstverstand, was für Literatur bedeutete, dass man solchen nicht durch Nicht-Lesen erwirbt?<br />
Vielleicht trifft aber auch schlicht die Überlegung zu, dass Maiers Text einen schmalen (und nur mich wenig ansprechenden) Ausweg aus einem mit Zentern von Grass-laudationes, Grass-Kritik und Grass-Vorwissen beladenem Sprechen-über-Werke sucht. Darf&#8217;s ein wenig geistreicher sein?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2189</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 15:01:05 +0000</pubDate>
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		<description>@sirenomele
Herbsts Diktum heisst nicht, dass man per se Grass goutieren muss, &quot;nur&quot; weil der Nobelpreisträger ist. Das wäre ja Unsinn. Was er moniert ist eine Art deutscher Selbsthass, der sich da exemplarisch an Grass austobt.

Diesen Gedanken hatte ich bei seinem Buch &quot;Ein weites Feld&quot;. Reich-Ranicki, von allen Kritikern der Infantilste, hat dieses Buch auf dem &quot;Spiegel&quot;-Titel zerrissen (was ihn als schlechten Kritiker-Schauspieler entlarvte). Das Buch war mit einer historischen These geschrieben, die hanebüchen war (und ist); literarisch fand ich es aber gelungen. Ich bin sicher, wenn es ein amerikanischer Schreibschulabsolvent geschrieben hätte, wäre es von der Kritik in den höchsten Tönen gelobt worden. So haben die Kritiker-Lemminge auf den Verriss gewartet, um sich in diesem dann zu suhlen. 

Und dann natürlich anlässlich seines &lt;a href=&quot;http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3365933/&quot;&gt;&quot;Zwiebel&quot;-Buchs&lt;/a&gt;, welches viele als Abrechnung mit dem politischen Grass nutzten (selten bzw. eher gar nicht mit dem Schriftsteller Grass - man lese hier die Kritiken der &quot;jüngeren&quot; Rezensenten, die allesamt literarisch-kritisch vorgingen und nicht gesinnungsästhetisch).

Maiers Text bzw. die Idee einen Nichtkenner des Grasschen Werkes dieses Buch besprechen zu lassen, kann man - bei wohlwollender Betrachtung - auch dahingehend deuten, sich von den Kämpfen der Vergangenheit zu &quot;befreien&quot;. Da aber Grass als öffentliche Person &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; &quot;umstritten&quot; ist, Maier Grass aber als öffentliche Person kennen wird, ist das schwierig. Obwohl sich Maier streng an eine Schilderung des Erzählprinzips des Grass-Buches hält (eine Rezension nenne ich das nicht).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@sirenomele<br />
Herbsts Diktum heisst nicht, dass man per se Grass goutieren muss, &#8220;nur&#8221; weil der Nobelpreisträger ist. Das wäre ja Unsinn. Was er moniert ist eine Art deutscher Selbsthass, der sich da exemplarisch an Grass austobt.</p>
<p>Diesen Gedanken hatte ich bei seinem Buch &#8220;Ein weites Feld&#8221;. Reich-Ranicki, von allen Kritikern der Infantilste, hat dieses Buch auf dem &#8220;Spiegel&#8221;-Titel zerrissen (was ihn als schlechten Kritiker-Schauspieler entlarvte). Das Buch war mit einer historischen These geschrieben, die hanebüchen war (und ist); literarisch fand ich es aber gelungen. Ich bin sicher, wenn es ein amerikanischer Schreibschulabsolvent geschrieben hätte, wäre es von der Kritik in den höchsten Tönen gelobt worden. So haben die Kritiker-Lemminge auf den Verriss gewartet, um sich in diesem dann zu suhlen. </p>
<p>Und dann natürlich anlässlich seines <a href="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3365933/">&#8220;Zwiebel&#8221;-Buchs</a>, welches viele als Abrechnung mit dem politischen Grass nutzten (selten bzw. eher gar nicht mit dem Schriftsteller Grass &#8211; man lese hier die Kritiken der &#8220;jüngeren&#8221; Rezensenten, die allesamt literarisch-kritisch vorgingen und nicht gesinnungsästhetisch).</p>
<p>Maiers Text bzw. die Idee einen Nichtkenner des Grasschen Werkes dieses Buch besprechen zu lassen, kann man &#8211; bei wohlwollender Betrachtung &#8211; auch dahingehend deuten, sich von den Kämpfen der Vergangenheit zu &#8220;befreien&#8221;. Da aber Grass als öffentliche Person <i>auch</i> &#8220;umstritten&#8221; ist, Maier Grass aber als öffentliche Person kennen wird, ist das schwierig. Obwohl sich Maier streng an eine Schilderung des Erzählprinzips des Grass-Buches hält (eine Rezension nenne ich das nicht).</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2187</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 09:52:50 +0000</pubDate>
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		<description>@ANH
das leuchtet ein. nimmt man ihre aussage aber ernst, hätte das für maier und jeden anderen rezensenten geheissen, dass er dieses buch (!) eigentlich nur hätte loben dürfen und alles andere negative heroisierung gewesen wäre, ein metakritisches patt. dass maier grass als &quot;diesen autoren&quot; bezeichnet, finde ich ausgesprochen witzig und ein klarer, irgendwie tragigkomischer versuch, sich von solchen ansprüchen zu befreien, die nichts mit dem buch selber zu tun haben. ich glaube -- ähnlich wie paco -- dass maier gerade aufgrund vielerlei zusätzlicher ansprüche beim grass-lesen versucht hat, eine renzension-als-solche zu verfassen. dass er damit provoziert hat, liegt weniger an ihm und vielleicht auch nicht an grass, sondern eben an den zusätzlichen politischen, historischen u.a. ansprüchen, über die wir hier auch diskutieren. die renzension scheint mir bemüht sachlich zu sein und nicht per se destruktiv oder zumindest bemüht sie sich, es nicht zu sein. das hat letzlich für mich geheissen: unabhängig davon, dass grass sehr gute und wichtige bücher geschrieben hat, wieviel noch zu sagen wäre, wie ehrenwert er ist und wichtig für die geschichte, bei der &quot;box&quot; handelt es sich nicht um seinen besten text, was im ganzen einen ausweg aus diesem patt darstellt. leserquoten sind damit bei grass, denke ich, sowieso kaum noch zu beeinflussen. der name hat, wie auch hier zu sehen ist, eine ganz autonome dynamik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ANH<br />
das leuchtet ein. nimmt man ihre aussage aber ernst, hätte das für maier und jeden anderen rezensenten geheissen, dass er dieses buch (!) eigentlich nur hätte loben dürfen und alles andere negative heroisierung gewesen wäre, ein metakritisches patt. dass maier grass als &#8220;diesen autoren&#8221; bezeichnet, finde ich ausgesprochen witzig und ein klarer, irgendwie tragigkomischer versuch, sich von solchen ansprüchen zu befreien, die nichts mit dem buch selber zu tun haben. ich glaube &#8212; ähnlich wie paco &#8212; dass maier gerade aufgrund vielerlei zusätzlicher ansprüche beim grass-lesen versucht hat, eine renzension-als-solche zu verfassen. dass er damit provoziert hat, liegt weniger an ihm und vielleicht auch nicht an grass, sondern eben an den zusätzlichen politischen, historischen u.a. ansprüchen, über die wir hier auch diskutieren. die renzension scheint mir bemüht sachlich zu sein und nicht per se destruktiv oder zumindest bemüht sie sich, es nicht zu sein. das hat letzlich für mich geheissen: unabhängig davon, dass grass sehr gute und wichtige bücher geschrieben hat, wieviel noch zu sagen wäre, wie ehrenwert er ist und wichtig für die geschichte, bei der &#8220;box&#8221; handelt es sich nicht um seinen besten text, was im ganzen einen ausweg aus diesem patt darstellt. leserquoten sind damit bei grass, denke ich, sowieso kaum noch zu beeinflussen. der name hat, wie auch hier zu sehen ist, eine ganz autonome dynamik.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2186</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 08:27:15 +0000</pubDate>
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		<description>@sirenomele.
Das mag alles so sein; nur, es verfehlt meinen Punkt. Es ist mir mit meinem Einwand nicht darum zu tun, Maiers Rezension-als-solche anzugreifen - weshalb sollte ich? -, sondern um eine selbstdestruktive Verfaßtheit der Deutschen, die letztlich nichts als die inverse Spiegelung von Selbstheroisierung ist: &lt;i&gt;negative&lt;/i&gt; Heroisierung. &quot;Wenn wir nicht die Besten sind, sind wie wenigstens die Schlechtesten&quot;: in d e m Sinn versucht man dann, &quot;eigene&quot; Leistungen zu schmälern, zu denen auch solche gehören, mit denen man sich positiv identifizieren könnte. Wir wollen unsere Schuld. Punkt. Dazu gehört die Grass-Schelte, also die gegen einen deutschen Nobelpreisträger. Zur besonderen Perversion dieser Dynamik gehört, daß Grass selbst einer derjenigen ist, das zu betreiben. Seine absurde Selbstanklage wegen der Flakhelfer-Geschichte ist ein deutliches Beispiel: der erwachsene, alternde, vielleicht schon greise Mann attackiert sich selbst in seiner pubertierenden Verführbarkeit. Anstelle einfach zu sagen: &quot;Herrje, ich war halt jung, naiv und verführt.&quot; Damit wäre die Sache für jeden erwachsenen Menschen, der Herzensbildung hat, aus der Welt gewesen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@sirenomele.<br />
Das mag alles so sein; nur, es verfehlt meinen Punkt. Es ist mir mit meinem Einwand nicht darum zu tun, Maiers Rezension-als-solche anzugreifen &#8211; weshalb sollte ich? -, sondern um eine selbstdestruktive Verfaßtheit der Deutschen, die letztlich nichts als die inverse Spiegelung von Selbstheroisierung ist: <i>negative</i> Heroisierung. &#8220;Wenn wir nicht die Besten sind, sind wie wenigstens die Schlechtesten&#8221;: in d e m Sinn versucht man dann, &#8220;eigene&#8221; Leistungen zu schmälern, zu denen auch solche gehören, mit denen man sich positiv identifizieren könnte. Wir wollen unsere Schuld. Punkt. Dazu gehört die Grass-Schelte, also die gegen einen deutschen Nobelpreisträger. Zur besonderen Perversion dieser Dynamik gehört, daß Grass selbst einer derjenigen ist, das zu betreiben. Seine absurde Selbstanklage wegen der Flakhelfer-Geschichte ist ein deutliches Beispiel: der erwachsene, alternde, vielleicht schon greise Mann attackiert sich selbst in seiner pubertierenden Verführbarkeit. Anstelle einfach zu sagen: &#8220;Herrje, ich war halt jung, naiv und verführt.&#8221; Damit wäre die Sache für jeden erwachsenen Menschen, der Herzensbildung hat, aus der Welt gewesen.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2185</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 01:26:12 +0000</pubDate>
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		<description>ich habe diesen zeit-artikel immernoch hier herumliegen, weil er mir so gut gefallen hat. ich finde, dass der text klug aufgebaut ist und der stil war mir -- da ich vorher noch nichts von maier gelesen hatte -- im gedächtnis geblieben. er schien mir einfach, leicht und doch nicht hölzern. und ich hatte eine unglaubliche lust an der nüchternen, feinen provokation, die sich die erscheinung des authentischen gibt, dir mir persönlich aber auch glaubhaft ist. 

da hier schon behauptet wird, es handele sich dabei um keine richtige rezension, will ich im gegenteil behaupten, dass maier exemplarisch mit der rezension eine rezension einlöst -- oder eben implizit sein gar nicht anti-intellektuelles vorverständnis zur debatte stellt -- ein verständnis, welches immerhin eine öffnung hin zur literatur bedeutet. insofern maier schreibt, er habe noch nichts von grass gelesen, dann ist diese vorgabe -- selbst wenn oder gerade insofern es eine lüge ist, für welche ich es aber nicht halte -- eine zugunsten des buches. es ist doch absolut wünschenswert, dass sich ein rezensent wenigstens mühe gibt, vorurteilsfrei zu lesen. es ist ja nicht so, dass der grass-kontext verschwiegen wird und auch auf das vorgänger-buch der &quot;box&quot; wurde ordnungsgemäss und zur genüge verwiesen. meines erachtens wird die aufgestellte massgabe des vorurteilsfreien lesens und schreibens in der rezension dann auch konsequent eingelöst; die argumentation schien mir schlüssig zu sein, ehrlich -- und den ohren tat es sehr wohl, dass auf eher generelle urteile und polemik verzichtet wurde. es könnte immerhin sein, dass maier nicht abgelehnt hat, über grass zu schreiben, weil er schlicht nicht vorhatte, ihn hinter dem deckmantel der naivität um so raffinierter eins reinzudrücken. insofern über maiers text literaturpolitisch getritten wird, könnte man ja zunächst auch versuchen, ihn beim geschriebenen wort zu nehmen, das er ja selbst wiederum vorgeblich nichts anderem verpflichtet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich habe diesen zeit-artikel immernoch hier herumliegen, weil er mir so gut gefallen hat. ich finde, dass der text klug aufgebaut ist und der stil war mir &#8212; da ich vorher noch nichts von maier gelesen hatte &#8212; im gedächtnis geblieben. er schien mir einfach, leicht und doch nicht hölzern. und ich hatte eine unglaubliche lust an der nüchternen, feinen provokation, die sich die erscheinung des authentischen gibt, dir mir persönlich aber auch glaubhaft ist. </p>
<p>da hier schon behauptet wird, es handele sich dabei um keine richtige rezension, will ich im gegenteil behaupten, dass maier exemplarisch mit der rezension eine rezension einlöst &#8212; oder eben implizit sein gar nicht anti-intellektuelles vorverständnis zur debatte stellt &#8212; ein verständnis, welches immerhin eine öffnung hin zur literatur bedeutet. insofern maier schreibt, er habe noch nichts von grass gelesen, dann ist diese vorgabe &#8212; selbst wenn oder gerade insofern es eine lüge ist, für welche ich es aber nicht halte &#8212; eine zugunsten des buches. es ist doch absolut wünschenswert, dass sich ein rezensent wenigstens mühe gibt, vorurteilsfrei zu lesen. es ist ja nicht so, dass der grass-kontext verschwiegen wird und auch auf das vorgänger-buch der &#8220;box&#8221; wurde ordnungsgemäss und zur genüge verwiesen. meines erachtens wird die aufgestellte massgabe des vorurteilsfreien lesens und schreibens in der rezension dann auch konsequent eingelöst; die argumentation schien mir schlüssig zu sein, ehrlich &#8212; und den ohren tat es sehr wohl, dass auf eher generelle urteile und polemik verzichtet wurde. es könnte immerhin sein, dass maier nicht abgelehnt hat, über grass zu schreiben, weil er schlicht nicht vorhatte, ihn hinter dem deckmantel der naivität um so raffinierter eins reinzudrücken. insofern über maiers text literaturpolitisch getritten wird, könnte man ja zunächst auch versuchen, ihn beim geschriebenen wort zu nehmen, das er ja selbst wiederum vorgeblich nichts anderem verpflichtet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2178</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 11:58:46 +0000</pubDate>
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		<description>Am Sonntag lief in 3sat der Literaturclub. Dort stellte Iris Radisch &quot;Die Box&quot; vor und zwar schon vorauseilend mit Bedauern, allerdings fragend, warum man im Feuilleton dieses Grass-Bashing betreibt. Peter Hamm meinte daraufhin sinngemäss, das Buch sei so schlecht, dass sich noch nicht einmal ein Verriss lohne. (Ich schätze Hamm sehr, aber prinzipiell macht mich ein solcher Furor neugierig.)

Unabhängig davon, ob Grass nun den Nobelpreis bekommen hat oder nicht: man muss ein Buch ob seiner Schwächen und/oder Stärken rubrizieren dürfen. Ob jemand einen Nobelpreis bekommen hat oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen. Ich fand damals die Entscheidung gut, richtig und habe mich gefreut. 

Maiers Pseudorezension ist genau das, was hier anklang: In dem er sich &quot;outet&quot;, nichts von Grass gelesen zu haben, entfällt das honorige &quot;aber die Blechtrommel...blabla&quot;. Das &quot;zieht&quot; nicht. Maier tut so, als sei er ein naiver Grass-Leser. Das ist natürlich - in Grenzen - eine Art Schmierentheater, denn selbst wenn man von Grass nicht belletristisches gelesen hat, so kennt man ihn als öffentliche Person. Dennoch nehme ich Maier (dessen Roman &quot;Wäldchestag&quot; ich schätze, aber anderes eher weniger) seinen naiven Gestus ein Stück weit ab. Er verreisst ja auch das Buch nicht, sondern widmet sich seinem Erzählprinzip. (Letztlich flieht er vor einem Urteil.)

Die Idee, jemanden als &quot;Rezensenten&quot; zu nehmen, der GAR KEINE Werkkenntnis hat, wäre als &lt;i&gt;Ergänzung&lt;/i&gt; einer &quot;richtigen&quot; Rezension angebracht. Als alleiniges &quot;Statement&quot; einer Redaktion ist das - mit Verlaub - ärmlich. Warum nimmt DIE ZEIT denn keinen anderen &quot;Nichtleser&quot;? Weil es ihr doch auf Prominenz ankommt und nicht auf die Idee des naiven Lesers.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag lief in 3sat der Literaturclub. Dort stellte Iris Radisch &#8220;Die Box&#8221; vor und zwar schon vorauseilend mit Bedauern, allerdings fragend, warum man im Feuilleton dieses Grass-Bashing betreibt. Peter Hamm meinte daraufhin sinngemäss, das Buch sei so schlecht, dass sich noch nicht einmal ein Verriss lohne. (Ich schätze Hamm sehr, aber prinzipiell macht mich ein solcher Furor neugierig.)</p>
<p>Unabhängig davon, ob Grass nun den Nobelpreis bekommen hat oder nicht: man muss ein Buch ob seiner Schwächen und/oder Stärken rubrizieren dürfen. Ob jemand einen Nobelpreis bekommen hat oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen. Ich fand damals die Entscheidung gut, richtig und habe mich gefreut. </p>
<p>Maiers Pseudorezension ist genau das, was hier anklang: In dem er sich &#8220;outet&#8221;, nichts von Grass gelesen zu haben, entfällt das honorige &#8220;aber die Blechtrommel&#8230;blabla&#8221;. Das &#8220;zieht&#8221; nicht. Maier tut so, als sei er ein naiver Grass-Leser. Das ist natürlich &#8211; in Grenzen &#8211; eine Art Schmierentheater, denn selbst wenn man von Grass nicht belletristisches gelesen hat, so kennt man ihn als öffentliche Person. Dennoch nehme ich Maier (dessen Roman &#8220;Wäldchestag&#8221; ich schätze, aber anderes eher weniger) seinen naiven Gestus ein Stück weit ab. Er verreisst ja auch das Buch nicht, sondern widmet sich seinem Erzählprinzip. (Letztlich flieht er vor einem Urteil.)</p>
<p>Die Idee, jemanden als &#8220;Rezensenten&#8221; zu nehmen, der GAR KEINE Werkkenntnis hat, wäre als <i>Ergänzung</i> einer &#8220;richtigen&#8221; Rezension angebracht. Als alleiniges &#8220;Statement&#8221; einer Redaktion ist das &#8211; mit Verlaub &#8211; ärmlich. Warum nimmt DIE ZEIT denn keinen anderen &#8220;Nichtleser&#8221;? Weil es ihr doch auf Prominenz ankommt und nicht auf die Idee des naiven Lesers.</p>
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		<title>Von: Aikmaier</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2177</link>
		<dc:creator>Aikmaier</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 11:54:14 +0000</pubDate>
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		<description>D&#039;accord.</description>
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