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	<title>Kommentare zu: Was es hei&#223;t, Grass zu lesen</title>
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	<description>In der Halbwelt des Feuilletons.</description>
	<lastBuildDate>Thu, 11 Mar 2010 12:44:08 +0000</lastBuildDate>
	
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		<title>Von: begleitschreiben.twoday.net</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2253</link>
		<dc:creator>begleitschreiben.twoday.net</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 12:57:58 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;strong&gt;G&#252;nter Grass: Die Box...&lt;/strong&gt;

Den Ausweg, G&#252;nter Grass&#039; neues Buch &quot;Die Box&quot; in vorauseilender Milde mit den Werken der Vergangenheit des Schriftstellers zu verrechnen, hat  die &quot;ZEIT&quot; dahingehend versperrt, dass sie mit Andreas Maier einen Rezensenten beauftragte, der na...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><strong>G&uuml;nter Grass: Die Box&#8230;</strong></p>
<p>Den Ausweg, G&uuml;nter Grass&#8217; neues Buch &#8220;Die Box&#8221; in vorauseilender Milde mit den Werken der Vergangenheit des Schriftstellers zu verrechnen, hat  die &#8220;ZEIT&#8221; dahingehend versperrt, dass sie mit Andreas Maier einen Rezensenten beauftragte, der na&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2194</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 22:08:34 +0000</pubDate>
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		<description>@keusching
ich spreche &#252;ber meta&#252;berlegungen und anspr&#252;che, die maier eigentlich nicht betreffen. das dr&#252;ckt sich ganz exemplarisch auch in ANH&#039;s hierher verlinkter einladung aus, &#252;ber grass und die deutschen im allgemeinen zu diskutieren. das ist schon wieder eine reaktion bzw. eine fortspinnung der eingangs aufgestellten these, maier thematisiere implizit, was es heisst, grass zu lesen. maiers rezension ist nicht hasserf&#252;llt und es klingt auch nicht b&#252;roktatisch rumgekrittelt. wenn aber jede negativ wertende kritik in ANH&#039;s diktum dann tats&#228;chlich negative heroisierung darstellen muss, dann ist das -- ganzganz logisch gesehen -- tats&#228;chlich ein patt. nat&#252;rlich ist das in gewisser weise auch logischer unsinn, da die sachen von sich aus nicht so eindimensional stehen. nur diente mir diese meine konstruktion dazu, zu verdeutlichen, in welcher situation jeder rezensent im vorhinein steckt und maier jetzt im nachhinein steckt: in ein allgemeineres oder sogar sachfremdes problem verstrickt zu sein, das eine rezension-an-sich &#252;ber nur ein einziges neuerschienenes buch von grass doch behindert oder sogar verhindert. maiers rezension h&#228;lt sich puristisch, was f&#252;r grass eigentlich sogar w&#252;nschenswert ist. (mal abgesehen davon, dass man ihm h&#228;tte w&#252;nschen k&#246;nnen, ein fan h&#228;tte geschrieben. aber eine solche rezension h&#228;tt ich h&#246;chstwahrscheinlich nicht zuende gelesen.)

@aikmaier
mit &quot;politisch&quot; meine ich ganz emphatisch die haltung, die maier im text darstellt. man kann nun sagen, dass diese politik darin besteht, vordringlich unpolitisch zu sein. das ist zum einen sein gutes recht, denn er soll ja keinen text &#252;ber das grasslesen im allgemeinen schreiben. zum anderen deutet es eine au&#223;ergermanistische wirklichkeit -- &#252;berhaupt den rahmen von wirklichkeit -- an (auch der schlackelose stil), was ich begr&#252;&#223;e. grass geh&#246;rt tats&#228;chlich schon zu einer anderen literatengeneration und au&#223;erdem ist es meiner meinung nach m&#246;glich, sich literarisch und geschmacklich verst&#228;ndig und kompetent zu &#228;u&#223;ern, ohne einen einzigen grass gelesen zu haben. jaja! wenn man in der schule drumherum gekommen ist, kommt man als germanist nicht drumherum. es gibt aber menschen, die haben probleme, interessen, bed&#252;rfnisse, die brennender noch sind, als den grass durchzuackern, wenn man doch gar keine lust dazu hat. vielleicht hat man daf&#252;r proust dreimal im ganzen gelesen.

sicherlich gibt es kein vorurteilsfreies lesen. es ist aber nicht nur die so bezeichnete unwissenheit, sondern auch die so bezeichnete beflissenheit des lesens, die sich mir bei maier best&#228;tigt zu haben schien und die ihn relativ integer macht. das, was man d&#252;nn nennen kann, nenne ich zur&#252;ckhaltung, die ich als eindeutige und konsequente &quot;haltung&quot; &#252;berhaupt wahrnehme.

was ich in der haltung dann angesprochen fand und finde, ist, dass in einem komplexen, zeitgen&#246;ssischen literarischen und au&#223;erliterarischen gef&#252;ge von wirklichkeit, wie sie sich einem gegenw&#228;rtig lebenden menschen darbietet, grass m&#246;glicherweise nur einen kleinen teil ausmacht -- dass der stoff an sich gar nicht so heiss ist und mit stilistischen funken gegessen werden m&#252;sste.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@keusching<br />
ich spreche &#252;ber meta&#252;berlegungen und anspr&#252;che, die maier eigentlich nicht betreffen. das dr&#252;ckt sich ganz exemplarisch auch in ANH&#8217;s hierher verlinkter einladung aus, &#252;ber grass und die deutschen im allgemeinen zu diskutieren. das ist schon wieder eine reaktion bzw. eine fortspinnung der eingangs aufgestellten these, maier thematisiere implizit, was es heisst, grass zu lesen. maiers rezension ist nicht hasserf&#252;llt und es klingt auch nicht b&#252;roktatisch rumgekrittelt. wenn aber jede negativ wertende kritik in ANH&#8217;s diktum dann tats&#228;chlich negative heroisierung darstellen muss, dann ist das &#8212; ganzganz logisch gesehen &#8212; tats&#228;chlich ein patt. nat&#252;rlich ist das in gewisser weise auch logischer unsinn, da die sachen von sich aus nicht so eindimensional stehen. nur diente mir diese meine konstruktion dazu, zu verdeutlichen, in welcher situation jeder rezensent im vorhinein steckt und maier jetzt im nachhinein steckt: in ein allgemeineres oder sogar sachfremdes problem verstrickt zu sein, das eine rezension-an-sich &#252;ber nur ein einziges neuerschienenes buch von grass doch behindert oder sogar verhindert. maiers rezension h&#228;lt sich puristisch, was f&#252;r grass eigentlich sogar w&#252;nschenswert ist. (mal abgesehen davon, dass man ihm h&#228;tte w&#252;nschen k&#246;nnen, ein fan h&#228;tte geschrieben. aber eine solche rezension h&#228;tt ich h&#246;chstwahrscheinlich nicht zuende gelesen.)</p>
<p>@aikmaier<br />
mit &#8220;politisch&#8221; meine ich ganz emphatisch die haltung, die maier im text darstellt. man kann nun sagen, dass diese politik darin besteht, vordringlich unpolitisch zu sein. das ist zum einen sein gutes recht, denn er soll ja keinen text &#252;ber das grasslesen im allgemeinen schreiben. zum anderen deutet es eine au&#223;ergermanistische wirklichkeit &#8212; &#252;berhaupt den rahmen von wirklichkeit &#8212; an (auch der schlackelose stil), was ich begr&#252;&#223;e. grass geh&#246;rt tats&#228;chlich schon zu einer anderen literatengeneration und au&#223;erdem ist es meiner meinung nach m&#246;glich, sich literarisch und geschmacklich verst&#228;ndig und kompetent zu &#228;u&#223;ern, ohne einen einzigen grass gelesen zu haben. jaja! wenn man in der schule drumherum gekommen ist, kommt man als germanist nicht drumherum. es gibt aber menschen, die haben probleme, interessen, bed&#252;rfnisse, die brennender noch sind, als den grass durchzuackern, wenn man doch gar keine lust dazu hat. vielleicht hat man daf&#252;r proust dreimal im ganzen gelesen.</p>
<p>sicherlich gibt es kein vorurteilsfreies lesen. es ist aber nicht nur die so bezeichnete unwissenheit, sondern auch die so bezeichnete beflissenheit des lesens, die sich mir bei maier best&#228;tigt zu haben schien und die ihn relativ integer macht. das, was man d&#252;nn nennen kann, nenne ich zur&#252;ckhaltung, die ich als eindeutige und konsequente &#8220;haltung&#8221; &#252;berhaupt wahrnehme.</p>
<p>was ich in der haltung dann angesprochen fand und finde, ist, dass in einem komplexen, zeitgen&#246;ssischen literarischen und au&#223;erliterarischen gef&#252;ge von wirklichkeit, wie sie sich einem gegenw&#228;rtig lebenden menschen darbietet, grass m&#246;glicherweise nur einen kleinen teil ausmacht &#8212; dass der stoff an sich gar nicht so heiss ist und mit stilistischen funken gegessen werden m&#252;sste.</p>
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	<item>
		<title>Von: Aikmaier</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2190</link>
		<dc:creator>Aikmaier</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 15:50:43 +0000</pubDate>
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		<description>@ sirenomele: Denkw&#252;rdiger Stil und DIE exemplarische Rezension bei Maier? Alle Wetter, da haben wir wohl den Text v&#246;llig unterschiedlich gelesen. Eben wenn ich ihn beim geschriebenen Wort nehme, ist mir dieses zu d&#252;nn. Ich verstehe ja, da&#223; man es als Vorteil sehen kann, wenn hier einmal ganz un- (oder verh&#252;llt) polemisch &#252;ber ein Buch Grassens geschrieben wird. Aber muss ich dann gleich auf jede Zuspitzung verzichten?  – Darum m&#246;chte ich auch bezweifeln, wie man &#252;ber Maiers Text denn politisch streiten k&#246;nnte, allenfalls &#228;sthetisch, und da sind, wie man sieht, Geschm&#228;cker verschieden.
Eine andere Frage ist es wieder, was &quot;vorurteilsfreies Lesen&quot; denn sei. Garantiert ein Grass-Neuling gleich weniger Ressentiments? Und gelte dies allgemein, die Feuilleton-Redaktionen m&#252;&#223;ten sich ja fieberhaft auf die Suche nach allerhand Kaspar Hausers machen, um die Qualit&#228;t ihrer Literaturkritik zu verbessern! Oder braucht Kunst doch Kunstverstand, was f&#252;r Literatur bedeutete, dass man solchen nicht durch Nicht-Lesen erwirbt?
Vielleicht trifft aber auch schlicht die &#220;berlegung zu, dass Maiers Text einen schmalen (und nur mich wenig ansprechenden) Ausweg aus einem mit Zentern von Grass-laudationes, Grass-Kritik und Grass-Vorwissen beladenem Sprechen-&#252;ber-Werke sucht. Darf&#039;s ein wenig geistreicher sein?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ sirenomele: Denkw&#252;rdiger Stil und DIE exemplarische Rezension bei Maier? Alle Wetter, da haben wir wohl den Text v&#246;llig unterschiedlich gelesen. Eben wenn ich ihn beim geschriebenen Wort nehme, ist mir dieses zu d&#252;nn. Ich verstehe ja, da&#223; man es als Vorteil sehen kann, wenn hier einmal ganz un- (oder verh&#252;llt) polemisch &#252;ber ein Buch Grassens geschrieben wird. Aber muss ich dann gleich auf jede Zuspitzung verzichten?  – Darum m&#246;chte ich auch bezweifeln, wie man &#252;ber Maiers Text denn politisch streiten k&#246;nnte, allenfalls &#228;sthetisch, und da sind, wie man sieht, Geschm&#228;cker verschieden.<br />
Eine andere Frage ist es wieder, was &#8220;vorurteilsfreies Lesen&#8221; denn sei. Garantiert ein Grass-Neuling gleich weniger Ressentiments? Und gelte dies allgemein, die Feuilleton-Redaktionen m&#252;&#223;ten sich ja fieberhaft auf die Suche nach allerhand Kaspar Hausers machen, um die Qualit&#228;t ihrer Literaturkritik zu verbessern! Oder braucht Kunst doch Kunstverstand, was f&#252;r Literatur bedeutete, dass man solchen nicht durch Nicht-Lesen erwirbt?<br />
Vielleicht trifft aber auch schlicht die &#220;berlegung zu, dass Maiers Text einen schmalen (und nur mich wenig ansprechenden) Ausweg aus einem mit Zentern von Grass-laudationes, Grass-Kritik und Grass-Vorwissen beladenem Sprechen-&#252;ber-Werke sucht. Darf&#8217;s ein wenig geistreicher sein?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2189</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 15:01:05 +0000</pubDate>
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		<description>@sirenomele
Herbsts Diktum heisst nicht, dass man per se Grass goutieren muss, &quot;nur&quot; weil der Nobelpreistr&#228;ger ist. Das w&#228;re ja Unsinn. Was er moniert ist eine Art deutscher Selbsthass, der sich da exemplarisch an Grass austobt.

Diesen Gedanken hatte ich bei seinem Buch &quot;Ein weites Feld&quot;. Reich-Ranicki, von allen Kritikern der Infantilste, hat dieses Buch auf dem &quot;Spiegel&quot;-Titel zerrissen (was ihn als schlechten Kritiker-Schauspieler entlarvte). Das Buch war mit einer historischen These geschrieben, die haneb&#252;chen war (und ist); literarisch fand ich es aber gelungen. Ich bin sicher, wenn es ein amerikanischer Schreibschulabsolvent geschrieben h&#228;tte, w&#228;re es von der Kritik in den h&#246;chsten T&#246;nen gelobt worden. So haben die Kritiker-Lemminge auf den Verriss gewartet, um sich in diesem dann zu suhlen. 

Und dann nat&#252;rlich anl&#228;sslich seines &lt;a href=&quot;http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3365933/&quot;&gt;&quot;Zwiebel&quot;-Buchs&lt;/a&gt;, welches viele als Abrechnung mit dem politischen Grass nutzten (selten bzw. eher gar nicht mit dem Schriftsteller Grass - man lese hier die Kritiken der &quot;j&#252;ngeren&quot; Rezensenten, die allesamt literarisch-kritisch vorgingen und nicht gesinnungs&#228;sthetisch).

Maiers Text bzw. die Idee einen Nichtkenner des Grasschen Werkes dieses Buch besprechen zu lassen, kann man - bei wohlwollender Betrachtung - auch dahingehend deuten, sich von den K&#228;mpfen der Vergangenheit zu &quot;befreien&quot;. Da aber Grass als &#246;ffentliche Person &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; &quot;umstritten&quot; ist, Maier Grass aber als &#246;ffentliche Person kennen wird, ist das schwierig. Obwohl sich Maier streng an eine Schilderung des Erz&#228;hlprinzips des Grass-Buches h&#228;lt (eine Rezension nenne ich das nicht).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@sirenomele<br />
Herbsts Diktum heisst nicht, dass man per se Grass goutieren muss, &#8220;nur&#8221; weil der Nobelpreistr&#228;ger ist. Das w&#228;re ja Unsinn. Was er moniert ist eine Art deutscher Selbsthass, der sich da exemplarisch an Grass austobt.</p>
<p>Diesen Gedanken hatte ich bei seinem Buch &#8220;Ein weites Feld&#8221;. Reich-Ranicki, von allen Kritikern der Infantilste, hat dieses Buch auf dem &#8220;Spiegel&#8221;-Titel zerrissen (was ihn als schlechten Kritiker-Schauspieler entlarvte). Das Buch war mit einer historischen These geschrieben, die haneb&#252;chen war (und ist); literarisch fand ich es aber gelungen. Ich bin sicher, wenn es ein amerikanischer Schreibschulabsolvent geschrieben h&#228;tte, w&#228;re es von der Kritik in den h&#246;chsten T&#246;nen gelobt worden. So haben die Kritiker-Lemminge auf den Verriss gewartet, um sich in diesem dann zu suhlen. </p>
<p>Und dann nat&#252;rlich anl&#228;sslich seines <a href="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/3365933/">&#8220;Zwiebel&#8221;-Buchs</a>, welches viele als Abrechnung mit dem politischen Grass nutzten (selten bzw. eher gar nicht mit dem Schriftsteller Grass &#8211; man lese hier die Kritiken der &#8220;j&#252;ngeren&#8221; Rezensenten, die allesamt literarisch-kritisch vorgingen und nicht gesinnungs&#228;sthetisch).</p>
<p>Maiers Text bzw. die Idee einen Nichtkenner des Grasschen Werkes dieses Buch besprechen zu lassen, kann man &#8211; bei wohlwollender Betrachtung &#8211; auch dahingehend deuten, sich von den K&#228;mpfen der Vergangenheit zu &#8220;befreien&#8221;. Da aber Grass als &#246;ffentliche Person <i>auch</i> &#8220;umstritten&#8221; ist, Maier Grass aber als &#246;ffentliche Person kennen wird, ist das schwierig. Obwohl sich Maier streng an eine Schilderung des Erz&#228;hlprinzips des Grass-Buches h&#228;lt (eine Rezension nenne ich das nicht).</p>
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		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2187</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 09:52:50 +0000</pubDate>
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		<description>@ANH
das leuchtet ein. nimmt man ihre aussage aber ernst, h&#228;tte das f&#252;r maier und jeden anderen rezensenten geheissen, dass er dieses buch (!) eigentlich nur h&#228;tte loben d&#252;rfen und alles andere negative heroisierung gewesen w&#228;re, ein metakritisches patt. dass maier grass als &quot;diesen autoren&quot; bezeichnet, finde ich ausgesprochen witzig und ein klarer, irgendwie tragigkomischer versuch, sich von solchen anspr&#252;chen zu befreien, die nichts mit dem buch selber zu tun haben. ich glaube -- &#228;hnlich wie paco -- dass maier gerade aufgrund vielerlei zus&#228;tzlicher anspr&#252;che beim grass-lesen versucht hat, eine renzension-als-solche zu verfassen. dass er damit provoziert hat, liegt weniger an ihm und vielleicht auch nicht an grass, sondern eben an den zus&#228;tzlichen politischen, historischen u.a. anspr&#252;chen, &#252;ber die wir hier auch diskutieren. die renzension scheint mir bem&#252;ht sachlich zu sein und nicht per se destruktiv oder zumindest bem&#252;ht sie sich, es nicht zu sein. das hat letzlich f&#252;r mich geheissen: unabh&#228;ngig davon, dass grass sehr gute und wichtige b&#252;cher geschrieben hat, wieviel noch zu sagen w&#228;re, wie ehrenwert er ist und wichtig f&#252;r die geschichte, bei der &quot;box&quot; handelt es sich nicht um seinen besten text, was im ganzen einen ausweg aus diesem patt darstellt. leserquoten sind damit bei grass, denke ich, sowieso kaum noch zu beeinflussen. der name hat, wie auch hier zu sehen ist, eine ganz autonome dynamik.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@ANH<br />
das leuchtet ein. nimmt man ihre aussage aber ernst, h&#228;tte das f&#252;r maier und jeden anderen rezensenten geheissen, dass er dieses buch (!) eigentlich nur h&#228;tte loben d&#252;rfen und alles andere negative heroisierung gewesen w&#228;re, ein metakritisches patt. dass maier grass als &#8220;diesen autoren&#8221; bezeichnet, finde ich ausgesprochen witzig und ein klarer, irgendwie tragigkomischer versuch, sich von solchen anspr&#252;chen zu befreien, die nichts mit dem buch selber zu tun haben. ich glaube &#8212; &#228;hnlich wie paco &#8212; dass maier gerade aufgrund vielerlei zus&#228;tzlicher anspr&#252;che beim grass-lesen versucht hat, eine renzension-als-solche zu verfassen. dass er damit provoziert hat, liegt weniger an ihm und vielleicht auch nicht an grass, sondern eben an den zus&#228;tzlichen politischen, historischen u.a. anspr&#252;chen, &#252;ber die wir hier auch diskutieren. die renzension scheint mir bem&#252;ht sachlich zu sein und nicht per se destruktiv oder zumindest bem&#252;ht sie sich, es nicht zu sein. das hat letzlich f&#252;r mich geheissen: unabh&#228;ngig davon, dass grass sehr gute und wichtige b&#252;cher geschrieben hat, wieviel noch zu sagen w&#228;re, wie ehrenwert er ist und wichtig f&#252;r die geschichte, bei der &#8220;box&#8221; handelt es sich nicht um seinen besten text, was im ganzen einen ausweg aus diesem patt darstellt. leserquoten sind damit bei grass, denke ich, sowieso kaum noch zu beeinflussen. der name hat, wie auch hier zu sehen ist, eine ganz autonome dynamik.</p>
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	<item>
		<title>Von: ANH</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2186</link>
		<dc:creator>ANH</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 08:27:15 +0000</pubDate>
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		<description>@sirenomele.
Das mag alles so sein; nur, es verfehlt meinen Punkt. Es ist mir mit meinem Einwand nicht darum zu tun, Maiers Rezension-als-solche anzugreifen - weshalb sollte ich? -, sondern um eine selbstdestruktive Verfa&#223;theit der Deutschen, die letztlich nichts als die inverse Spiegelung von Selbstheroisierung ist: &lt;i&gt;negative&lt;/i&gt; Heroisierung. &quot;Wenn wir nicht die Besten sind, sind wie wenigstens die Schlechtesten&quot;: in d e m Sinn versucht man dann, &quot;eigene&quot; Leistungen zu schm&#228;lern, zu denen auch solche geh&#246;ren, mit denen man sich positiv identifizieren k&#246;nnte. Wir wollen unsere Schuld. Punkt. Dazu geh&#246;rt die Grass-Schelte, also die gegen einen deutschen Nobelpreistr&#228;ger. Zur besonderen Perversion dieser Dynamik geh&#246;rt, da&#223; Grass selbst einer derjenigen ist, das zu betreiben. Seine absurde Selbstanklage wegen der Flakhelfer-Geschichte ist ein deutliches Beispiel: der erwachsene, alternde, vielleicht schon greise Mann attackiert sich selbst in seiner pubertierenden Verf&#252;hrbarkeit. Anstelle einfach zu sagen: &quot;Herrje, ich war halt jung, naiv und verf&#252;hrt.&quot; Damit w&#228;re die Sache f&#252;r jeden erwachsenen Menschen, der Herzensbildung hat, aus der Welt gewesen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@sirenomele.<br />
Das mag alles so sein; nur, es verfehlt meinen Punkt. Es ist mir mit meinem Einwand nicht darum zu tun, Maiers Rezension-als-solche anzugreifen &#8211; weshalb sollte ich? -, sondern um eine selbstdestruktive Verfa&#223;theit der Deutschen, die letztlich nichts als die inverse Spiegelung von Selbstheroisierung ist: <i>negative</i> Heroisierung. &#8220;Wenn wir nicht die Besten sind, sind wie wenigstens die Schlechtesten&#8221;: in d e m Sinn versucht man dann, &#8220;eigene&#8221; Leistungen zu schm&#228;lern, zu denen auch solche geh&#246;ren, mit denen man sich positiv identifizieren k&#246;nnte. Wir wollen unsere Schuld. Punkt. Dazu geh&#246;rt die Grass-Schelte, also die gegen einen deutschen Nobelpreistr&#228;ger. Zur besonderen Perversion dieser Dynamik geh&#246;rt, da&#223; Grass selbst einer derjenigen ist, das zu betreiben. Seine absurde Selbstanklage wegen der Flakhelfer-Geschichte ist ein deutliches Beispiel: der erwachsene, alternde, vielleicht schon greise Mann attackiert sich selbst in seiner pubertierenden Verf&#252;hrbarkeit. Anstelle einfach zu sagen: &#8220;Herrje, ich war halt jung, naiv und verf&#252;hrt.&#8221; Damit w&#228;re die Sache f&#252;r jeden erwachsenen Menschen, der Herzensbildung hat, aus der Welt gewesen.</p>
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	<item>
		<title>Von: sirenomele</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2185</link>
		<dc:creator>sirenomele</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 01:26:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=871#comment-2185</guid>
		<description>ich habe diesen zeit-artikel immernoch hier herumliegen, weil er mir so gut gefallen hat. ich finde, dass der text klug aufgebaut ist und der stil war mir -- da ich vorher noch nichts von maier gelesen hatte -- im ged&#228;chtnis geblieben. er schien mir einfach, leicht und doch nicht h&#246;lzern. und ich hatte eine unglaubliche lust an der n&#252;chternen, feinen provokation, die sich die erscheinung des authentischen gibt, dir mir pers&#246;nlich aber auch glaubhaft ist. 

da hier schon behauptet wird, es handele sich dabei um keine richtige rezension, will ich im gegenteil behaupten, dass maier exemplarisch mit der rezension eine rezension einl&#246;st -- oder eben implizit sein gar nicht anti-intellektuelles vorverst&#228;ndnis zur debatte stellt -- ein verst&#228;ndnis, welches immerhin eine &#246;ffnung hin zur literatur bedeutet. insofern maier schreibt, er habe noch nichts von grass gelesen, dann ist diese vorgabe -- selbst wenn oder gerade insofern es eine l&#252;ge ist, f&#252;r welche ich es aber nicht halte -- eine zugunsten des buches. es ist doch absolut w&#252;nschenswert, dass sich ein rezensent wenigstens m&#252;he gibt, vorurteilsfrei zu lesen. es ist ja nicht so, dass der grass-kontext verschwiegen wird und auch auf das vorg&#228;nger-buch der &quot;box&quot; wurde ordnungsgem&#228;ss und zur gen&#252;ge verwiesen. meines erachtens wird die aufgestellte massgabe des vorurteilsfreien lesens und schreibens in der rezension dann auch konsequent eingel&#246;st; die argumentation schien mir schl&#252;ssig zu sein, ehrlich -- und den ohren tat es sehr wohl, dass auf eher generelle urteile und polemik verzichtet wurde. es k&#246;nnte immerhin sein, dass maier nicht abgelehnt hat, &#252;ber grass zu schreiben, weil er schlicht nicht vorhatte, ihn hinter dem deckmantel der naivit&#228;t um so raffinierter eins reinzudr&#252;cken. insofern &#252;ber maiers text literaturpolitisch getritten wird, k&#246;nnte man ja zun&#228;chst auch versuchen, ihn beim geschriebenen wort zu nehmen, das er ja selbst wiederum vorgeblich nichts anderem verpflichtet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ich habe diesen zeit-artikel immernoch hier herumliegen, weil er mir so gut gefallen hat. ich finde, dass der text klug aufgebaut ist und der stil war mir &#8212; da ich vorher noch nichts von maier gelesen hatte &#8212; im ged&#228;chtnis geblieben. er schien mir einfach, leicht und doch nicht h&#246;lzern. und ich hatte eine unglaubliche lust an der n&#252;chternen, feinen provokation, die sich die erscheinung des authentischen gibt, dir mir pers&#246;nlich aber auch glaubhaft ist. </p>
<p>da hier schon behauptet wird, es handele sich dabei um keine richtige rezension, will ich im gegenteil behaupten, dass maier exemplarisch mit der rezension eine rezension einl&#246;st &#8212; oder eben implizit sein gar nicht anti-intellektuelles vorverst&#228;ndnis zur debatte stellt &#8212; ein verst&#228;ndnis, welches immerhin eine &#246;ffnung hin zur literatur bedeutet. insofern maier schreibt, er habe noch nichts von grass gelesen, dann ist diese vorgabe &#8212; selbst wenn oder gerade insofern es eine l&#252;ge ist, f&#252;r welche ich es aber nicht halte &#8212; eine zugunsten des buches. es ist doch absolut w&#252;nschenswert, dass sich ein rezensent wenigstens m&#252;he gibt, vorurteilsfrei zu lesen. es ist ja nicht so, dass der grass-kontext verschwiegen wird und auch auf das vorg&#228;nger-buch der &#8220;box&#8221; wurde ordnungsgem&#228;ss und zur gen&#252;ge verwiesen. meines erachtens wird die aufgestellte massgabe des vorurteilsfreien lesens und schreibens in der rezension dann auch konsequent eingel&#246;st; die argumentation schien mir schl&#252;ssig zu sein, ehrlich &#8212; und den ohren tat es sehr wohl, dass auf eher generelle urteile und polemik verzichtet wurde. es k&#246;nnte immerhin sein, dass maier nicht abgelehnt hat, &#252;ber grass zu schreiben, weil er schlicht nicht vorhatte, ihn hinter dem deckmantel der naivit&#228;t um so raffinierter eins reinzudr&#252;cken. insofern &#252;ber maiers text literaturpolitisch getritten wird, k&#246;nnte man ja zun&#228;chst auch versuchen, ihn beim geschriebenen wort zu nehmen, das er ja selbst wiederum vorgeblich nichts anderem verpflichtet.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gregor Keuschnig</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2178</link>
		<dc:creator>Gregor Keuschnig</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 11:58:46 +0000</pubDate>
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		<description>Am Sonntag lief in 3sat der Literaturclub. Dort stellte Iris Radisch &quot;Die Box&quot; vor und zwar schon vorauseilend mit Bedauern, allerdings fragend, warum man im Feuilleton dieses Grass-Bashing betreibt. Peter Hamm meinte daraufhin sinngem&#228;ss, das Buch sei so schlecht, dass sich noch nicht einmal ein Verriss lohne. (Ich sch&#228;tze Hamm sehr, aber prinzipiell macht mich ein solcher Furor neugierig.)

Unabh&#228;ngig davon, ob Grass nun den Nobelpreis bekommen hat oder nicht: man muss ein Buch ob seiner Schw&#228;chen und/oder St&#228;rken rubrizieren d&#252;rfen. Ob jemand einen Nobelpreis bekommen hat oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen. Ich fand damals die Entscheidung gut, richtig und habe mich gefreut. 

Maiers Pseudorezension ist genau das, was hier anklang: In dem er sich &quot;outet&quot;, nichts von Grass gelesen zu haben, entf&#228;llt das honorige &quot;aber die Blechtrommel...blabla&quot;. Das &quot;zieht&quot; nicht. Maier tut so, als sei er ein naiver Grass-Leser. Das ist nat&#252;rlich - in Grenzen - eine Art Schmierentheater, denn selbst wenn man von Grass nicht belletristisches gelesen hat, so kennt man ihn als &#246;ffentliche Person. Dennoch nehme ich Maier (dessen Roman &quot;W&#228;ldchestag&quot; ich sch&#228;tze, aber anderes eher weniger) seinen naiven Gestus ein St&#252;ck weit ab. Er verreisst ja auch das Buch nicht, sondern widmet sich seinem Erz&#228;hlprinzip. (Letztlich flieht er vor einem Urteil.)

Die Idee, jemanden als &quot;Rezensenten&quot; zu nehmen, der GAR KEINE Werkkenntnis hat, w&#228;re als &lt;i&gt;Erg&#228;nzung&lt;/i&gt; einer &quot;richtigen&quot; Rezension angebracht. Als alleiniges &quot;Statement&quot; einer Redaktion ist das - mit Verlaub - &#228;rmlich. Warum nimmt DIE ZEIT denn keinen anderen &quot;Nichtleser&quot;? Weil es ihr doch auf Prominenz ankommt und nicht auf die Idee des naiven Lesers.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag lief in 3sat der Literaturclub. Dort stellte Iris Radisch &#8220;Die Box&#8221; vor und zwar schon vorauseilend mit Bedauern, allerdings fragend, warum man im Feuilleton dieses Grass-Bashing betreibt. Peter Hamm meinte daraufhin sinngem&#228;ss, das Buch sei so schlecht, dass sich noch nicht einmal ein Verriss lohne. (Ich sch&#228;tze Hamm sehr, aber prinzipiell macht mich ein solcher Furor neugierig.)</p>
<p>Unabh&#228;ngig davon, ob Grass nun den Nobelpreis bekommen hat oder nicht: man muss ein Buch ob seiner Schw&#228;chen und/oder St&#228;rken rubrizieren d&#252;rfen. Ob jemand einen Nobelpreis bekommen hat oder nicht, darf dabei keine Rolle spielen. Ich fand damals die Entscheidung gut, richtig und habe mich gefreut. </p>
<p>Maiers Pseudorezension ist genau das, was hier anklang: In dem er sich &#8220;outet&#8221;, nichts von Grass gelesen zu haben, entf&#228;llt das honorige &#8220;aber die Blechtrommel&#8230;blabla&#8221;. Das &#8220;zieht&#8221; nicht. Maier tut so, als sei er ein naiver Grass-Leser. Das ist nat&#252;rlich &#8211; in Grenzen &#8211; eine Art Schmierentheater, denn selbst wenn man von Grass nicht belletristisches gelesen hat, so kennt man ihn als &#246;ffentliche Person. Dennoch nehme ich Maier (dessen Roman &#8220;W&#228;ldchestag&#8221; ich sch&#228;tze, aber anderes eher weniger) seinen naiven Gestus ein St&#252;ck weit ab. Er verreisst ja auch das Buch nicht, sondern widmet sich seinem Erz&#228;hlprinzip. (Letztlich flieht er vor einem Urteil.)</p>
<p>Die Idee, jemanden als &#8220;Rezensenten&#8221; zu nehmen, der GAR KEINE Werkkenntnis hat, w&#228;re als <i>Erg&#228;nzung</i> einer &#8220;richtigen&#8221; Rezension angebracht. Als alleiniges &#8220;Statement&#8221; einer Redaktion ist das &#8211; mit Verlaub &#8211; &#228;rmlich. Warum nimmt DIE ZEIT denn keinen anderen &#8220;Nichtleser&#8221;? Weil es ihr doch auf Prominenz ankommt und nicht auf die Idee des naiven Lesers.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Aikmaier</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2177</link>
		<dc:creator>Aikmaier</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 11:54:14 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=871#comment-2177</guid>
		<description>D&#039;accord.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>D&#8217;accord.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Paco</title>
		<link>http://www.umblaetterer.de/2008/09/17/was-es-heisst-grass-zu-lesen/comment-page-1/#comment-2176</link>
		<dc:creator>Paco</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 10:32:43 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.umblaetterer.de/?p=871#comment-2176</guid>
		<description>@Aikmaier: Gegen Vergleiche aktueller B&#252;cher mit Vorg&#228;ngern kann man ja gar nichts haben. Nur hat mir der Effekt des »Zeit«-Experiments gefallen: Durch die Unkenntnis des Grassgesamtwerks spielt auf einmal der Klang des Einzelbuchs eine Rolle, solche Experimente k&#246;nnen auch die Frage beantworten, ob es sich noch um ein Buch, eine Handlung, ein Stil sui generis handelt oder doch »nur« um eine Fortsetzung.

Es stimmt insofern schon: Wir kaprizieren uns auf Feuilletontexte, die auch mal unerh&#246;rte T&#246;ne anschlagen, auch und gerade, wenn das nicht gleich richtig gelingt oder wenn sie unlauter wirken wie der Di-Fabio-Verriss oder neulich Gustav Seibts &lt;a href=&quot;/2008/06/20/harzreise-im-sommer-gustav-seibt-auf-der-suche-nach-andacht/&quot;&gt;Kuchentour&lt;/a&gt; durch Mitteldeutschland, das sind dann typische ›beste schlechte Texte‹. Wir packen in unsere j&#228;hrlichen Top-10s (hier noch &lt;a href=&quot;/best-of-feuilleton-2006/&quot;&gt;2006&lt;/a&gt;&lt;a&gt;, &lt;/a&gt;&lt;a href=&quot;/best-of-feuilleton-2007/&quot;&gt;2007&lt;/a&gt;) eben auch Artikel hinein, die wir f&#252;r ungehbar halten, die aber symptomatisch f&#252;r den Wahnsinn sind, f&#252;r den wir das herrliche deutschsprachige Feuilleton so lieben.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Aikmaier: Gegen Vergleiche aktueller B&#252;cher mit Vorg&#228;ngern kann man ja gar nichts haben. Nur hat mir der Effekt des »Zeit«-Experiments gefallen: Durch die Unkenntnis des Grassgesamtwerks spielt auf einmal der Klang des Einzelbuchs eine Rolle, solche Experimente k&#246;nnen auch die Frage beantworten, ob es sich noch um ein Buch, eine Handlung, ein Stil sui generis handelt oder doch »nur« um eine Fortsetzung.</p>
<p>Es stimmt insofern schon: Wir kaprizieren uns auf Feuilletontexte, die auch mal unerh&#246;rte T&#246;ne anschlagen, auch und gerade, wenn das nicht gleich richtig gelingt oder wenn sie unlauter wirken wie der Di-Fabio-Verriss oder neulich Gustav Seibts <a href="/2008/06/20/harzreise-im-sommer-gustav-seibt-auf-der-suche-nach-andacht/">Kuchentour</a> durch Mitteldeutschland, das sind dann typische ›beste schlechte Texte‹. Wir packen in unsere j&#228;hrlichen Top-10s (hier noch <a href="/best-of-feuilleton-2006/">2006</a><a>, </a><a href="/best-of-feuilleton-2007/">2007</a>) eben auch Artikel hinein, die wir f&#252;r ungehbar halten, die aber symptomatisch f&#252;r den Wahnsinn sind, f&#252;r den wir das herrliche deutschsprachige Feuilleton so lieben.</p>
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